Männer Gottes beten
ID
chr062
Langue
DE
Durée totale
03:16:34
Nombre
3
Références bibliques
inconnu
Description
- Das Gebetsleben Elias
- Das Gebetsleben Nehemias
- Das Gebetsleben Habakuks
Transcription automatique:
…
Wir wollen zu Beginn etwas lesen aus dem ersten Buch der Könige, aus Kapitel 17.
Erste Könige, Kapitel 17, Vers 1
Und Elia, der Tisbitter von den Beisassen Gileads, sprach zu Ahab,
So war der Herr lebt, der Gott Israels,
vor dessen Angesicht ich stehe,
wenn es in diesen Jahren Tau und Regen geben wird,
es sei denn auf mein Wort.
Wir lesen dazu aus Jakobus 5,
Jakobus 5, Vers 17
Elia war ein Mensch von gleichen Empfindungen wie wir,
und er betete ernstlich,
dass es nicht regnen möge,
und es regnete nicht auf der Erde drei Jahre
und sechs Monate.
Ich möchte euch alle herzlich begrüßen, nicht nur die, die hier im Raum sind,
auch die, die vielleicht von außerhalb zugeschaltet sind und mit zuhören.
Unser Thema ist
das Gebet.
Und ich glaube, ihr stimmt mit mir überein, das Gebet ist eins der großen
Vorrechte, die wir als Kinder Gottes haben dürfen und vielleicht manchmal
auch nicht so schätzen, wie
es die Sache wert ist.
Dass wir Menschen in uns selbst schwach,
klein, unbedeutend,
mit vielen
Grenzen und Beschränkungen, dass wir zu dem großen allmächtigen Gott
kommen dürfen,
mit ihm reden dürfen,
ihm all unsere Anliegen sagen dürfen,
ihm tatsächlich bitten dürfen, dass er was tut für uns,
ihm auch danken dürfen,
das ist gewaltig.
Ist ja in der Firma schon schwierig, mit dem Chef zu reden, oder?
Da braucht es manchmal 14 Tage, manchmal
noch länger, bis man mal einen Termin bekommt,
geschweige denn,
anderen hochgestellten Personen auf dieser Erde,
aber der, der über allem steht, der allmächtige, allgegenwärtige, allwissende
Gott, zu dem dürfen wir jederzeit kommen
und mit ihm sprechen.
Wir beten zu Gott, unserem Vater,
dürfen als Kinder zu ihm kommen, wir beten zu dem Herrn Jesus,
wir beten nicht zu dem Heiligen Geist,
aber wir dürfen beten im Heiligen Geist, wie es im Judasbrief
steht und der Heilige Geist,
der verwendet sich sogar für uns
mit unaussprechlichen Seufzern.
Wir wollen etwas nachdenken über diese Männer im Alten Testament
und uns ihr Gebetsleben anschauen, heute Abend den Elia
und ich möchte gerne sechs Gelegenheiten vorstellen,
bei denen
Elia gebetet hat.
Wir haben das gemerkt im Jakobusbrief,
nicht nur einmal, sondern anhaltend, ernstlich.
Sechs verschiedene Begebenheiten und damit wir es vielleicht so ein kleines
bisschen besser
mitnehmen können, auch nach Hause, möchte ich zu jeder Begebenheit versuchen
vier Punkte zu sagen.
Hier ist die erste Begebenheit.
Elia betet ernstlich.
Er betet, dass es nicht regnen soll in Israel
und das Gebet wird erhört.
Das ist interessant, oder?
Gott, der gesagt hat, es soll nicht aufhören, Saat und Ernte, Sommer und Winter,
Frost und Hitze, Tag und Nacht,
der hört auf das Gebet von Elia und lässt es
drei Jahre und sechs Monate nicht regnen.
Die vier Punkte zu dieser Gelegenheit sind folgende. Erstens,
Elia betet
in Übereinstimmung mit Gottes Wort.
Das ist der erste Punkt. Warum?
Nun Gott hatte
das im Alten Testament vorausgesagt,
wenn sein Volk
sich andere Götter suchen soll, würde,
wenn sein Volk ungehorsam sein würde,
dann würde der Himmel den Regen zurückhalten.
Insofern betete Elia tatsächlich in Übereinstimmung mit Gottes Wort.
Das ist vielleicht ein erster Punkt, den wir auch für uns in unser Gebetsleben
mitnehmen dürfen.
Wir brauchen nie
für etwas beten, was nicht in Übereinstimmung ist mit Gottes Wort.
Das wird sowieso nicht
so kommen.
Wir dürfen unser Gebetsleben
ausrichten an Gottes Wort, damit wir
beten in Übereinstimmung mit Gottes Wort.
Aber jetzt kommt ein zweiter Punkt dazu.
Grundsätzlich war das Gebet
von Elia, dass es nicht regnen möge in Übereinstimmung mit Gottes Wort.
Aber dass das gerade jetzt zu dieser Zeit
so sein sollte,
das stand ja nicht
im fünften Buch Mose.
Warum nicht schon bei einem früheren König?
Warum nicht erst bei einem späteren?
Wenn Elia also betet, betet er nicht nur grundsätzlich in Übereinstimmung mit
Gottes Wort, sondern er betet auch
im richtigen Augenblick das Richtige.
Und dazu ist es nötig,
wirklich in einer
Gemeinschaft, in einer gepflegten und gelebten Gemeinschaft mit Gott zu sein.
Und das wird hier in unserem Vers, den wir in Erste Könige 17 gelesen haben,
mit diesen Worten
beschrieben, dass Elia sagt, der Herr
vor dessen Angesicht ich stehe.
Elia lebte also ganz bewusst vor dem Angesicht Gottes.
Und wenn man vor dem Angesicht eines
anderen lebt, dann hat man Blickkontakt.
Dann steht da nichts dazwischen.
Dann ist da
Blickkontakt, dann sieht man
in dem Angesicht des Gegenüber die Empfindungen.
Dann kommt es eben dazu,
dass Elia nicht nur grundsätzlich in Übereinstimmung mit Gottes Wort betet,
sondern auch
konkret in dieser Sache,
in dieser Zeit
wirklich genau das richtige Gebetsanliegen hatte.
Ich für mich kann also sagen, ich denke ihr werdet mir zustimmen,
das ist bei uns nicht oft so, oder?
Aber das Schöne ist,
Elia war ein Mensch mit gleichen Empfindungen wie wir
und er beweist uns, dass es möglich ist.
Er beweist uns, dass es möglich ist.
Bei dem Herrn Jesus, da war das jederzeit
so, da konnte er sogar in Johannes 11 sagen, ich wusste, dass du mich erhörst.
Trotzdem hat er gebetet,
um der Volksmenge willen.
Ich wusste, dass du mich erhörst.
Wir können auch so beten, erst Johannes 5 wird das beschrieben,
aber wir müssen
jetzt nicht denken und meinen, wir dürften Gott nicht einfach das sagen,
was auf unserem Herzen liegt.
Wenn wir natürlich etwas haben, was auf dem Herzen liegt, was nicht in
Übereinstimmung ist mit Gottes Wort,
dann sollten wir das
aus unserem Herzen wegtun.
Dann brauchen wir das Gott auch nicht zu sagen, dann können wir ihn höchstens bitten, uns
dabei zu helfen, es wegzutun.
Aber wenn es grundsätzlich in Übereinstimmung mit Gottes Wort ist,
dann dürfen wir ihm alles sagen, zu jeder Zeit.
Auch wenn wir nicht wissen, ob es jetzt gerade
das ist,
was in der konkreten Situation
seinen Gedanken entspricht. Aber wir dürfen ihm einfach frei und offen sagen,
wie es uns ums Herz ist.
Unser Gott und Vater kennt das Herz ja sowieso und er wünscht,
dass wir in diesem Vertrauen zu ihm leben, dass wir es ihm einfach sagen.
Ob wir dann nun dazu sagen,
wenn es dein Wille ist oder ob wir das nicht dazu sagen, wenn das unsere
Herzenshaltung ist, dann dürfen wir ihm einfach sagen,
was uns beschäftigt und bewegt.
Wir haben gelesen 1. Könige 17, Vers 1
und Jakobus 5,
ich glaube Vers 17.
Bei Elia war es also hier tatsächlich so, weil er so
vor dem Angesicht des Herrn stand und lebte,
da betete er nicht nur was, was grundsätzlich in Übereinstimmung ist mit Gottes Gedanken,
sondern
was auch in der Situation ganz konkret
Gottes Plan, Gottes Wille, Gottes
Gedanke war.
Ein dritter Punkt,
in Verbindung mit dieser ersten Begebenheit, wir haben das gelesen in Jakobus 17,
Elia betete ernstlich.
Wörtlich heißt das
betend beten oder mit Gebet beten.
Warum diese Doppelung?
Ich meine es zeigt, dass er
mit Intensität,
mit ganzem Herzen
und in echter Abhängigkeit,
beten ist ja ein Zeichen von Abhängigkeit,
mit Gott sprach und Gott diese Bitte vorlegte.
Ernstlich.
Nun müssen wir uns keine
besonderen Regeln
auferlegen im Blick auf Gebet, dass es ernstlich ist, aber es darf aus dem
ganzen Herzen kommen.
In dieser
gelebten, gefühlten Abhängigkeit von unserem Gott,
dass wir ihm unsere Bitten, unsere Anliegen, die Themen die uns bewegen
wirklich
ernstlich
mit ganzem Herzen vorstellen.
Dann kommt ein vierter Punkt, den ich gerne hier sagen möchte.
Elia hat gebetet,
aber er hat auch gehandelt.
Er hat gebetet
und dann hat er sich aufgemacht
und ist zu diesem König gegangen
und hat dem König das gesagt, was passieren würde.
Beten
und
handeln.
Wir dürfen im Gebet Gott alles sagen,
aber Gott wird uns auch zeigen, was er von uns erwartet, was wir tun.
Und da merken wir etwas von dieser
Ernsthaftigkeit oder
von diesem ernstlich
Beten bei dem
Elia, es war ihm also eine Sache,
die in seinem Herzen so
einen Platz hatte,
dass er tatsächlich den Mut hatte, zum König zu gehen und dem das auch zu sagen.
Es war ja nur keine gute Botschaft, die er dem König brachte
und die Könige konnten das eigentlich nicht so gut haben,
wenn man keine gute Botschaft brachte.
Das war also durchaus gefährlich für den Elia.
Außerdem war es natürlich auch gefährlich, wenn er das jetzt sagt,
es wird nicht regnen, außer auf mein Wort
und dann kommt das anders, dann wäre auch schlecht gewesen.
Aber Elia hat diesen Mut erbetet und
erhandelt.
Und da zeigt sich sein Vertrauen zu Gott.
Die erste Begebenheit
in Verbindung mit dem Gebet
im Leben
Elias.
Er sagt dem König ja nicht, ich habe gebetet.
Hätten wir nicht Jakobus 5, wüssten wir nicht,
dass das wirklich
in Verbindung mit ernstlichem Gebet war.
Aber Jakobus 5
zeigt uns das
und so hat er gehandelt,
aber nicht ohne zu beten.
Und er hat gebetet,
aber nicht ohne
zu handeln. Es ist tatsächlich so gekommen,
es hat drei Jahre und sechs Monate nicht
geregnet. Das war ein schweres Gericht.
Es gab Hunger in Israel,
aber dieses Gericht sollte natürlich einen Zweck verfolgen.
Aber darauf kommen wir noch.
Wir lesen eine zweite Begebenheit
aus dem gleichen Kapitel. Erste Könige 17.
Ich lese zuerst Vers 17, weil er die Situation beschreibt. Und es geschah
nach diesen Dingen,
da wurde der Sohn der Frau der Hauswirtin krank
und seine Krankheit wurde sehr schwer,
sodass kein Odem mehr in ihm blieb.
Das heißt auf gut deutsch, dass dieser Sohn gestorben ist.
Dann geht diese Frau, die Mutter, zu dem Elia,
sagt ihm diese Not.
Und dann Vers 19, Elia sprach zu ihr, gib mir deinen Sohn her. Und er nahm ihn
von ihrem Schoß und brachte ihn hinauf in das Obergemach, wo er wohnte und legte
ihn auf sein Bett.
Und er rief zu dem Herrn und sprach, Herr mein Gott,
hast du gar an der Witwe, bei der ich mich aufhalte, übel getan ihren Sohn zu
töten?
Und er streckte sich dreimal über das Kind und rief zu dem Herrn und sprach,
Herr mein Gott,
lass doch die Seele dieses Kindes wieder in sein Inneres zurückkehren.
Der Herr hörte auf die Stimme Elias
und die Seele des Kindes kehrte wieder in sein Inneres zurück und
es wurde
lebendig.
Die zweite Begebenheit,
wo wir im biblischen Bericht finden, dass Elia betet. Es war eine Gelegenheit,
wo es eine große Not gab und es war eine Not, die
Elia gar nicht ganz persönlich betraf, sondern diese
Frau,
bei der er wohnte.
Und da lernen wir wieder
vier
Dinge
über das Gebet.
Das erste,
wir haben hier gelesen zweimal,
dass Elia rief.
Vers 20
und Vers 21. Elia
ruft.
Da merken wir,
das Gebet ist
intensiv.
Es ist ein Schreien.
Es ist ein Rufen.
Nicht einfach nur ein Reden,
sondern
die ganze Not,
die Elia mitfühlte mit dieser Frau,
die kommt
darin zum Ausdruck, dass er ruft.
Wir dürfen rufen.
Wir dürfen schreien
im Gebet.
Das muss nicht unbedingt messbar sein an der Lautstärke unserer Stimme, kann es
aber durchaus.
Aber es ist einfach so eine Beschreibung,
mit welcher Intensität diese Not gefühlt wird
und sie auch wirklich vor den Herrn gebracht wird.
Ein Bruder erzählte mir mal, das gebe ich mal kurz weiter,
weil es zu diesem Rufen passt.
Er hatte sich bekehrt durch ein Traktat, was ihm auf dem Markt
zugesteckt worden war.
Er hatte wirklich Freude
des Heils gefunden, aber er hatte das tiefe Bedürfnis, sich mit
Glaubensgeschwistern austauschen zu können und er war ganz alleine.
Dann hat er eine Zeit lang dafür gebetet,
dass der Herr ihm Glaubensgeschwister zeigt, mit denen er reden kann, mit denen er
sich austauschen kann, mit denen er sich versammeln kann.
Erzählte er mir, eines Tages, da wurde diese
Not, dieses Bedürfnis so groß, da bin ich tatsächlich rausgegangen
aufs Feld und ich habe laut geschrien.
Herr, zeig mir doch welche.
Am Abend klingelt es an der Tür.
Da steht einer vor ihm mit Anzug,
Krawatte.
Er macht die Tür auf.
Oh, krieg ich einen Schreck, sind sie von den Zeugen Jehovas?
Ne, sagt er.
Ich bin vom Herrn Jesus.
Ach so, dann kommen sie rein.
Und da hat er Glaubensgeschwister gefunden.
Er kam von der Arbeit, deswegen war er so angezogen, aber auf dem Rückblick von der Arbeit
klingelte er da.
Er hat geschrien, an diesem Tag.
Und der Herr hat das Gebet erhört.
Ich will damit nicht sagen, dass man erst schreien muss, bevor ein Gebet erhört wird,
aber ihr versteht,
dass diese Not tatsächlich so aus diesem Mann rauskam und mit welcher
Freude, mit welchem Glück
hat er das erlebt.
Es war nicht umsonst.
Wir dürfen wirklich,
ich will es andersrum sagen, wir müssen
kein Geheimnis
aus unseren Empfindungen machen,
aus der Not, die wir empfinden,
sondern wir dürfen das Gott wissen lassen.
Und wenn es im Rufen
und im Schreien ist.
Das zweite,
Elijah betet,
aber er betet aus einer bestehenden Beziehung zu Gott heraus.
Das merkt man daran, dass er sagt, Herr,
Herr,
Herr ist ja sowieso
Yahweh, der ich bin, der ich bin, zweite Mose 3,
dieser Name, den Gott angenommen hat,
als er eine Beziehung zu seinem Volk Israel eingegangen ist, aber dann sagt
er auch, Herr,
mein Gott,
Herr, mein Gott.
Da ist also eine bestehende Beziehung.
Das heißt,
Elijah fängt nicht an zu beten,
als er mit dieser Not konfrontiert wird,
sondern er lebte vorher in dieser Beziehung.
Und deswegen konnte er in dieser
gelebten Beziehung
Gott
auch die Not
bringen.
Man kann es auch darin erkennen,
dass er diesen Jungen, der gestorben war,
mitnimmt in dieses Obergemach und da hat man gelesen, dass er da wohnte.
Das beschreibt ja auch, dass er
diese Gemeinschaft, diese Beziehung mit Gott lebte.
Und aus dieser gelebten Beziehung
zu Gott
heraus
bringt er jetzt auch
diese Not.
Ein dritter Punkt,
ganz besonders,
wenn man für die Not eines anderen betet, Vers 21, er streckte sich dreimal
über das Kind.
Ich meine, das zeigt,
dass Elijah sich mit der Not eins macht.
Er betet,
aber er macht sich auch eins
mit dieser Not,
mit diesem Jungen, der gestorben war.
Er beugt sich dreimal über ihn.
Das ist auch für mich
und vielleicht für uns alle so eine
eine Frage.
Wir sagen das ja oft, ja, ja, ich bete dafür.
Dann sagt uns einer seine Not und wir sagen, ja, ich bete dafür.
Dann machen wir es vielleicht einmal,
vielleicht auch zweimal,
vielleicht fällt es uns ein paar Wochen später nochmal ein oder wenn wir nochmal eine Nachricht bekommen.
Aber die Frage ist, machen wir uns wirklich auch eins damit, innerlich eins damit.
Es ist wahr, wir können nicht
die Not der ganzen Welt auf uns laden, das stimmt, aber dass man
mit einer echten
Identifizierung, mit einem echten Eins machen,
auch dafür betet.
Das muss man nicht unbedingt mit großen Worten
verkünden, aber da genügt vielleicht ein Händedruck,
dass man
den,
der in einer schwierigen Situation ist, vielleicht einfach mal in den Arm nimmt.
Dass man
nicht innerlich unbeteiligt bleibt,
kann man ja trotzdem beten.
Ich denke jetzt auch mal so an die
an das gemeinsame Gebet.
Dann kniet man da wohl und
dann kommt eine Pause und dann überlegt man, wir haben lange nicht für die Missionare gebetet.
Ah ja, könnte man ja noch für die Missionare beten, also das geht mit dem Gedanken ab.
Ja, man betet dafür, aber ist man wirklich innerlich
beteiligt an der Sache?
Ich begegnete mal einem Bruder,
der kam von der Arbeit zu Fuß
und wir trafen uns und
unterhielt uns ein bisschen und da sagte er,
oh schön, dass wir uns getroffen haben. Ich habe gerade die ganze Zeit überlegt,
wir haben heute Abend Gebetsstunde.
Was könnte denn ein Anliegen sein heute Abend in der Gebetsstunde?
Jetzt hat er sich das nicht notiert, um das dann
alles zu beten, aber ich fand das
wirklich interessant, dass er sich so
innerlich vorbereitete.
Und da merkt man ja, da hat er sich damit beschäftigt, da hat er sich mit der
Sache eins gemacht. Ob dann nun an dem Abend dafür gebetet wurde oder nicht,
aber
ja, Elia beugt sich dreimal
über das Kind, er macht sich
eins mit dieser Not und betet.
Und vielleicht einen vierten und letzten Punkt in Verbindung mit dieser Begebenheit,
man kann ja überall beten, oder?
Er hätte doch auch unten im Wohnzimmer bei der Frau beten können.
Aber er nimmt diesen Jungen mit in sein Obergemach.
Einen Aspekt hatte ich eben schon
gesagt, dass dieses Wohnen im Obergemach sicherlich ein Hinweis darauf ist, dass
Elia in dieser Gemeinschaft mit Gott lebte.
Aber vielleicht ist
auch noch ein Punkt da.
Trotz aller Betroffenheit, trotz aller
inneren Einsmachung mit der Not,
kommt Elia doch,
oder er bemüht sich zumindest darum,
zur Ruhe
vor Gott.
In diesem Obergemach, da war er mit dem Jungen alleine und betete dann zu seinem Gott.
Das ist dieser Wunsch zur Ruhe zu kommen
in der Gegenwart Gottes.
Ich bin da in Philippa 4.
Da wird als die erste oder
die Antwort Gottes auf Gebet gesagt, der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt,
wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren
in Christus Jesus.
Dann kommt man innerlich zur Ruhe.
Letzte oder vorletzte Woche sprach ich mit einem Bruder, bei dem es auch im Moment
sehr turbulent zugeht. Viele Schwierigkeiten, die
in seinem Leben so da sind.
Und da sagt er, dann fühlt man sich manchmal wie in einem Wirbelsturm.
Aber dann gibt es einen Ort,
wo es Ruhe gibt.
Und das ganz in der Mitte,
wo man
bei und mit dem Herrn
zur Ruhe kommen kann.
Und dann guckst du, und dann dreht sich nach außen,
dreht sich,
dreht sich immer noch so, genauso schnell,
und doch ist Ruhe da.
Und das kannst du nicht mit Verstand erklären.
Aber das ist, was der Herr
schenken möchte.
Auch dieses Gebet von Elia wird erhört.
Und es ist
zur Ehre
Gottes.
Wir lesen dann
eine dritte Begebenheit in Kapitel 18.
Erste Könige 18, Vers 36.
Und es geschah zur Zeit, da man das Speisopfer opfert.
Da trat Elia, der Prophet, herzu und sprach, Herr Gott Abrahams, Isaacs und
Israels,
heute werde kund, dass du Gott in Israel bist, und ich dein Knecht, und dass ich
nach deinem Wort dies alles getan habe.
Antworte mir, Herr, antworte mir,
damit dieses Volk wisse, dass du Herr der Gott bist,
und dass du ihr Herz zurückgewandt hast.
Da fiel Feuer des Herrn herab und verzehrte das Brandopfer und das Holz
und die Steine und die Erde
und das Wasser, das im Graben war,
leckte es auf.
Und als das ganze Volk es sah, da fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen,
der Herr, er ist Gott, der Herr, er ist Gott.
Nun hier betet Elia
im Blick auf eine traurige Situation im Volk
Israel, im Volk Gottes.
Da gab es so viele Baalspriester,
450 werden genannt in Vers 22,
und das Volk diente
dem Baal
und diente gar nicht mehr dem wahren Gott.
Und in dieser Situation, in dieser Not betet
Elia
und ich möchte wieder vier
Gedanken sagen,
da stecken sicherlich noch viel mehr drin, aber
irgendwie müssen wir auch durch das Thema durchkommen.
Der erste Punkt ist,
wenn Elia betet im Blick auf eine Not im Volk Gottes,
dann hat er das ganze Volk Gottes im Auge.
Er hat vorher einen Altar gebaut
aus zwölf
Steinen,
Vers 31, Elia nahm zwölf Steine
nach der Zahl der Stämme der Söhne
Jakobs,
an den das Wort des Herrn ergangen war, in dem er sprach, Israel
soll dein Name sein. Er hat das ganze Volk Gottes im Auge
und das ist der Hintergrund vor dem er
betet.
Ein zweiter Punkt,
es geht Elia
um die Ehre Gottes.
Vers 37, damit dieses Volk wisse, dass du Herr
der Gott bist und dass du
ihr Herz
zurückgewandt hast.
Ja, es ging Elia nicht um seine Ehre,
es ging um Elia, um die Ehre Gottes.
Das macht sein Gebet aus,
darum geht es ihm.
Wir sehen auch heute manche Not im Volk Gottes, wir wollen nie aus dem Auge
verlieren,
dass das Volk Gottes ein Volk ist, dass es die eine Versammlung gibt,
zu der alle Erlösten gehören.
Und wenn wir
im Blick auf Not im Volk Gottes beten, dann wollen wir das wirklich
so vor Augen haben. Und das zweite ist,
wir wollen die Ehre Gottes
im Auge haben
und diesen
Wunsch,
dass das Volk,
dass die Gläubigen,
damals hier bei Elia,
das Volk Israel,
im Herzen
zurückgeführt wird
zu Gott.
Ein dritter Punkt,
dieses Gebet,
das Elia hier spricht,
das ist an Kühnheit wohl kaum
zu übertreffen.
Ich finde das krass.
Dann lässt er da einen Graben ausheben,
um diesen Altar.
Dann lässt er diesen Graben voll mit Wasser schütten.
Dann schüttet er Wasser über das Opfer, über das Brandopfer, über das Holz und
jeder weiß, wenn man Wasser über Holz schüttet,
dann gibt es das nichts mit Feuer, oder?
Keiner macht das, wenn er den Ofen anzünden will, erst Wasser über das Holz
gießen.
Warum macht Elia das? Elia will ja nicht irgendwas Spektakuläres
da veranstalten, irgendwas,
was in der Bild-Zeitung auf Seite 1 steht, darum geht es ihm ja gar nicht.
Oder bei Google
erster Platz.
Es geht ihm darum, dass
für jeden völlig klar wird, hier handelt Gott.
Darum geht es ihm.
Was er da vorher den Balspriestern alles schon erzählt hatte,
die sollte man ein bisschen lauter rufen und
was ihr Bal da gerade alles für
Themen hat, warum er nicht hören kann.
Und jetzt
macht er das tatsächlich mit diesem Wasser.
Er betet kühn.
Und das ist nicht einfach.
Ihr Lieben, das ist nicht einfach.
Und das hat der Elia auch nicht aus dem Ärmel geschüttet.
Das hat den Elia Glaubenskraft
gekostet.
Das sieht man auch dann im nächsten Kapitel,
dass er erschöpft war, dass er
kraftlos war.
Das hat er nicht einfach so getan.
Er sagt das ja später auch, dass er mit großem Eifer eingetreten ist für Gott.
Und das ist zunächst einmal sehr gut gewesen.
Und diese Kühnheit seines Betens, diese Kühnheit seines Glaubens,
die hat Gott
belohnt.
Jetzt hat mal jemand
von diesem 3K
bei unseren Bitten gesprochen. Habt ihr wahrscheinlich auch schon
gehört, oder?
Konkret,
kurz, kühn.
Manchmal hat man den Eindruck, je länger
das Gebet wird, desto weniger ist es konkret und kühn.
Konkret,
kurz, kühn.
Aber wie gesagt,
es war,
kam aus Glauben,
aus einer Glaubenskraft heraus,
dass Elia so kühn betete.
Und dann ein vierter Punkt,
das ist so ein Detail,
der zu beiläufig genannt wird.
Es geschah Vers 36 zur Zeit,
da man das Speisopfer opfert.
Warum steht das da?
Nun, der Hintergrund ist der,
dass es ein beständiges
Brand- und Speisopfer gab.
Jeden Morgen
und jeden Abend
wurde auf dem Brandopferaltar
ein Brandopfer und ein Speisopfer gebracht.
Speisopfer wurde ja, ich glaube, zu gar keiner Gelegenheit alleine gebracht.
Es war immer,
gehörte immer dazu, zu einem Brandopfer zum Beispiel.
Und hier geht es um das beständige
Brand- und Speisopfer.
2. Mose 29 können wir die Vorschrift dazu nachlesen.
Und wovon spricht dieses beständige Opfer?
Es spricht davon, dass das Volk
beständig angenommen ist bei Gott
aufgrund des Opfers.
Und in diesem Bewusstsein betet Elia.
In dem Bewusstsein der Annahme
bei Gott.
Und diese Annahme bei Gott ist nicht in seiner eigenen
Treue begründet, ist auch nicht in seinem Prophetenamt begründet,
ist auch nicht in der Kühnheit seiner Bitte begründet, sondern diese Annahme
bei Gott ist im Opfer begründet.
Und in diesem Wissen dürfen wir auch freimütig zu Gott kommen.
Vielleicht haben wir dann Römer 8 im Hinterkopf.
Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht geschont, sondern ihn für uns alle
hingegeben hat, wie wird er uns
mit ihm nicht auch alles schenken?
Das ist Annahme bei Gott.
Er hat seinen eigenen Sohn gegeben.
Meinst du,
dann würde er uns irgendetwas vorenthalten,
was wir brauchen, was gut für uns ist?
Ich lese mal einen Vers aus der Offenbarung aus Kapitel 8.
Da wird eine Situation beschrieben,
hier auf der Erde,
wo wir schon längst nicht mehr hier sind.
Wir sind dann schon
bei Christus im Himmel.
Er ist schon gekommen zur Entrückung, wir sind schon bei ihm, aber auf der Erde
werden noch Gläubige
sein und diese Gläubigen werden durch große Schwierigkeiten gehen.
Und dann lese ich Offenbarung 8, Vers 3
und ein anderer Engel kam, ich glaube dieser andere Engel hier,
der zeigt uns den Herrn Jesus selbst.
Ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar und er hatte ein goldenes
Räucherfass
und es wurde ihm viel Räucherwerk gegeben,
damit er Kraft gebe den Gebeten aller Heiligen
auf dem goldenen Altar, der vor dem Thron ist. Und der Rauch des Räucherwerks
stieg mit den Gebeten der Heiligen auf,
aus der Hand des Engels vor Gott.
Seht ihr, da werden die Gebete der Gläubigen,
die sie sprechen in ihrer Not, die werden begleitet
von diesem Rauch des Räucherwerks.
Hier geht es nicht um den Brandopferaltar, hier geht es um den Räucheraltar,
wo die ganze
Vortrefflichkeit und der ganze Wohlgeruch der
Personen des
Opfers des Herrn Jesus beständig aufsteigt zu Gott.
Das heißt die Gebete der Gläubigen
kommen nicht alleine
isoliert für sich an bei Gott, sondern sie werden begleitet
von der ganzen Herrlichkeit,
die der Herr Jesus und sein Werk
in den Augen Gottes hat.
Hier ist es das Speisopfer zusammen mit dem Brandopfer auf dem Räucheraltar
und in dem Augenblick, wo
dieses
Opfer auf dem Altar
geopfert wurde, in dieser Zeit, da betet
Elia. Er betet
in dem Bewusstsein, dass er angenommen ist bei Gott
im Opfer.
Elia war hier nicht in Jerusalem, wo dieser Altar stand.
Elia war ja hier im Nordreich
in Verbindung mit dem König Ahab.
Elia selbst kam wohl von der
Ostseite des Jordan,
aber er wusste um diese Annahme
bei Gott.
Wir lesen die vierte Begebenheit.
Erste Könige 18
Vers 42 in der Mitte
Elia aber stieg auf den Gipfel des Karmel
und er beugte sich zur Erde und legte sein Angesicht zwischen seine Knie.
Und er sprach zu seinem Diener, geh doch hinauf, schau zum Meer hin.
Und er ging hinauf und schaut und er sprach, es ist nichts da.
Und er sprach, geh wieder hin, siebenmal.
Das geschah beim siebten Mal, da sprach er, siehe eine Wolke klein
wie die Hand eines Mannes steigt aus dem Meer herauf.
Da sprach er, geh hinauf, sprich zur Ahabspanne an und fahre hinab,
daß der Regen dich nicht aufhalte.
Wir müssen dazu auch nochmal aus Jakobus 5 lesen.
Jakobus 5 Vers 18
Und wieder betete er, Elia,
und der Himmel gab Regen,
und die Erde brachte ihre Frucht hervor.
Ich lese auch noch Vers 16b
die Überschrift
über dieses Beispiel Elias und seines Gebets, das inbrünstige Gebet eines
Gerechten
vermag viel.
Ich möchte auch hier gerne wieder vier Punkte sagen.
Das erste, der Ort
an dem Elia betet.
Er steigt auf den Gipfel
des Karmel.
Karmel, dieser Name des Berggipfels kann man übersetzen mit
Fruchtgefilde.
Der Karmel
und die Bedeutung seines Namens ist an mancher Stelle im Alten Testament
ein Hinweis auf die Segenszeit, die das Volk Israel in der Zeit des
tausendjährigen Reiches erleben wird.
Wir werden auch Elisa,
wenn wir weiterlesen würden, auf dem Karmel finden.
Der Karmel ein
prophetischer Hinweis auf den Segen, den das Volk Israel in der Zeit des
tausendjährigen Reiches
bekommen wird.
Und wenn Elia gerade dahin geht und gerade da betet,
dann weiß er,
dass Gott Segen versprochen hat.
Dann weiß er, dass es Gottes Absicht ist zu segnen.
Dann weiß er, dass Gott Verheißungen gegeben hat zum Segnen
und dass diese Verheißungen sich auch erfüllen würden.
Und auf diese Verheißungen legt er sozusagen seine Hand,
mehr noch als seine Hand, er geht selber dahin.
Er stützt sich auf die Verheißung Gottes, der gesagt hat,
ich werde euch segnen.
Und dann kann es sein, dass die aktuelle Situation überhaupt nicht danach aussieht.
Auch dieser Knabe Elias, der wird mehrmals geschickt
und man sah nichts.
Und doch stützt sich Elia auf die Verheißungen Gottes.
Das dürfen wir auch tun.
Und wir verstehen manchmal nicht,
was los ist und warum sich noch nichts ändert.
Wir begreifen es manchmal nicht und wir können auch nicht erklären,
wie das, was jetzt gerade passiert, zum Guten mitwirken soll, auch wie der Römer 8.
Aber es ist nicht der Punkt, dass wir das begreifen,
der Punkt ist, dass wir es im Glauben festmachen, doch,
auch wenn ich nicht weiß wie, auch wenn ich es nicht einsortieren kann gerade,
aber Gott hat Verheißungen gegeben
und er wird dazu stehen.
So wie Paulus auch in Philippa 4 am Ende
das so ausdrückt, mein Gott, mein Gott, sagt er da,
wird euch alles Nötige geben.
Und dann kommt was, das finde ich überwältigend, nach seinem Reichtum.
Nicht nach unseren Bedürfnissen, nach seinem Reichtum.
Dieses Vertrauen hatte Paulus
im Gefängnis, im Gefängnis zu Gott.
Ich möchte das hiermit verbinden,
dass der Elia auf den Gipfel des Karmes steigt. Und auf einen Gipfel zu steigen ist nicht einfach.
Das weiß jeder, der es mal probiert hat.
Und für uns ist es auch manchmal,
braucht es Energie, Glaubensenergie, um wieder auf den Gipfel des Karmes zu steigen,
um uns wieder
ja, an die Verheißungen Gottes zu klammern.
Dann betet er und die Haltung, die ist auch irgendwie
besonders, er beugt sich zur Erde und legt sein Angesicht zwischen seine Knie.
Er beugt sich zur Erde,
ich meine er zeigt damit seine
seine Abhängigkeit und seine Demut vor Gott, das Angesicht zwischen den Knien.
Ich habe das noch nicht versucht mal nachzumachen, aber
er macht das ja hier auch eine längere Zeit und mehrmals.
Das ist ja auch mit einer gewissen Energie verbunden.
In dieser Haltung betet er, wo er sich selber klein macht und wo er alles
von Gott erwartet.
Wenn man das mal in der Bibel studieren würde, dann findet man ganz
ganz viele Gebetshaltungen.
Man kann im Stehen beten, man kann die Hände erheben zum Beten.
Es gibt so viele Gebetshaltungen, deswegen machen wir da auch
kein Gesetz daraus. Es gibt sicher auch gute Gewohnheiten,
die man auch nicht unbedingt verändern muss, aber
wir wollen da überhaupt kein Gesetz draus machen. Diese Haltung,
die Elia hier einnimmt, die zeigt aber etwas
davon wie er vor Gott steht.
Ein dritter Punkt, er betet um Regen.
Der Ahab war immer noch da.
Die Isebel war immer noch da.
Und trotzdem betet er um Regen.
Und ich meine das wirft auch Licht
auf sein Beten für Trockenheit.
Es ging ihm nicht um Schaden für das Volk Gottes.
Es ging ihm darum, dass das Volk im Gewissen getroffen wird und zurückgeführt wird.
Und deswegen betet er jetzt hier auch wieder
um Segen.
Er betet
für Regen, dass es wieder Gutes gibt.
Und es ist irgendwie sein großer Wunsch,
dass das Volk dadurch wirklich zur Umkehr kommt. Einmal,
dass das Gewissen angesprochen wird, dadurch dass es
keinen Regen gab, dass es Gericht gab,
aber dann auch, dass die Herzen
gewonnen werden, dadurch dass Gott wieder Regen gibt.
Wir finden das öfter in der Bibel.
Ich denke an das Buch Ruth.
Die Naomi musste schweres erleben. Ihr Mann stirbt, ihre beiden Söhne sterben,
aber ihre Füße kehren erst zurück
nach Bethlehem, als sie hört, dass es wieder Brot gibt.
Das sind diese beiden Ansprachen. Einmal ans Gewissen,
einmal ans Herz.
Auch der jüngere Sohn im Lukas Evangelium.
Es ging echt tief runter, oder? Bis zu den Schweinen.
Aber die Schweine haben ihn nicht zurückgebracht.
Er kehrte um, als er sich erinnerte an das, was es im Haus des Vaters gab.
Und in diesem Sinn betet Elia
und wünscht, dass es wieder regnet.
Ich möchte einen vierten Punkt mit dieser Begebenheit verbinden.
Das was Jakobus als Überschrift schreibt, das inbrüngstige Gebet eines
Gerechten vermag viel.
Auch dieses Gebet hier von
Elia wurde erhört.
Und doch finde ich es auch wirklich schön, dass da steht,
es vermag viel.
Aber es steht nicht, es macht alles.
Der, der was tut, ist Gott.
Und Gott bleibt souverän.
Und weißt du,
es ist auch nicht richtig,
wenn wir irgendwie uns gegenseitig Angst machen,
ja, wenn man zu viel betet, oder wenn man zu intensiv betet, oder
dann passiert sowas, wie das im Psalm steht, ja dann gab er ihnen ihr Begehr,
aber er sandte Magerkeit in ihre Seelen. Manchmal wird dieser Vers genommen und
dann wird so richtig Angst gemacht, dass man betet.
Ich finde das nicht,
das ist nicht der Punkt.
Der Punkt war,
dass das Volk in einer ganz falschen Gesinnung betete.
Die beteten mit Sehnsucht nach Ägypten.
Ja und dann kann natürlich sein,
wenn wir beten, damit wir möglichst viel von der Welt erleben und
dann kann es sein, dass Gott uns das gibt, aber es gibt Magerkeit.
Aber das ist nie ein Argument, dass wir nicht Gott intensiv
das sagen dürfen,
das inbrüngstig vorstellen können,
was uns
als Not, als Thema, als Anliegen
auf der Seele liegt.
Gott ist und bleibt souverän
und wenn er es nicht tun will, dann tut er es auch nicht, dann kann ich noch so lange beten.
Aber ich darf es ihm sagen.
Der Prophet Jesaja sagt mal,
ihr, die ihr den Herrn erinnert, gönnt euch und ihm keine Ruhe.
So dürfen wir beten.
Mir gibt das tiefen Frieden, tiefe Ruhe. Das inbrüngstige Gebet eines Gerechten
vermag viel,
aber ich muss keine Angst haben,
dass irgendetwas passiert,
was mein weiser und liebender Vater gar nicht will.
Er ist souverän,
aber ich darf ihm alles sagen, was mich bewegt. Auch dieses Gebet hier wird erhört
sieben mal, sieben mal.
Dauert ganz schön lange, oder?
Hätte Gott nicht beim dritten Mal schon reagieren können?
Sieben mal.
Wir kennen das auch aus unserem Leben.
Manchmal dauert es lange
und wir gehen vielleicht wieder und gucken
an den Himmel
und es ist nichts da.
Aber beim siebten Mal war doch was da.
Und dann war es eine Wolke, nur so klein
wie die Hand eines Mannes.
Aber das genügte Elia.
Und in dieser Glaubenskraft sagt er
zu dem Ahab
Los, gib Gas, würden wir sagen. Spann an und fahre.
Beeil dich, damit du nicht
vom Regen
aufgehalten wirst.
Nun, Elia macht die Strecke zu Fuß bis nach Israel.
Und dann kommt die
fünfte Begebenheit,
wo Elia betet.
Kapitel 19
Vers 4
Er selbst aber ging in die Wüste,
eine Tagereise weit, und kam
und setzte sich unter einen Ginsterstrauch
und erbart, dass er sterben dürfe.
Und sprach,
es ist genug, nimm nun her meine Seele,
denn ich bin nicht besser
als meine Väter.
Ich möchte auch zu diesem Gebet wieder vier Punkte sagen.
Der erste Punkt, Elia ist
enttäuscht.
Es ist nicht so gekommen, wie er es sich erhofft hatte.
Durch das Eingreifen und Handeln Gottes,
ob durch das Feuer vom Himmel bei diesem Altar,
ob durch den Tod der Balzpriester, ob durch den Regen,
durch das Handeln Gottes ist Isabel nicht zur Einsicht gekommen, ist Ahab
nicht zur Einsicht gekommen,
der Elia ist enttäuscht.
Er hat,
und wir sind vorsichtig, wenn wir das so sagen,
aber er hat den falschen Blick.
Sein Blick geht auf die Ergebnisse,
die er erhofft hatte,
auf die äußere Situation
und nicht
auf Gott.
Ich muss dabei denken an den Herrn Jesus, Jesaja 49,
vergeblich habe ich mich abgemüht, umsonst meine Kraft verzehrt.
Wenn der Herr Jesus auf die Ergebnisse geguckt hätte,
seines unermüdlichen und vollkommenen Dienstes, den er hier auf dieser Erde
getan hat,
dann waren die Ergebnisse nur sehr gering, oder?
Aber dann sagt er doch,
mein Recht
ist bei meinem Gott.
Er blickt also nicht, oder bleibt nicht dabei stehen, auf die Ergebnisse, auf die
Umstände zu gucken, sondern er guckt auf Gott.
Diesen Blick hat der Elia hier
noch nicht
wiedergefunden.
Er hat also den Blick
auf die Umstände
und ist enttäuscht.
Und in dieser Haltung
bittet er.
Ein zweiter Punkt,
der uns einfach so ein bisschen unser menschliches Herz zeigt, das ist ganz
interessant, oder? Hier der Elia,
er hat mit solchem Eifer gedehnt, gearbeitet, sich eingesetzt
und es gab keine guten Ergebnisse.
Dann will er sterben.
Eine Zeit später gibt es ein anderer Diener,
der will erst nicht,
aber dann predigt er doch
und seine Predigt hat einen Erfolg, das ist einfach
umwerfen. Eine ganze Stadt kehrt um, eine riesige Stadt, Minifee.
Und der ist auch enttäuscht.
Sein Dienst hat ein Top-Ergebnis,
das Beste, was man sich vorstellen kann, aber das passt ihm auch nicht.
Und dann betet er genauso,
wollte lieber sterben.
Seht ihr, das ist unser Herz.
Ob die Ergebnisse
schlecht sind,
passt uns nicht. Ob die Ergebnisse gut sind, passt uns nicht.
Wir kommen zum gleichen Ergebnis, sterben.
Am liebsten sterben.
Das ist unser Herz.
Das Herz Gottes ist ganz anders.
Elia betet hier nicht entsprechend dem Herz Gottes und er denkt nicht
entsprechend dem Herz Gottes. Er ist hier nicht
in Übereinstimmung mit Gott und seinen Gedanken und Empfindungen.
Wir haben das im Gebet ja auch gesagt, er denkt nicht an die sieben tausend, die Gott
gesehen hat, die der Elia nicht mehr gesehen hat.
Und das ist der Punkt.
Nicht in Übereinstimmung mit Gott.
Und deshalb
ist vielleicht der dritte Punkt
eine falsche Bitte.
War eine falsche Bitte.
Es ist genug, stimmte nicht. War noch gar nicht genug. Der Elia hatte noch Aufgaben.
Er musste noch im Nachfolger sein, er musste noch zu diesem König und zu jenem König.
Der hatte noch einiges zu erledigen. War noch gar nicht genug.
Nein, es war nicht die richtige Bitte.
Und Gott erhört sie auch nicht. Das ist der vierte Punkt. Es ist eine Bitte, die Gott
nicht erhört.
Aber er macht es besser
als das, was Elia bittet.
Ich würde da gerne vielleicht
drei Aspekte kurz nennen, wie Gott hier handelt.
Das finde ich
beeindruckend, finde ich bewegend, finde ich
Das lässt einen Blick in Gottes Herz zuerstens.
Ohne Vorwurf
stärkt er seinen
niedergeschlagenen Diener.
Da hat er extra einen Kuchen gebacken.
Ich weiß nicht, ob ich in meinem Leben jemals einen Kuchen gebacken habe.
Vielleicht mal einen, der war aber nicht so gut gelungen.
Aber Kuchen backen ist Arbeit. Manchmal beobachte ich das.
Es gibt zwar heute so wunderbar schöne Maschinen, aber trotzdem ist immer noch Arbeit.
Kuchen backen ist Arbeit.
Gott gibt sich Mühe. Er setzt sich ein,
um seinen Knecht zu stärken.
Und als es beim ersten Mal noch nicht
zur Stärkung genug war,
dann macht Gott es auch ein zweites Mal.
Ohne Vorwurf.
Das, meine ich, ist etwas gewaltig Großes.
Und dann sagt er, geh,
der Weg ist sonst zu weit für dich. Also mit anderen Worten, ich habe noch einen Weg für dich.
Und ich weiß genau den Weg. Ich weiß auch, wie lange der ist.
Ich habe einen Weg für dich.
Und hier gebe ich dir die Kraft, die du brauchst, um diesen Weg zu gehen.
Und tatsächlich, jetzt hat er sie wieder und er geht
in der Kraft dieser Speise 40 Tage.
Und jetzt kommt der zweite Punkt
in dieser Antwort Gottes.
Der Herr gibt sich zu erkennen.
Und er tut das auf eine Art und Weise, dass der Elia lernen soll.
Er ist nicht in dem Erdbeben, oder wie fängt das an,
wo der Wind war und die Berge
zerriss und die Felsen zerschmettert. Er war nicht in dem Wind.
Dann nach dem Wind ein Erdbeben. Er war nicht in dem Erdbeben.
Nach dem Erdbeben ein Feuer. Er war nicht in dem Feuer. Und dann kommt der Ton des
leisen Säuselns und dann merkt der Elia, oh, das ist Gott, der mit mir spricht.
In dem Kapitel vorher war Gott tatsächlich
in Verbindung mit dem Feuer sichtbar geworden.
Aber das ist nicht alles.
Hier ist Gott
in dem Ton dieses leisen Säuselns.
Und ich meine, die Lektion liegt darin,
im Zusammenhang mit, das meine ich deutlich, Elia, du musst nicht große Ergebnisse suchen.
Und wenn es nur 7.000 sind,
wenn es nur
ein leises Säuseln,
wenn es nur eine kleine Kraft ist,
wenn ich darin bin,
darauf kommt es an.
Darauf kommt es an.
Vielleicht das Dritte.
Einfach im Vorausblick.
Gott hat für den Elia was viel besseres vor,
als dass er unter einem Ginsterstrauch eine Tagereise weit in der Wüste stirbt.
Was ist besser?
Tod unter so einem Ginsterstrauch aufgefunden zu werden
oder mit feurigem Wagen in den Himmel abgeholt zu werden. Was ist besser?
Die Antwort ist einfach, oder?
War es gut, dass diese Bitte nicht erhört wurde? Unbedingt.
War unbedingt gut,
dass das Herz Gottes
erstärkt.
Er gibt sich zu erkennen und er hat was besseres
für den Elia.
Wir kommen noch kurz zu dem letzten Gebet.
Es wird nicht Gebet genannt, aber es ist ein Gespräch, ein Austausch mit Gott.
Die letzte Begebenheit, meine ich, wo wir das so finden, dass Elia
mit Gott spricht,
das ist nachdem
er Gott erkannt hat, in diesem leisen Säuseln.
Und dann spricht Gott zu ihm, Vers 13 am Ende, Erstkönige 19, Vers 13,
Und siehe, eine Stimme erging an ihn, die sprach, Was tust du hier, Elia?
Und er sprach,
Ich habe sehr geeifert für den Herrn, den Gott der Herrscheren,
denn die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen, deine Altäre niedergerissen
und deine Propheten mit dem Schwert getötet, und ich allein
bin übrig geblieben, und sie trachten danach,
mir das Leben zu nehmen. Und der Herr sprach zu ihm, Geh,
kehre auf deinem Weg zurück, und so weiter.
Es ist auch ein Gebet, ein Austausch, eine Unterhaltung, ein Gespräch mit Gott.
Ich möchte auch noch vier Punkte sagen. Das erste,
das ist auch Gebet,
Austausch mit Gott.
Wenn wir Gebet nur verstehen, als Gott eine Bitte vorlegen,
dann meine ich, ist es zu wenig.
Wir dürfen Gott einfach auch unsere Gedanken sagen.
Wir dürfen uns mit ihm austauschen, so wie wir es vielleicht auch mit einem
Menschen auf dieser Erde tun, dem wir nahe stehen.
Wir dürfen ihm einfach die Sachen sagen, die uns bewegen, und hier
ist es sogar der Herr selbst, der da den Anfang macht, indem er
dem Elia diese Frage stellt, Was tust du hier? Gebet als Austausch mit Gott.
Du hast eine Entscheidung zu treffen. Hast du das wirklich mal gemacht, dass du
Gott einfach mal deine Überlegungen gesagt hast?
Ich mache das auch zu wenig, aber
ich kann euch das sagen, dass
wenn man das mal tut,
dann erübrigt sich manches von selbst.
Man hat vielleicht eine Sache zu entscheiden, hat drei Optionen, und
indem man die Gott sagt, wird einem schon direkt klar, Option drei,
die fällt schon mal ganz aus, das
kommt gar nicht in Frage.
Einfach weil man es Gott sagt.
So antwortet Gott.
Gott macht hier den Anfang,
und hier ist es ein Gebet
im Charakter eines Austauschs mit Gott.
Wir dürfen
Gott sagen,
was uns bewegt, was uns beschäftigt, er möchte unsere Situation
von uns
berichtet
wissen. So ähnlich wie
bei den beiden auf dem Weg nach Emmaus,
wo der Herr zu ihnen gekommen ist. Was redet ihr da? Was sind das für Reden, die
ihr miteinander wechselt?
Und dann erzählen sie ihm einfach, und
was für eine Befreiung war das
für die Herzen,
ihm das zu erzählen. Und dann korrigiert er da auch.
Dann führt er weiter.
Der erste Punkt,
Austausch mit Gott.
Der zweite Punkt, in diesem Austausch wird deutlich, dass Elias Gedanken nicht
mit Gottes Gedanken übereinstimmten.
Und das Ziel dieses Austauschs ist, dass die Gedanken
in Übereinstimmung kommen.
Und das ist auch bei uns so. Unsere Gedanken, meine Gedanken sind nicht immer
in Übereinstimmung mit Gottes Gedanken.
Aber indem ich mit Gott darüber spreche,
ist das Ziel,
dass meine Gedanken mit Gottes Gedanken in Übereinstimmung kommen.
Dritter Punkt,
das ist jetzt mehr eine Antwort, oder das was Gott ihm dann zeigt.
Gott handelt in seinen Regierungs- oder Erziehungswegen.
Und in diesen Erziehungswegen
macht er dem Elia deutlich, du sollst deine Nachfolger salben.
Dein Dienst geht zu Ende.
Aber ich habe einen,
der weitermacht.
In den Regierungswegen Gottes
ist diese Situation
so der Wendepunkt,
wo der Elia zurücktritt.
Aber der vierte Punkt,
es gibt auch Gnadenwege.
Und diese Gnadenwege haben wir eben schon kurz daran gedacht.
Erstens die Arbeit,
die kommt nicht zum Erliegen.
Gott sorgt dafür,
dass sie fortgeführt wird.
Ich bin sicher, das hat dem Elia
viel bedeutet.
Er hatte so geeifert und Gott
sagt ihm,
du bist zwar im Moment in einer falschen Haltung, du bist eben nicht
allein übrig geblieben und wenn du gedacht hast, dass du besser bist als deine Väter,
dann war das sowieso falsch.
Aber deinen Eifer,
den erkenne ich an und ich sorge dafür, dass die Arbeit weitergeht.
Und dafür habe ich einen Elisa,
den Salbe, damit es weitergeht.
Und dann dieses großartige Ende.
Ich habe eben schon daran gedacht, wie
das Leben
Elias auf der Erde zu Ende geht.
Dass er abgeholt wird mit diesen feurigen Wagen, aber es ist ja immer noch nicht das Ende, oder?
Dann lesen wir Matthäus 17 oder andere Stellen und da finden wir auf einmal den Elia wieder.
Mit dem Herrn Jesus auf dem Berg
der Umgestaltung.
Mose und Elia, der Gesetzgeber
und der,
der das Volk zurückführen wollte zum Gesetz.
Mose,
der Vertreter, der für das Gesetz steht. Elia, der Vertreter, der für die Propheten steht.
Das einfach mal so sehen.
Und sie
werden mit dem Herrn Jesus gesehen auf diesem Berg.
Müsste man eigentlich diese Szene noch als siebte Szene dazunehmen,
denn da ist wieder ein Austausch, eine Unterhaltung.
Sie sprechen über den Ausgang,
den der Herr Jesus
in Jerusalem
nehmen sollte.
Was für ein Thema!
Was für eine Gnade!
Was für ein Geschenk!
Auch für diesen Mann.
Dass diese Szene noch eine andere Bedeutung hat, da will ich jetzt nicht
drauf eingehen, aber
wir sehen wie dieses Gebetsleben,
das wir bei Elia gefunden haben,
anfängt,
also im biblischen Bericht, vor dem Angesicht des Herrn
und wie es aufhört
vor dem Angesicht
des Herrn.
Wie der Elia
dort mit dem Herrn Jesus auf diesem
Berg ist.
Wie gut, dass wir diesen Platz auch kennen.
Vielleicht kann dieses Nachdenken über das Beten Elias
ein Ansporn sein, auch für uns. …
Transcription automatique:
…
Und heute Abend lesen aus dem Buch Nehemiah
und zu Beginn aus Kapitel 1.
Nehemiah Kapitel 1 Vers 4
Und es geschah, als ich diese Worte hörte, setzte ich mich hin und weinte und trug Leid tagelang.
Und ich fastete und betete
vor dem Gott des Himmels und sprach, Ach Herr, Gott des Himmels,
du großer und furchtbarer Gott, der den Bund
und die Güte denen bewahrt, die ihn lieben
und seine Gebote halten.
Lass doch dein Ohr aufmerksam und deine Augen offen sein,
dass du hörest auf das Gebet deines Knechtes, dass ich heute Tag und Nacht
für die Kinder Israel deine Knechte vor dir bete
und wie ich die Sünden der Kinder Israel bekenne,
die wir gegen dich begangen haben. Auch wir, ich und meines Vaters Haus, haben
gesündigt.
Wir haben sehr böse gegen dich gehandelt und haben die Gebote und die Satzungen
und die Rechte nicht gehalten,
die du deinem Knecht Mose geboten hast.
Gedenke doch des Wortes, das du deinem Knecht Mose geboten hast,
in dem du sprachst, werdet ihr treulos handeln, so werde ich euch unter die
Völker zerstreuen.
Wenn ihr aber zu mir umkehrt und meine Gebote haltet und sie tut,
sollten eure Vertriebenen am Ende des Himmels sein,
so würde ich sie von dort sammeln und sie an den Ort bringen, den ich erwählt
habe, um meinen Namen dort wohnen zu lassen.
Sie sind ja deine Knechte und dein Volk, das du erlöst hast durch deine große
Kraft und deine starke Hand.
Ach Herr, lass doch dein Ohr aufmerksam sein
auf das Gebet deines Knechtes und auf das Gebet deiner Knechte,
die Gefallen daran finden, deinen Namen zu fürchten.
Und lass es doch deinem Knecht heute gelingen
und gewähre ihm Barmherzigkeit vor diesem Mann.
Ich war nämlich Mundschenk des Königs.
Soweit zunächst.
Wir werden im Laufe des Abends noch einige weitere Stellen aus diesem Buch lesen
und wir werden feststellen,
dass das Gebet bei Nehemiah ganz eng verbunden ist mit seinem Leben und seinem
Dienst. Das ist vielleicht ein erster Punkt, den wir mitnehmen können für uns.
Nehemiah lebte im Gebet.
Es war etwas Selbstverständliches für ihn in den verschiedensten Situationen,
in die er in seinem Leben und in seinem Dienst kam,
zwischendurch einfach zu beten.
Wenn wir ans Beten denken, denken wir oft an Daniel und denken, ah ja, dreimal am Tag,
dann sind wir gute Beter, ja, morgens und mittags und abends prima.
Das ist ja auch gut.
Aber wenn das alles ist, ist bisschen wenig.
Also viermal, ja?
Nein, darum geht es nicht. Auch nicht fünfmal. Es geht darum,
dass wir leben in einer Verbindung zu Gott.
Dass es für uns natürlich ist,
das was uns begegnet mit ihm zu teilen,
ihm einfach zu sagen,
wenn wir vielleicht vor einer Herausforderung stehen, ihn einfach um
Kraft zu bitten,
dass das Gebet wirklich ein normaler Bestandteil unseres täglichen Lebens ist.
Und das ist bei Nehemiah so. Das werden wir feststellen.
Wir haben gerade ein recht langes Gebet
gelesen.
Wir haben ja
vielleicht nur drei Minuten dafür gebraucht es zu lesen. So lang war es
also auch wieder nicht.
Aber die anderen Gebete,
die sind noch viel, viel kürzer.
Und sie sind in ganz unterschiedlichen Situationen.
Und einmal sogar ein Gebet, wo uns gar keine Worte aufgeschrieben sind.
Ich meine, das ist vielleicht ein Punkt, den wir mitnehmen können.
Das Gebet war bei Nehemiah ein ganz normaler, natürlicher Bestandteil seines
täglichen Lebens.
Nicht, ich muss noch beten, wenn ich
aus dem Haus gehe.
Sozusagen diese Regel,
wer aus dem Haus geht, muss erst beten.
Ist ja eine gute Regel, habe ich ja gar nichts gegen. Aber verstehe,
was ich meine. Es geht mir nicht um die Regel. Es geht mir darum, dass es ein
natürliches
Bedürfnis, ein natürliches
Verhalten ist, dass wir einfach beten und die Dinge mit Gott
besprechen.
Das führt natürlich auch dazu, wenn wir über das Gebetsleben Nehemiahs
nachdenken,
dass wir uns doch vielleicht mehr als bei Elia
auch mit seinem Leben beschäftigen
müssen, weil es eben immer diesen direkten Zusammenhang gibt zwischen dem, was er tut,
zwischen dem, was geschieht
und dem,
was er betet.
Ganz kurz zu diesem Buch Nehemiah.
Nehemiah ist
die dritte Rückführung derer, die in die
Gefangenschaft nach Babel geführt waren. Es gab drei Wegführungen nach
Babel und es gab drei Rückführungen. Die erste
unter Seru Babel
können wir nachlesen ab Esra Kapitel 1, nachdem der persische König Khoris
diesen Erlass gegeben hat. Alle die wollen können zurück,
damit in Jerusalem wieder der Tempel gebaut wird.
Dann eine Zeit später
die zweite Rückführung unter Esra können wir nachlesen ab Esra
Kapitel 7.
Da kommt Esra und wenn es bei Seru Babel noch
über 42.000 waren,
sind es bei Esra schon viel weniger.
Vielleicht, wenn man alles zusammen nimmt, um die 5.000.
Und dann kommt die dritte Rückführung und die wird uns hier bei Nehemiah
beschrieben und Nehemiah war fast
alleine,
dass er zurück kam
nach Jerusalem.
Könnte sich vielleicht fragen, Nehemiah, warum warst du nicht dabei
bei der ersten Rückführung?
Die Antwort ist relativ einfach, da war Nehemiah wahrscheinlich noch gar nicht
geboren.
Zwischen der ersten Rückführung und dieser Rückführung oder Rückkehr von
Nehemiah liegen
wahrscheinlich etwas mehr oder um die 80 Jahre
und da können wir davon ausgehen, dass der Nehemiah noch gar nicht geboren war,
als der Khoris
diesen Erlass gegeben hat.
So kommt der Nehemiah also zurück
und wenn bei
Seru Babel und dieser ersten Rückführung das große Thema war, dass der Altar
wieder aufgebaut wurde und der Tempel wieder gebaut wurde,
gibt es bei Nehemiah ein anderes Thema und das ist das Thema der Mauer der Stadt
Jerusalem.
Ich finde es schon erstaunlich, dass so viele Jahre vergehen, Jahrzehnte vergehen und die
Mauer ist nicht gebaut.
Eigentlich gehört eine Mauer zu einer Stadt, ist ganz klar.
Braucht man nicht lange diskutieren und überlegen, aber sie war nicht gebaut.
Und das Ergebnis davon, das werden wir gleich kurz sehen, war
Schmach.
Aber jetzt kommt der Nehemiah zurück und seine Aufgabe ist es,
die Mauer von Jerusalem wieder zu bauen.
Nun ist die Mauer fertig.
Ich muss gerade nachgucken.
Am Ende von Kapitel 6. Kapitel 6 Vers 15 ist die Mauer schon fertig,
aber das Buch Nehemiah ist noch nicht zu Ende.
Wenn doch seine Aufgabe war, die Mauer zu bauen, dann könnten wir das Buch doch
nach sechs Kapiteln beenden, oder?
Aufgabe erledigt, alles gut.
Es gibt noch einen zweiten großen Gedanken im Buch Nehemiah
und dieser zweite große Gedanke ist, dass die Stadt Jerusalem auch bewohnt
werden soll.
Nicht nur die Mauer, sondern
es soll auch mit Leben gefüllt sein.
Was nützt die Mauer? Wen soll sie schützen, wenn keiner da wohnt?
Und das ist das Thema im zweiten Teil des Buches Nehemiah, dass dafür Sorge
getragen wird,
dass Jerusalem auch bewohnt wird
und dass die, die in Jerusalem wohnen,
auch so leben, ihr Leben so führen, wie es Gott gefällt.
Das sind die beiden großen Aufgaben von Nehemiah.
Der Altar
war der Ort, wo Gott die Opfer gebracht wurden.
Dieser Altar gehörte zum Tempel.
Das war der Ort, wo Gott wohnte.
Altar und Tempel gehören unmittelbar zusammen
und Altar und Tempel waren,
so hatte Gott das ausgesucht, bestimmt,
die waren in dieser Stadt Jerusalem.
Und nachdem
diese,
ich sag mal, Belebung wieder stattfand, Altar und Tempel gebaut waren,
verging diese Zeit und dann ging es eben darum, dass das, was
da in Verbindung mit Altar und Tempel erlebt und genossen werden kann, dass
das geschützt werden muss.
Geschützt vor den Einflüssen von außen,
vor den Einflüssen der Feinde und das ist das Thema
bei Nehemiah.
Wenn wir das übertragen auf uns,
dann können wir das durchaus auch kirchengeschichtlich deuten.
Es gab eine Zeit, die liegt jetzt
ungefähr 200 Jahre zurück.
Da hat Gott es geführt, dass in verschiedenen Ländern,
ähnlich zur gleichen, ungefähr zur gleichen Zeit,
das wieder verstanden wurde, was es bedeutet,
durch das Brechen des Brotes den Tod des Herrn zu verkündigen, zu seinem
Gedächtnis und in Verbindung damit
Gott Dank und Anbetung zu bringen. In aller Einfachheit, in aller Schlichtheit.
Und da gab es welche,
die haben damit wieder angefangen.
Und dann haben sie auf diesem Weg, dass sie damit angefangen haben, verstanden,
das hat zu tun, das hängt zusammen mit dem Ort oder dem Platz des
Zusammenkommens,
wo zwei oder drei versammelt sind im Namen des Herrn Jesus.
Das ist
übertragen für uns die
Bedeutung der Wahrheit vom Haus Gottes.
Haus Gottes wird überall da sichtbar in der heutigen Zeit,
wo Glaubende zusammenkommen als Versammlung, denn
die Versammlung ist ja das Haus Gottes, 1. Timotheus 3, der Pfeiler, die
Grundfeste
der Wahrheit.
Wir haben diese Gläubigen verstanden, dass man das Mahl des Herrn nicht von dem Tisch
des Herrn trennen kann.
Das Mahl des Herrn wird am Tisch des Herrn eingenommen
und das hat zu tun mit diesem Ort, diesem geistlichen Ort
des Zusammenkommens, der Gemeinschaft mit dem Herrn und untereinander
in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes.
Das war eine
gewaltige Bewegung, das war eine
Da war eine Dynamik hinter das, wenn man das so liest,
in der heutigen Zeit, dann ist man
tief beeindruckt.
Aber dann kam auch eine Zeit,
ich glaube die dauert unbedingt auch bis in unsere heutige Zeit,
wo man feststellte,
wenn das bewahrt werden soll, was Gott
wieder geschenkt hat, was wieder entdeckt werden durfte durch seine
Gnade, dann braucht es eine Mauer.
Dann braucht es die Mauer
der Absonderung.
Dann muss daran gearbeitet werden,
dass die schädlichen Einflüsse, die das zerstören wollen, was wieder neu
entdeckt worden war,
dass die draußen gehalten werden.
Und das ist diese Mauer der Absonderung vom Bösen.
Der Absonderung von allem,
was Gottes Gedanken nicht entspricht, was nicht in Übereinstimmung ist mit der Bibel.
Dann hat man verstanden, dass man
das was Gott wieder geschenkt hat, was mit großer Freude wieder
entdeckt und gelebt wurde,
dass das nur auf dem Weg
der Absonderung
von der Ungerechtigkeit bewahrt
und gelebt werden kann.
Und ich glaube, wir verstehen gut,
dass das auch in unsere Zeit spricht, oder?
Wir müssen nicht was wieder neu entdecken,
wir müssen nicht wieder was neu erfinden, auch damals hat man nichts neu
erfunden, sondern man hat es einfach wieder entdeckt, was Gott von Anfang an
in seinem Wort aufgeschrieben hatte.
Aber es gibt so viele Einflüsse, dass es verloren geht.
Und da sind wir genau bei Nehemiah.
Zerubabel,
der war aus königlichem Geschlecht,
war ein besonderer Mann.
Ezra war
aus priesterlichem Geschlecht, war ein besonderer Mann.
Nehemiah war weder König noch Priester, also nicht aus königlichem Geschlecht,
nicht aus priesterlicher Abstammung.
Nehemiah war ein Mann wie du und ich.
Gut, der hat einen besonderen Job, den hat nicht jeder von uns, so einen guten Job wie
der Nehemiah, den hatte.
Aber den hat er ja auch aufgegeben, da war das Thema durch.
Also er war ein Mann wie du und ich, ein bürgerlicher Mann, würden wir sagen.
Und genau den benutzt Gott, um diese Arbeit des Mauerbaus zu tun.
Und ich meine, das spricht uns an.
Keiner von uns kann sich da jetzt irgendwie
aus der Verantwortung stehlen.
Jeder ist gefragt,
an dem Platz, wo Gott uns hinstellt, zu bauen
an dieser Mauer.
Man kann das auch allgemein noch sagen,
es geht um das Zusammenleben der Gläubigen im Alltag.
Wir sind ja Haus Gottes,
jeden Tag,
24 Stunden am Tag.
Verhalten im Haus Gottes betrifft unser ganzes Leben, nicht nur das
Zusammenkommen
sonntags morgens oder mittwochs abends oder sonst wann,
sondern das ganze Leben. Das ist das Leben in der Stadt,
sozusagen.
Das Leben,
das Zusammenleben als Geschwister,
die Gemeinschaft der Gläubigen im täglichen Leben. Und da braucht es
diese
Umsetzung von dem, was die Mauer bedeutet,
dass wir wirklich abstehen von Ungerechtigkeit
und Absöndung nach Gottes Gedanken leben.
Das wollte ich gerne vorausschicken,
damit wir
dem Nehemiah ein bisschen näher kommen, damit wir auch merken, dass
dieser Mann
uns ganz persönlich auch in unserer Zeit anspricht. Sein Name
Nehemiah kann man übersetzen mit der Herr tröstet.
Und das macht uns Mut, oder?
Und diesen Trost, den fand Nehemiah auch im Gebet.
Der Herr tröstet, das erlebte er,
wenn er im Gebet zu Gott ging.
Er war der Sohn von Hakalja, Hakalja kann man übersetzen, der Herr ist Licht.
Beides brauchen wir auch in unserer Zeit, das Licht
von dem Herrn, das Licht des Wortes Gottes und den Trost
von dem Herrn.
Nun ist in der Burg Susarn,
sein Job ist Mundschenk beim König, bei diesem persischen König, das war eine
Vertrauensstellung.
Der war
also in einem wirklich besonderen
herausragenden Beruf, in einer herausragenden Position
in der Burg Susarn, also in der Hauptstadt.
Und dann kommt sein Bruder,
der kommt aus Juda,
und dann treffen die beiden sich,
Nehemiah und sein Bruder,
und dann reden sie
über den leckeren Wein, den es beim König gibt, und all das gute Essen, was es
beim König gibt, und
das Gehalt und den Dienstwagen, also nicht mit PS, sondern vielleicht eine Kutsche,
die dem Nehemiah zur Verfügung stand, und über all das unterhalten sie sich.
Da haben sie viel zu reden,
es ist spannend,
der Herr Nani
wusste das noch nicht so richtig, und
wäre doch ein Thema, könnten wir uns doch vorstellen, dass das so ablaufen würde,
wenn
so ein Besuch stattfände,
in meinem Leben, deinem Leben, oder?
War aber nicht so.
Der Besuch fand statt, ja.
Aber dann hat doch dieser Nehemiah, der so einen guten Job hatte,
mit allem was dazugehört, der hat ein Interesse
an diesen wenigen,
die zurückgekehrt waren nach Jerusalem.
Was Thema ist in dieser Unterhaltung bei diesem Besuch ist, er fragt nach den
Juden,
den Entronnenen,
und er fragt nach Jerusalem, er hat also ein Interesse
für die Gläubigen, im übertragenen Sinn,
und er hat ein Interesse für den Ort, den Gott erwählt hat, um da zu wohnen.
Nehemiah hat ein Interesse an den Gläubigen,
die da an diesen Ort zurückgekehrt waren, und er hat ein Interesse
an dem Platz des Zusammenkommens,
da, wo der Herr verheißen hat, in der Mitte zu sein. Das ist die Übersetzung
für uns heute.
Und dann bekommt er von seinem
Bruder,
der war ja nicht alleine, kamen noch ein paar Männer mit ihm,
da bekommt er eine Antwort, die ihn tief getroffen hat.
Vers 3,
die übrig gebliebenen sind in großem Unglück und Schmach.
Warum?
Weil die Mauer Jerusalems niedergerissen
und seine Tore mit Feuer verbrannt sind.
Weil diese Mauer
zum Schutz dessen, was es in der Stadt gibt und was da genossen wird, diese Mauer
der Absonderung, der Trennung zwischen drinnen und draußen,
weil die nicht da war, deswegen
waren die Bewohner Jerusalems in Schmach.
Deswegen waren sie schutzlos ausgeliefert, jedem Angriff des Feindes.
Das bedeutete Schmach,
das bedeutete Unglück für sie. Bei Unglück kann man vielleicht mehr an das
denken,
was das für die
die Menschen dort, tragen sind für uns Gläubige,
was das für sie persönlich bedeutete, Unglück, Gefahr.
Und bei Schmach kann man daran denken, was es für das Zeugnis nach außen
bedeutete.
Da lacht man ja drüber, eine Stadt wo die Mauer kaputt ist, oder? Ist Schmach.
Ja das hört er
und dann kommt die Reaktion, die wir gelesen haben ab Vers 4, er hört diese
Worte, dann setzt er sich hin.
Also diese Nachricht hat ihn irgendwie umgehauen, würden wir sagen, er muss
sich setzen.
Die Kraft ist nicht mehr,
seine Kraft ist
weg, er setzt sich, zweitens er weint, also er ist echt traurig
und er trägt Leid tagelang, nicht nur fünf Minuten, sondern tagelang.
Und dann fastet er und betet
vor dem Gott des Himmels.
Fasten ist ja so ein Thema, das wieder recht modern geworden ist.
Warum steht das hier?
Ist Fasten was Gutes, ist Fasten was Schlechtes?
Ich meine hier ist der
Punkt doch offensichtlich,
der nähe mir hört, dass seine Brüder und Schwestern in Schmach sind
und dann sagt er, jetzt kann ich nicht so tun,
als wäre da nichts, jetzt kann ich nicht für mich
das Leben so weiter genießen wie bisher.
Das hat ihn persönlich betroffen, er hat nicht gesagt, ich muss jetzt fasten, das war
die natürliche Reaktion, als er hörte von dem Unglück seiner
Brüder und Schwestern.
Da wollte er nicht einfach weiter so genießen, naja,
ist ja Pech, mir geht es ja gut, ist ja alles,
ich muss mir ja keine Gedanken machen,
kann ich ja weiter
leben und genießen
wie bisher.
Weil das war die natürliche Reaktion.
Ich möchte zum Fasten vielleicht zwei Punkte sagen, weil
sie mir begegnen und
ja da muss ich sagen, da
läuft es mir manchmal ein bisschen kalt den Rücken runter. Der eine Punkt ist,
mir begegnet der Gedanke, dass man glaubt durch
Fasten etwas bewirken zu können.
Das Problem ist nur,
dass wir dann mehr als 2000 Jahre zu spät sind.
Das war altes Testament,
da konnte man durch was tun, was bewirken. Das war das Prinzip, tu was und du wirst leben.
Aber es ist nicht das neutestamentliche Prinzip.
Deswegen
schaudert es mich so ein bisschen bei dem Gedanken,
wenn wir fasten, dann können wir Gottes Arm bewegen. Ne, so ist es eben nicht.
Wir konnten ja auch nicht fasten und waren dann gerettet.
Nein, Gott hat alles getan in dem Herrn Jesus und wir wollen dieses
dieses neutestamentliche Prinzip verstehen in unserem Leben. Gott schenkt
alles aus Gnade
und dann geben wir eine Antwort.
Aber nicht, weil wir fasten, deswegen
bewirken wir etwas.
Und vielleicht ein zweiter Punkt,
wenn man über das Fasten reden muss, dann ist sowieso schon irgendwas komisch.
Wenn Fasten die natürliche Reaktion
auf eine Nachricht ist, so wie hier bei Nehemiah
und wenn sie einfach der ehrliche
der ehrliche Ausdruck davon ist, dass man innerlich betroffen ist, dann brauche ich
gar nicht davon reden.
Mache ich doch nicht, oder?
Das sind vielleicht so zwei Dinge, über die wir nachdenken wollen.
Bei dem Nehemiah war das so, er hört dieses Leid und
diese Not und da kann er nicht einfach so weitermachen wie bisher.
Er fastet und er betet vor dem Gott des Himmels.
Das ist ein Punkt, der hier ins Auge fällt, der Gott
des Himmels.
Seine Brüder und Schwestern, die waren die
Entronnenen aus der Gefangenschaft.
Das waren die Zurückgekehrten.
Das waren die
Kinder der Wegführung.
Das heißt, sie standen unter der Macht
der heidnischen Könige.
Und sie waren sozusagen dem
dem Wohl oder dem Wehe dieser heidnischen Könige ausgeliefert, auch im
Blick auf diesen Punkt, ob sie nun in Jerusalem sein konnten oder nicht.
Ja klar war der Chores ihnen günstig gesonnen.
Chores war in
diesem Punkt auch wirklich der Knecht Gottes, der diesen Auftrag ausübte, aber
sie blieben
die Kinder der Wegführung, sie blieben die
die unter der Macht dieser Könige standen.
Nehemiah selbst stand auch unter der Macht
des persischen Königs.
Wir werden das in Kapitel 2 finden, dass er das auch tief fühlte, dass er
abhängig war
von dem, wie dieser König über ihn dachte.
Aber was Nehemiah wusste,
über
diesen Königen,
die viel Macht auf der Erde haben,
gibt es den Gott
des Himmels.
Der Himmel ist über der Erde, oder?
Und der Gott des Himmels,
der hat Macht über die Mächtigen der Erde.
Dem Nebukadnezar wird gesagt, der Gott des Himmels hat dir die Macht gegeben.
Der Gott des Himmels steht da drüber. Und wenn Nehemiah betet, dann wendet er sich an den,
der die höchste Instanz inne hat,
der über
diesen Königen steht.
Sein Gebet hat vier Teile, wir können nicht die Einzelheiten anschauen,
aber die vier Teile möchte ich kurz nennen. Der erste Teil ab Vers 5,
da spricht
Nehemiah am Anfang des Gebetes über
das, was Gott ist.
Beziehung zu seinem Volk, Gott des Himmels, der über allem steht,
großer und furchtbarer Gott, der also alle Macht hat,
aber der auch Liebe ist und der den Bund und die Güte denen bewahrt, die ihn
lieben und seine Gebote halten.
Am Anfang
spricht Nehemiah über das, was Gott ist.
Er erinnert sich sozusagen im Gebet
an Gott, sein Wesen,
das was er ist und was er tut.
Und das dürfen wir auch.
Wir dürfen uns bewusst machen, wenn wir zu Gott beten, dann sprechen wir mit
unserem Vater
im Himmel.
Hier sitzen einige, die gehen sicher auch in die Schule, oder? Du gehst bestimmt in die Schule, oder?
Sprichst du mit dem Lehrer genauso wie mit dem Papa?
Oder sprichst du mit dem Papa anders als mit dem Lehrer?
Sprichst anders mit dem Papa, oder?
Ja, beim Lehrer sagst du Herr Lehrer und vielleicht sagst du auch Können Sie es,
vielleicht auch nicht mehr hin, vielleicht sagt man heute auch Du, aber ist mir egal, aber man spricht in der Regel mit dem
Lehrer anders als mit dem
Vater, oder? Wenn einer im Beruf ist, der spricht mit dem Chef anders
als mit seiner Frau zu Hause, oder?
Wird ja auch schon mal gesagt, das ist der Chef zu Hause, aber das ist ein ganz anderes Thema,
da möchte ich jetzt gar nichts zu sagen.
Man spricht
anders, wenn man in einer Beziehung steht, oder?
Das ist doch der Punkt.
Wenn wir mit dem großen allmächtigen Gott reden,
dann dürfen wir wissen, er ist unser Vater.
Der Vater, der uns liebt.
Und der trotzdem der allmächtige große Gott ist, allmächtig, allwissend,
allgegenwärtig und zu dem
dürfen wir sprechen, zu dem dürfen wir vertrauensvoll
reden, wir brauchen keinen Mittler,
der irgendeine Botschaft übermittelt, wir dürfen direkt zu ihm reden, der
Jesus sagt, dass der Vater selbst hat, euch liebt.
Ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitte.
Betet selber
zu dem Vater.
Wenn wir zu dem Herrn Jesus beten, dann beten wir zu dem, der am Kreuz
für mich starb, der sein Leben gab.
Dann denken wir daran, wie er am Kreuz hing, um dieses große Erlösungswerk zu
vollbringen und wie er doch seine Mutter und seinen Jünger dort sieht und eine
Botschaft an sie hat, Frau siehe dein Sohn,
siehe deine Mutter.
Zu dem gehen wir
und dürfen zu ihm sprechen.
Das erste Nehemiah
spricht über das, was Gott ist. Und dann hat er diese Bitte,
dass Gott die Ohren
aufmerksam und die Augen offen sein lässt.
Eigentlich muss man dafür gar nicht beten.
Wenn wir an 2. Mose 3 denken,
da sagt Gott dem Mose aus dem Dornbusch,
gesehen habe ich das Elend
meines Volkes,
das Schreien
wegen seiner Treibe habe ich gehört. Da haben wir die Augen und die Ohren.
Und dann geht es noch weiter, ich kenne
seine
Schmerzen.
Das Volk hatte geschrien, aber da steht nicht, dass es zu Gott geschrien hat.
Die hatten geschrien wegen der Not.
Aber selbst das hatte Gott gehört.
Er sieht dich, er sieht mich.
Als der Herr Jesus auf dem Berg war und betete,
da sah er trotzdem die Jünger, wie sie Not litten
auf dem See in dem Schiff.
Er sieht uns.
Und doch dürfen wir natürlich diese Bitte sagen, so wie Nehemiah das auch tut.
Dann kommt der zweite große Teil,
Vers 6 in der Mitte, Vers 7
und da bekennt
Nehemiah die Sünde.
Man könnte fragen, Nehemiah, was hast du denn damit zu tun?
Wir haben eben daran gedacht, dass er bei der ersten Rückführung wohl noch gar nicht
gelebt hat.
Da hat er erst recht nicht gelebt,
als sie weggeführt wurden in die Gefangenschaft.
Und doch macht er sich völlig eins
mit
dieser Sünde.
Er macht sich eins damit und er sagt
in Vers 7
Nein, Vers 6 am Ende, auch wir, ich,
und meines Vaters Haus
wir haben gesündigt.
Nehemiah macht sich eins mit dieser Sünde des Volkes, die zu der
Wegführung in die Gefangenschaft geführt hat.
Er rechtfertigt damit Gott in seinem Ton. Er sagt, Gott es war recht,
dass dieses Gericht, dass diese Wegführung gekommen ist
und er macht sich eins damit.
Vielleicht fragst du dich,
wie geht das praktisch, wie geht das heute?
Ich möchte folgende Anregungen dazu geben.
Wenn wir
über die Situation im Volk Gottes nachdenken, wenn wir über die Situation
in der Christenheit nachdenken
und manches
sehen, was
sicher nicht die Zustimmung Gottes hat,
wo auch eben diese Mauer der Absonderung nötig wird,
wenn wir wirklich den Segen Gottes weiter erfahren möchten,
dann denken wir erstens daran,
wenn es Abweichen von Gott gibt,
dann bin ich dazu genauso fähig.
Es gibt kein Abweichen, es gibt keine Sünde, es gibt kein Versagen, zu dem ich
nicht auch
fähig wäre.
Und wenn ich in dieser Sache nicht persönlich gesündigt habe,
dann ist es nicht mein Verdienst, sondern es ist die bewahrende Gnade Gottes gewesen.
Der erste Punkt.
Ich bin kein Stück besser, ich bin zu dem Gleichen fähig. Wenn wir in dieser Haltung nicht sind,
dann sind wir hochmütig.
Vielleicht ein zweiter Punkt.
Wir sind Teil
dieser Christenheit.
Wir gehören dazu.
Und deswegen können wir nichts so tun, als hätten wir nichts damit am Hut.
Das ist so eine moderne, beliebte Praxis.
Man fühlt sich so wie ein Trittbrettfahrer.
Ja, man fährt mit, aber man ist eigentlich draußen und zeigt nur mit dem Finger auf das,
was alles falsch ist.
Es ist relativ einfach,
Trittbrettfahrer zu sein und zu entdecken, was innen drin nicht stimmt.
Nicht schwer, oder?
Aber schwer wird es,
wenn man begreift,
ich bin Teil davon.
Und wenn Gott mich irgendwo hinstellt,
dann laufe ich nicht weg, es sei denn, ich sehe hier etwas Grundsätzliches, nicht in
Übereinstimmung mit Gottes Wort, sondern dann versuche ich,
statt mit dem Finger auf die Sachen zu zeigen, mitzuhelfen, dass es besser wird.
Und auf einmal sind wir Beteiligte
und nicht mehr Trittbrettfahrer.
Also das ist der zweite Punkt,
wie wir das verwirklichen können für uns,
auch ich
und meine Väter. Wir haben gesündigt, dass man
begreift, wir sind ein Teil davon. Ich bin ein Teil
davon, dieser Christenheit.
Das ändert nichts daran, dass wir von der Ungerechtigkeit abstehen. Das ändert
nichts daran, dass wir vom Bösen abgesondert sein wollen.
Aber wir
wir sehen ein, wir gehören dazu, wir sind Teil davon.
Und dann kommt ein dritter Punkt
und den müssen wir unbedingt einfach auch ehrlich zugeben.
Auch ich,
auch wir
haben versagt.
Deswegen
ist mein persönliches Versagen vielleicht nicht
Schuld dafür, dass es einen Papst gibt, nur mal um ein Beispiel zu sagen.
Aber auch in genau diesem Punkt, dass vielleicht Führung im Volk Gottes
falsch wahrgenommen wird, da habe ich einen
Anteil dran. Ich habe da versagt, weil ich vielleicht Verantwortung
nicht übernommen habe, die ich
übernehmen sollte oder
wie auch immer.
Das sind so drei Punkte.
Wir sind nicht besser, ich bin nicht besser.
Ich bin Teil davon
und ich habe auch
versagt.
Für uns diesen zweiten Teil seines Gebetes irgendwie
verständlich machen und uns nahe bringen.
Darum geht es.
Aber jetzt ist das Gebet nicht zu Ende.
Das finde ich auch mutmachend.
Der dritte Teil ab Vers 8 ist, dass
Nehemiah sich auf das ganze Wort Gottes stützt.
Und stützend auf das Wort Gottes
wendet er sich an Gott
und bittet ihn um Hilfe.
Er anerkennt, dass das Gericht
die Wegführung,
dass das nach dem Wort Gottes war, anerkennt er.
Hast du gesagt Gott?
Aber er sieht auch, dass Gott noch mehr gesagt hat. Gott hat auch gesagt, wenn ihr
umkehrt,
wenn ihr betet, dann werde ich euch
wieder segnen, dann werde ich euch wieder helfen,
dann werde ich euch wieder sammeln.
Und auch diesen Punkt
den nimmt
der Nehemiah an, aus dem Wort Gottes, so wie er es kannte. Vers 9, wenn ihr zu mir
umkehrt,
dann werde ich euch sammeln und an den Ort bringen,
den ich
erwählt habe.
Vielleicht mal eine kurze Frage, so in Klammern zwischendrin.
Meint ihr, der Nehemiah hätte dieses Gebet sprechen können,
als sein Bruder ihm jetzt das erzählt,
wenn er das Wort Gottes nicht gekannt hätte?
Hätte er so beten können, wenn er das Gesetz Moses nicht gekannt hätte?
Nein, hätte er nicht.
Er hätte ja gar nicht Bezug nehmen können zu diesen Bibelstellen.
Das ist, meine ich, auch eine Lektion
beim Esra.
Da verstehen wir das ja noch, so als Priester muss er ja das Gesetz gut kennen.
Aber Nehemiah, der diese
verantwortungsvolle Tätigkeit hatte, als Mundschränk des Königs, der ein
bürgerlicher Mann war,
der kannte auch das Wort Gottes.
Und er kannte es so gut,
dass er, als diese Situation dann kam,
es was ganz natürliches war, dass er betete und dass er sich bezog in seinem
Gebet
auf das Wort Gottes.
Wenn wir das Wort Gottes kennen wollen, müssen wir es lesen, oder?
Schon die Frage, machen wir das eigentlich noch?
Ja, so der Kalender bei den Mahlzeiten
fällt auch schon mal aus, aber klappt vielleicht noch meistens, ja.
Aber das ist nicht alles, oder?
Nicht alles.
Nehemiah kannte das Wort Gottes und er bezieht sich in seinem Gebet
darauf.
Er stützt sich auf das Wort Gottes, bittet dann noch einmal,
Vers 11,
dass der Herr sein Ohr
aufmerksam hören lässt.
Und dann hat er als viertes
in Vers 11b
eine ganz konkrete Bitte.
Lass es doch deinem Knecht heute gelingen
und gewähre ihm Barmherzigkeit
vor diesem Mann. Nehemiah wusste, dass er für die tägliche Arbeit die Hilfe
Gottes brauchte.
Lass es heute gelingen, tägliche Arbeit, tägliche Hilfe,
aber er bittet auch Barmherzigkeit.
Ich weiß nicht, wie
der Plan bei Nehemiah schon gereift war.
Er hatte ein Herz für
das Schicksal
seiner Brüder und Schwestern in Jerusalem.
Ob er schon daran dachte,
dorthin zu gehen, ich weiß es nicht.
Er wusste,
dass es nicht gut ankam, wenn man
tagelang geweint hat und Leid getragen hat, dann zum König zu gehen.
Das wusste er, das würde man nämlich sehen nach außen und das
würde zu Problemen führen. Also bittet er einfach um
Barmherzigkeit.
Und dann gibt es ein Ende dieses Gebets.
Das letzte Wort in unserer Sprache hier nur.
Gewähre ihm Barmherzigkeit vor diesem Mann. Das hängt meine ich zusammen
mit der Anrede Gottes, Gott des Himmels. Vor dem Gott des Himmels wird der große
König ein einfacher Mann.
Danach steht, ich war Mundschränk beim König. Also der
Nehemiah hat schon
seinen Chef
mit Respekt
bezeichnet.
Aber im Gebet
sagt der Mann.
Und ich meine, das ist eine erste Auswirkung dieses Gebets, dass der
Nehemiah im Blick auf den König und das was er kann und nicht kann
ruhig geworden ist.
Er wusste, Gott steht darüber
und in den Augen Gottes
der kann das Herz auch des größten Königs lenken
wie
Wasserbäche.
Wenn wir diese letzten Verse
seines Gebetes nehmen,
dann
erkennen wir darin vier Gründe,
warum Gott auf diese Bitte antworten wird.
Der erste Grund ist,
weil Gott zu seinem Wort steht.
Nehemiah erinnert Gott an sein Wort und sagt, wenn wir umkehren
wirst du uns wieder sammeln und Gott steht zu seinem Wort.
Zweiter Punkt, es ist Gottes Volk.
Es ist ja gar nicht
Nehemiahs Volk.
Vers 10, da sagt der Nehemiah das auch, sie sind ja deine Knechte und dein Volk,
das du erlöst hast und Gott
wird sein Volk niemals lassen.
Niemals.
Das Dritte,
Gott liebt die,
die ihn fürchten. Das ist Vers 11.
Die, die beten
und Gefallen daran haben, den Namen Gottes zu fürchten. Gott liebt die, die
ihn fürchten
und deswegen hört er auch auf ihr
Gebet.
Und der vierte Punkt ist vielleicht der schönste,
wegen seiner Barmherzigkeit.
Gewähre ihm Barmherzigkeit
vor diesem Mann. Nehemiah weiß, ich habe es nicht verdient.
Ich habe es nicht verdient.
Aber wenn, dann ist es Erbarmen mit mir
in meinem Elend.
Vier Punkte, warum Gott hört,
weil er zu seinem Wort steht, weil es sein Volk ist, das er nicht lässt,
weil er die liebt, die ihn fürchten
und wegen seiner Barmherzigkeit.
Der Nehemiah hat,
das merken wir hier schon, ist ein natürlicher Bestandteil seines Lebens,
diese traurige Botschaft gehört
und was er macht ist mit Gott darüber sprechen, beten.
Jetzt vergehen vier Monate.
Vier Monate zwischen
Kapitel 1 und Kapitel 2.
Hätten wir doch gedacht, 14 Tage reichen, oder?
Aber manchmal dauert es länger als wir denken.
Vier Monate muss der
Nehemiah sich gedulden.
Und nach vier Monaten
kommt er jetzt wieder vor dem König.
Tja, der König sieht seine Traurigkeit, auch das ist irgendwie interessant.
Wir haben eben gelesen, er trug Leid tagelang.
Aber jetzt sehen wir, die Traurigkeit war auch nach vier Monaten noch zu spüren.
Da merken wir, wie der Nehemiah wirklich mitgegangen ist, mit dem
Schicksal, mit der Not seiner Brüder und Schwestern in Jerusalem.
Nun, der König merkt das.
Er sieht auch direkt, dass es nicht Krankheit ist, sondern Traurigkeit des
Herzens.
Der Nehemiah kriegt richtig Angst, Vers 2 am Ende.
Und dann ist der Nehemiah aber ehrlich.
Der redet sich jetzt nicht rum, der sagt nicht, ja ich habe heute nicht so einen guten Tag,
morgen wird es schon wieder besser sein.
Sondern er ist ganz ehrlich und sagt, warum sollte mein Angesicht, Vers 3,
nicht traurig sein, da die Stadt,
die Begräbnisstätte meiner Väter wüst liegt
und ihre Tore vom Feuer verzehrt sind.
Der Nehemiah hält seinem Chef nicht einen Vortrag über den Ort, den Gott
erwählt hat,
um seinen Namen da wohnen zu lassen.
Das hätte der
König überhaupt nicht kapiert.
Den interessiert ja nicht Psalm 132, oder?
Den interessiert auch nicht 5. Mose 12.
Also er hält ihm jetzt nicht eine theologische
Abhandlung über den Ort, den der Herr erwählt hat, sondern er sagt das, was
dieser Mann verstehen kann und sagt,
das ist die Begräbnisstätte meiner Väter.
Das konnte der König verstehen.
Und das
sagt er ihm und da sehen wir, wie Gott ihm da schon Weisheit schenkt.
Wie das eine erste Hilfe Gottes ist, eine erste Antwort auf
dieses Gebet. Er gibt ihm Weisheit,
die richtige Antwort zu geben.
Nehemiah bringt die Ehrlichkeit mit, nicht darum rum zu reden
und Gott schenkt ihm die Weisheit, das richtig
zu sagen.
Und jetzt stellt der König eine Frage, worum bittest du denn?
Tja, wie steht der Nehemiah da?
Der König war schon auch ein guter Vorgesetzter, der hatte wahrscheinlich
einen Managementkurs gemacht, der wusste, wenn ich
jetzt die Frage stelle, dann ist der in der Pflicht.
Da muss er erst mal rauskommen, da kann ich ja immer noch sagen, ob ich das mache oder
ob ich das nicht mache.
Der war schon gut unterwegs, dieser König.
Und was macht der Nehemiah?
Jetzt merken wir, wie Beten
wirklich ein ganz normaler Bestandteil
seines täglichen Lebens war.
Vers 5, nein Vers 4,
da betete ich zu dem Gott des Himmels
und ich sprach
zum König.
Ein Stoßgebet, ein Gebet,
wo uns die Worte, die Inhalte gar nicht mitgeteilt werden.
Vielleicht gab es auch gar keine Worte.
Vielleicht war es einfach nur ein innerer
Seufzer nach oben,
ein innerer
Ruf.
Herr, du siehst mich hier, Herr, hilf mir.
Vielleicht ganz ohne Worte.
Er konnte ja nicht lange pausen, man konnte dem König ja nicht sagen, ja,
kein Moment, ich gehe mal eben 5 Minuten ins Nebenzimmer und muss erst noch beten.
Er hatte die Zeit gut genutzt,
als er die Zeit hatte und hatte ausführlich gebetet.
Und jetzt reicht ein Stoßgebet zum Gott des Himmels,
um dann dem König zu antworten.
Und dann hat er eine
kühne Bitte,
aber eine Bitte,
demütig.
Er sagt nicht, König, ich muss unbedingt nach Jerusalem, das will Gott von mir und
jetzt musst du sehen, wie du das hinkriegst.
Nein, so redet er nicht.
Er sagt,
wenn es der König für gut hält
und wenn dein Knecht wohlgefällig vor dir ist, so bitte ich,
dass du mich nach Judah sendest.
Ich finde das wirklich beeindruckend, wie der Nehe mir aus der Nähe zu Gott
auf diese Art und Weise antwortet,
in Demut,
in Bescheidenheit,
in dem Wissen darum, dass er abhängig ist
von dem König,
aber im Vertrauen darauf, dass Gott
den König lenken wird, so
wie er es für gut hält.
Dass du mich sendest.
Er sagt nicht, dass du es akzeptierst, dass Gott mich sendet,
sondern dass du mich sendest.
Das entsprach genau
dieser Situation, in der das Volk war. Sie waren
unter der Herrschaft der Nation.
Aber Nehemiah wusste, wenn Gott das will,
dann wird der König mich schicken. Und wie ist das belohnt worden? Der König hat
ihn ja
nicht nur geschickt, sondern hat ihm auch noch
viel mitgegeben,
auch viel Vollmacht, auch viele Anweisungen.
Es bewegt uns, wie Gott gewirkt hat.
Also ein langes Gebet, da wo die Gelegenheit dazu war, ein kurzes Gebet,
da wo nicht mehr Zeit war.
Gott ist nicht abhängig von der Länge unserer Gebete.
Aber wir merken, wie der
Nehemiah
richtig umgeht mit dem Thema
Gebet.
Da wo die Zeit da ist,
nutzt er sie.
Und da wo sie nicht da ist, weiß er,
es genügt auch, wenn ich einfach ein Stoßgebet
nach oben schicke.
Wir gehen zu Kapitel 3.
Hier haben wir ein gemeinsames
Gebet.
Nehemiah 3, Vers 36.
Höre unser Gott, denn wir sind zur Verachtung geworden.
Und bring ihren Hohn auf ihren Kopf zurück
und gib sie dem Raub hin in einem Land der Gefangenschaft.
Und decke ihre Ungerechtigkeit nicht zu und ihre Sünde werde nicht ausgelöscht
vor deinem
Angesicht, denn sie haben dich gereizt angesichts der Bauenden. Aber wir
bauten weiter
an der Mauer und die ganze Mauer wurde bis zur Hälfte geschlossen und
das Volk hatte Mut
zur Arbeit. Das große Thema in Nehemiah 3 ist, dass sie bauen, jeder an seinem Platz, sie bauen
miteinander.
Und in diesem guten Miteinander kann das Werk auch fortschreiten, aber dann kommt
am Ende von
Kapitel 3, Abvers 33
Widerstand von außen
und der sich erst einmal in Spott und Verachtung zeigt.
So fängt der Widerstand von außen ja meistens an.
Der Feind fährt ja nicht direkt die dickste Kanone auf,
sondern es fängt erst mal mit dem an, was uns vielleicht doch im Herzen noch
am meisten trifft und das ist der Spott.
Da ist dieser Sassan Ballad, einer von den Feinden
und er spottet
Vers 33 am Ende über die Juden
und er redet schlecht über sie und macht sich lustig über ihn.
Das gipfelt dann daran, dass am Ende steht, wenn ein Fuchs hinaufstiege,
dann würde die Mauer schon auseinanderreißen, das tut schon weh, oder?
Wenn man so arbeitet,
sich Mühe gibt und dann stellen die sich da hin und
mit so einem Spott.
Was wäre meine Reaktion gewesen?
Zurückspotten, oder?
Aber das machen sie nicht. Sie beten.
Sie machen aus dem, was ihnen begegnet, ein Gebet.
Und es ist ein gemeinsames Gebet.
Höre unser Gott.
Bis sie wissen, dass dieser Spott
den hat Gott auch gehört
und sie legen es ihm hin.
Das spricht mich auch an, muss ich sagen.
Wir haben das ja auch schon mal damit zu tun, oder? Dass sich Menschen lustig über uns machen.
Ja gut, okay, wenn das Ungläubige sind, dann können wir das vielleicht noch
irgendwie einsortieren.
Man kommt es tatsächlich unter Gläubigen auch
vor, dass der eine über den anderen lacht, oder?
Kommt das vor?
Könnte passieren, oder?
Und dann sind wir getroffen,
so im Stolz, gekränkt,
und dann schießen wir zurück.
Nehmen wir Welt einen anderen Weg.
In der Welt den Weg zusammen mit allen, die verspottet werden.
Gemeinsam beten sie.
Höre
unser Gott. Wir sind zur Verachtung geworden. Sie haben das tief empfunden.
Sie haben empfunden, dass es Hohn war,
das, was diese Feinde gesagt haben. Das sagen sie Gott. Höre
unser Gott.
Nun haben sie eine Bitte.
Und diese Bitte, die entspricht nicht dem Geist des Neuen Testamentes,
aber die entspricht durchaus dem Geist des Alten Testamentes.
Weswegen ist die Bitte auch nicht verkehrt, auch wenn sie uns fremd vorkommt.
Wir hatten das ja eben im Fasten schon mal.
Bei so einer Sache sind wir
recht schnell dabei, die Zeiten zu vertauschen, dass man
mehr Dinge aus dem Alten Testament, Gedankengut, Gedanken und
eine Logik aus dem Alten Testament vielleicht heute noch
irgendwie umsetzen will.
Hier fällt es uns vielleicht noch mehr auf,
so ein Gebet, dass Gott endlich mit Gericht eingreift, dass Gott
Rache übt an den Feinden. Das ist uns fremd. Es ist auch gut, dass uns das
fremd ist.
Wenn wir beten, beten wir in dem
Sinn, wie der Herr Jesus das am Kreuz auf Golgatha getan hat.
Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Das wäre unsere Bitte
in einer solchen Situation. Wir könnten Gott auch
genau den Hohn und die Verachtung nennen.
Und dann würden wir
beten, Herr,
bring sie doch zur Einsicht, dass sie auf einem falschen Weg sind. Rette sie,
wenn sie sich retten lassen wollen. Das wäre unsere Bitte.
Im Alten Testament
da war es aber so,
dass die Gläubigen wussten, der Segen für uns kommt erst nach dem Gericht an
den Feinden.
Das war schon bei Kana'an so, bevor sie das Land genießen konnten, mussten sie
erst die Feinde vernichten.
Das war auch bei Ägypten so, bevor sie raus
konnten aus Ägypten, mussten zuerst die Feinde
gerichtet werden.
Und so ist es ja auch in der Zukunft. Zuerst kommen die Gerichte des Tages
des Herrn und dann kommt der Segen des Tages des Herrn.
Das war genau die richtige
Reihenfolge im Alten Testament. Deswegen entspricht ihr Gebet hier
durchaus den Gedanken Gottes.
Gib sie
dem Raub hin, decke ihre Ungerechtigkeit nicht zu.
Aber wir verstehen gut, dass wir in einer anderen Zeit leben.
Es gibt aber noch einen Aspekt in diesem Gebet
und der ist wieder sehr
anspornend für uns.
Sie sagen am Ende von Vers 37, sie haben dich gereizt
angesichts der Bauenden.
Sie machen die Sache zu einer Sache Gottes.
Sie sagen, der Hohn der
uns gegenüber ausgesprochen wird, ist eigentlich
eine Sache, die dich trifft, weil wir dein Volk sind, weil wir zu dir gehören.
Und das meine ich ist eine
großartige Sache.
Entspricht auch dem, was Nehemiah in Kapitel 1 gebetet hat. Sie sind ja dein Volk, das du
erlöst hast.
Das ist auch das, was mancher König im Alten Testament gemacht hat.
Denk an den Josaphat, er sagt Gott
du, in uns ist keine Kraft.
Wir können nicht.
Mach du.
Und die Antwort ist, steht und seht die Rettung des Herrn, die er euch heute schaffen wird.
Das ist auch das, was Hiskia macht, wenn er den Brief von Sanherit
im Tempel vor Gott bringt.
Er macht es zu einer Sache Gottes.
Und so dürfen wir auch
die Sache Gott hinlegen
und
ihm das sagen. Gott sagt uns das ja auch in seinem Wort, er sagt das im Blick auf sein
irdisches Volk, wer mich antastet, tastet meinen Augapfel an.
Und das macht uns Mut, so dürfen wir mit dem umgehen, was uns trifft.
Und dann kommt das Ergebnis
dieses Gebets in Vers 38.
Und das Gebet ist nicht, dass die Feinde
direkt gerichtet werden, das Ergebnis ist auch nicht, dass die Feinde
aufhören
mit ihrem Widerstand, im Gegenteil, sie machen weiter, aber das Ergebnis ist
das Volk hatte Mut
zur Arbeit, sie machen weiter.
Hätten sie jetzt sich da in
so einen Austausch mit den Feinden begeben, wäre die Sache schief gegangen.
Dann hätten sie auch
keine Kraft mehr zum Bauen gehabt, dann hätten sie ja die Kraft gebraucht, um
sich mit den Feinden auseinanderzusetzen.
Aber weil sie es zu einer Sache Gottes machen,
können sie ruhig werden, können Mut fassen, weitermachen.
Und die Mauer kann bis zur Hälfte
geschlossen werden.
Im Kapitel 5
gibt es dann
Schwierigkeiten im Inneren.
Kapitel 3 am Ende und Kapitel 4 ist der Widerstand von außen.
Aber in Kapitel 5 sehen wir auch, dass es Schwierigkeiten im Inneren gibt, da hatten
die einen dem anderen was gelehnt, aber hatten es mit Zinsen gelehnt und hatten
denen jetzt ihr ganzen Besitz weggenommen,
weil sie nicht zurückbezahlen konnten, also die
Reichen haben die Armen ausgenutzt, die Starken haben die Schwachen bedrängt.
Und als der Nehemiah das hört, da wurde er richtig zornig in Vers 6,
und dann streitet er mit den Edlen, mit diesen Starken, mit diesen Reichen
und er versucht die Sache
im Sinne Gottes in Ordnung zu bringen.
Und dann kommt
ab Vers 14 sein
persönliches Verhalten.
Und dazu möchte ich kurz was lesen.
Er war zwölf Jahre
jetzt dort Stadthalter.
Also als der König in Kapitel 1 gefragt hat, wie lange wird diese Reise wohl dauern?
Da sehen wir hier,
das waren schon zwölf Jahre hier im Vers 14.
So viel bezahlten oder unbezahlten Urlaub, wie auch immer, ist ganz schön viel, oder?
Zwölf Jahre, und da sagt er
Vers 15, die früheren Stadthalter, die vor ihm gewesen hatten, hat das Volk beschwert.
Hatten Brot und Wein von ihnen genommen, hatten
Silber, also Bezahlung von ihnen angenommen, hatten sogar willkürlich über das Volk
geherrscht.
Und dann sagt der Nehemiah, ich aber tat nicht so
aus Furcht
vor Gott.
Ein weiterer Punkt, Vers 16, er hat selber mit angefasst bei der Arbeit. Er hat nicht
gesagt, ich bin der Chef und ihr müsst
die Steine schleppen. Er hat mit angefasst.
Das Dritte, er hat kein Feld gekauft. Er hat das also nicht für die persönliche
Bereicherung gemacht.
Und dann hat er
weiterhin in Vers 17 auch noch freigebig gegeben,
dass man an seinem Tisch
gut versorgt wurde.
Und dort
wirklich ein
großartiges Mahl
bekommen konnte. Nicht nur gutes Essen, sondern alle zehn Tage auch guten Wein.
Nehemiah handelte so aus Furcht vor Gott. Das hatten wir in Vers 15 am Ende gesehen.
Aber er handelte auch so aus Liebe zum Volk Gottes. Das wird, meine ich, in Vers 18
am Ende klar.
Er sieht, dass der Dienst schwer auf dem Volk lastete
und deswegen handelt er so. Er ist also persönlich
ein gutes Vorbild.
Nachdem das so geschildert wird, kommt ein ganz kurzes Gebet.
Vers 19, Gedenke mir mein Gott zum Guten
alles, was ich für dieses Volk getan habe.
Hier von Vers 19 ist das erste von sieben solchen ganz kurzen Gebeten,
bei denen wir wieder merken,
dass das Gebet wirklich ein
normaler Bestandteil des täglichen Lebens von Nehemiah war.
Und wenn er hier so verzichtet und in
persönlich gutem Vorbild vorangeht,
dann erwartet er nicht Dank und Lob dafür
von dem Volk Gottes, sondern erwartet
eine Belohnung von Gott.
Gedenke es mir zum Guten mein Gott.
Ist das nicht gewaltig?
Ist das bei uns auch so?
Wir setzen uns vielleicht ein für eine Sache
der Ehen, der Familien, der Versammlung oder sonst wo
und insgeheim erwarten wir dann Lob von den Menschen.
Wir helfen unserer Frau beim Einkaufen und dann erwarten wir, dass sie uns dafür
lobt oder dankt.
Wir helfen den Kindern bei den Hausaufgaben und wir erwarten, dass sie
uns dafür danken.
Wir putzen in der Versammlung und wir erwarten, dass alle Geschwister dankbar sind.
Versteht mich bitte nicht falsch, es ist richtig, wenn dann alle dankbar sind und
den Dank, den darf man auch sagen,
aber der, der es tut,
der erwartet nicht den Dank von Menschen, sondern erwartet ihn
von Gott.
Und wenn wir das
hinkriegen,
dann haben wir viel gewonnen.
Dann ersparen wir uns selber und anderen auch viel Ärger.
Und das tut der Nehemiah. Gedenke es mir mein Gott
zum Guten.
Es ist nicht eingebildet, was der Nehemiah hier macht. Er hat ja wirklich
viel für das Volk getan. Er hat mir gerade an zwölf Jahre gedacht.
Aber er sagt Gott,
ich will gar keine Belohnung von den Menschen.
Gedenke du es mir zum Guten.
Das zweite kurze Gebet ist in Vers 9 am Ende.
Da betet er nur
und nun stärke meine Hände.
Was ist die Situation? Er ist persönlich
der Verleumdung
ausgesetzt.
Diese Feinde, der Sanballat und
die, die da mitmachen, die schreiben einen offenen Brief
und lesen den überall vor und sie behaupten einfach, der Nehemiah
würde sich gegen den König
empören und er wollte selber König sein
und er wollte sich lossagen von den Nationen.
Und deswegen baut er die Mauer
um sich gegen seinen Chef, gegen den persischen König zu empören.
Was macht der Nehemiah?
Ich finde das beeindruckend.
Ich finde es echt beeindruckend. Der sagt einfach,
stimmt nicht.
Stimmt nicht.
Hast du dir selber ausgedacht, stimmt nicht.
Und er baut weiter.
Aber dass der Nehemiah das nicht einfach so machte,
sondern dass das echt Glaubenskraft erforderte,
das wird daran deutlich, dass er betet und nun
stärke meine Hände. Das war nicht einfach, diese Verleumdung auszuhalten.
Das war nicht einfach,
dann zu diskutieren, warum das alles nicht stimmt und Gegenbeweise zu füllen.
Ich finde, es stimmt nicht.
Es ist erfunden. Stimmt nicht.
Aber er braucht die Kraft und er betet, Gott stärke meine Hände.
Das dritte kurze Gebet, Vers 14, Gedenke es mein Gott dem Tobir und dem Sanballat
nach allen ihrem Werken und auch der Prophetin Noadia und den übrigen
Propheten, die mich in Furcht
versetzen wollten.
Was ist hier der Hintergrund?
Nehemiah wird verführt.
Der Feind will ihn verführen.
Er sagt, lass uns im Haus Gottes, im Inneren des Tempels zusammenkommen und
die Türen verschließen.
Ich möchte da jetzt gar nichts zu sagen. Es gibt da unterschiedliche
Möglichkeiten das zu erklären.
Nur ich sage den einen Punkt, den hat der Nehemiah auch begriffen.
Der Platz im Inneren des Tempels war nicht der Platz für Nehemiah.
Da gehörte er nicht hin. Er war ein bürgerlicher Mann und hatte im Inneren
des Tempels nichts
zu suchen. Außerdem hatte er außerhalb eine Arbeit, ein Werk.
Warum sollte er das aufgeben?
Nehemiah will Gott treu bleiben.
Und was auch immer die Absicht des Feindes damit war, er lässt sich nicht
verführen. Er sagt, nein ein Mann wie ich hat nichts im Tempel verloren, mache ich nicht.
Da ist die Verführung und Verführung ist was Schlimmes.
Verführung ist was Böses, Verführung ist
was Gefährliches.
Und das hat der Nehemiah auch empfunden.
Sein einfacher, schlichter Gehorsam, dass er sagt, ich habe im Tempel nichts zu suchen.
Der hilft ihm, der bewahrt ihn.
Aber dann
sagt er, gedenke es mein Gott diesen Feinden
entsprechend ihrem Tun.
Nochmal, das ist auch wieder so ein bisschen
Charakter des Alten Testament. Es ist nicht so sehr
der Charakter unseres Gebetes, aber was darin klar wird ist,
dass der Nehemiah die Verführung erkannt hat, als das was sie ist. Nämlich was Böses,
was Verführerisches, was
in Furcht
Versetzendes, was
auf einen falschen Weg führend ist. Und das erkennt er
und das wird in seinem Gebet
auch deutlich.
Dann haben wir am Ende des Buches
wieder ein paar kurze Gebete.
Das vierte
aus dieser Reihe von sieben kurzen Gebeten ist Kapitel 13 Vers 14
Gedenke meiner deshalb mein Gott
und tilge meine guten Taten nicht aus,
die ich am Haus meines Gottes und an dessen Dienst erwiesen habe.
Was ist hier der Hintergrund? Der Hintergrund ist, dass Nehemiah sich
entschieden
gegen das Böse wendet,
was im Volk gekommen war.
Und wenn man sich entschieden gegen das Böse wendet, dann macht man sich keine
Freunde.
Das war damals bei Nehemiah nicht so und das ist auch heute immer noch nicht so.
Wenn man Böses
beim Namen nennt und anspricht,
dann macht man sich bei Menschen keine Freunde.
Aber Nehemiah
handelte nicht, um sich bei Menschen Freunde zu machen,
sondern er sagt, Gedenke meiner
deshalb mein Gott.
Menschen hätten vielleicht gesagt, Nehemiah stell dich doch nicht so an,
mach doch hier nicht so eine Unruhe, mach nicht hier so ein
Aufheben, aber wie ist das in Gottes Augen zu sehen, wenn man sich entschieden
gegen Falsches wendet?
Es ist eine gute Tat.
Es steht hier auch in dem Gebet, tilge meine guten Taten
nicht aus.
Wir denken, gute Taten ist jemandem helfen, die Tasche zu tragen.
Ist auch eine gute Tat.
Aber wenn man Böses oder was nicht
in Ordnung ist beim Namen nennt,
damit es in Ordnung kommt, ist es auch eine gute Tat.
Und das merken wir,
es war eine gute Tat am Haus Gottes
und an dessen Dienst.
Wollen wir auch wirklich gute Taten am Haus Gottes
und am Dienst
für den Herrn tun.
Das fünfte kurze Gebet, Vers 22, Kapitel 13
Auch das
gedenke mir mein Gott und verschone mich
nach der Größe
deiner Güte.
Hier war es mehr
die Förderung des Guten.
Da geht es darum, die Tore zu öffnen, da geht es darum, dass am Sabbatag nichts
im Blick auf Handel geschieht
und wenn er die Tore schließt
und wenn er
die Händler, die vor den Toren übernachten,
warnt, dann fördert er das Gute.
Auch Vers 22, da befiehlt er den Leviten sich zu reinigen
und die Tore zu bewachen, da fördert er das Gute.
Wir haben eben gesehen, wie er das Böse, das Falsche wegtut, jetzt fördert er das Gute.
Das eine hängt mit dem anderen natürlich zusammen
und auch das
könnte dazu führen, dass
man sich gegen den Nehemiah wendet,
aber er bittet Gott darum, dass er verschont wird.
Nicht weil er so treu war, nicht weil er sich so entschieden einsetzte für Gott,
sondern
nach der Größe der Güte Gottes.
Das sechste kurze Gebet ist Vers 29.
Gedenke es ihnen, mein Gott, wegen der Verunreinigung des Priestertums
und des Bundes des Priestertums und der Leviten.
Da geht es wirklich um die Absonderung.
Die Absonderung von den fremden Frauen,
das hatte dazu geführt, dass von diesen Verbindungen eingegangen waren, dass die
Hälfte der Kinder
gar nicht mehr jüdisch reden konnte,
kannten die Gedanken Gottes nicht mehr
und das übersetzt in unsere Zeit.
Und dann sorgt Nehemiah dafür, dass diese Absonderung wieder gelebt wird.
Und die, die da nicht mit einverstanden sind, die jagt er weg.
Konsequente Absonderung.
Und da sehen wir, worum es ihm geht.
Er weiß,
dadurch wird das Priestertum verunreinigt.
Das heißt, Gott wird die Ehre nicht mehr gebracht
und der Bund des Priestertums und der Leviten wird verunreinigt. Das heißt,
der Dienst für Gott
kann nicht mehr geschehen, wie Gott
es wünscht.
Ja, mit dieser Entschiedenheit
wendet der Nehemiah sich wieder an Gott
und sagt, gedenke es ihnen, mein Gott. Er tut das nicht
für sich, sondern er tut das
der Ehre Gottes wegen, damit der Priesterdienst und der Levitendienst
geschehen kann.
Und um diesen Dienst geht es dann auch im Vers 30.
Das Reinigen war die Voraussetzung, aber dann werden die Priester und die
Leviten
wieder in den Dienst gestellt, jeder in sein Werk.
Und dann wird auch dafür gesorgt, dass die Unterstützung, zum Beispiel die
Holzspende
und die Erstlinge, dass die wieder gebracht werden, damit der Dienst des
Herrn wirklich in seinem Sinn geschieht.
Und dann endet dieses Buch
mit dem siebten kurzen Gebet, gedenke es mir,
mein Gott,
zum Guten.
Sieben kurze Gebete
in Verbindung mit dem Leben und der Aufgabe von Nehemiah
und wir stellen fest, wie das Gebet wirklich ein
fester,
natürlicher Bestandteil seines täglichen Lebens war.
Das spornt uns auch an,
das Gebet, den Austausch mit Gott, dieses Miteinander,
diese
ja, wie soll ich das sagen, Gemeinschaft.
Gemeinschaft mit Gott, dass es einfach natürlich ist. Herr, ich gehe mit dir
durch den Tag. Mein Gott, ich lebe mit dir
und ich spreche mit dir.
Und dann stehe ich an der Ampel und habe zwei Minuten Zeit,
dann kann ich beten.
Oder ich komme so in eine Situation, wo es schwierig wird,
vielleicht Verleumdung wie bei Nehemiah
und ich möchte nach Gottes Gedanken handeln, aber ich merke, ich brauche Kraft.
Es ist einfach die Bitte.
Stärke meine Hände. Ein ganz
natürlicher Bestandteil des täglichen Lebens.
Ihr habt das vielleicht auch schon gehört, dass jemand mal
das Beten mit dem Atemholen der Seele
verglichen hat. Sag mal, wie oft hast du heute schon darüber nachgedacht, ich muss jetzt atmen.
Ich muss jetzt, wenn ich jetzt nicht atme, dann
nachts passiert das ja schon mal, dass man Atem aussetzt.
Das ist auch wieder ein anderes Thema, aber
ist normal, oder?
Und das Atmen brauchen wir, ganz klar.
Aber so ist eigentlich das Beten nicht, ich muss jetzt beten, sondern es ist einfach ein
natürliches,
ein natürlicher Bestandteil unseres täglichen normalen Lebens als Christen,
als Kinder Gottes in Gemeinschaft mit Gott und dem Herrn Jesus.
Und wir bekommen dadurch Hilfe, wir bekommen dadurch
Ausrichtung, neuen Mut.
Und das hat Nehemiah uns vorgemacht. …
Transcription automatique:
…
Ich darf noch einmal alle herzlich begrüßen,
alle die gekommen sind, vielen Dank dafür, aber auch alle die, die von zu Hause aus
zuhören, schön, dass es diese Möglichkeit gibt und
dass ihr euch eingeschaltet habt,
auch euch
herzlich willkommen.
Wir haben nachgedacht über das Gebetsleben von Elia, haben
sechs besondere Gelegenheiten gefunden,
bei denen er gebetet hat,
nicht nur sechs mal gebetet, aber es waren sechs verschiedene
Themen oder Gelegenheiten.
Wir haben gestern
über das Gebetsleben von Nehemiah nachgedacht und haben gesehen, wie
bei ihm das Gebet
ein ganz natürlicher Bestandteil seines
täglichen Lebens und Dienstes für den Herrn war.
Wir haben ein langes Gebet gefunden,
aber wir haben auch viele kurze Gebete gefunden und die machen deutlich, wie
natürlich das für ihn war, in dem, was ihm begegnete und in dem, was er tat,
sich einfach an Gott zu wenden.
Wir wollen heute etwas nachdenken über
die Gebete im Leben von Habakuk und wir lesen zunächst etwas aus Habakuk
Kapitel 1
Habakuk 1, Vers 1
Der Ausspruch, den Habakuk der Prophet geschaut hat,
Wie lange, Herr, habe ich gerufen
und du hörst nicht.
Ich schreie zu dir Gewalttat und du rettest nicht.
Warum lässt du mich unheil sehen und schaust Mühsal an?
Und Verwüstung und Gewalttat sind vor mir und Streit entsteht und Hade erhebt sich.
Darum wird das Gesetz kraftlos und das Recht kommt niemals hervor,
denn der Gottlose umzingelt den Gerechten,
darum kommt das Recht
verdreht
hervor.
Dann kommt die Antwort Gottes, Vers 5, Seht unter den Nationen und schaut
und erstaunt staunt, denn ich wirke
ein Werk in euren Tagen.
Ihr würdet es nicht glauben, wenn es erzählt würde.
Dann Vers 12
Bist du nicht von Alters her, Herr, mein Gott, mein Heiliger?
Wir werden nicht sterben,
zum Gericht hast du es gesetzt und
O Fels, zur Züchtigung es bestellt.
Du bist zu rein von Augen, um Böses zu sehen
und Mühsal vermagst du nicht anzuschauen.
Soweit zunächst aus diesem Kapitel.
Wenn wir so
über die Gebete von Habakuk nachdenken, dann begegnet uns ein Thema,
was uns auch in unserem Glaubensleben
begegnen
kann, wahrscheinlich jedem schon begegnet ist.
Und zwar ist der Punkt, den ich meine folgender,
es gibt ein Problem, es gibt eine Schwierigkeit,
hier bei Habakuk war es, dass er den traurigen Zustand im Volk Gottes sah,
aber nicht das eigentliche Problem ist das, was
jetzt so im Vordergrund steht, sondern
der Punkt, dass Habakuk das Handeln Gottes beziehungsweise das Nicht-Handeln
Gottes nicht versteht.
Nicht in erster Linie
das Problem, sondern die Frage, warum Gott greifst du nicht ein?
Er hat Mühe damit das Handeln Gottes zu verstehen
und das kennen wir auch, oder?
Da ist die eigentliche Schwierigkeit, da ist das eigentliche Problem, da ist die
Herausforderung,
aber das was uns innerlich vielleicht noch mehr quält,
das ist die Frage, warum Gott?
Warum handelst du nicht? Warum lässt du das geschehen? Warum lässt du das zu?
Warum?
Kennen wir die Frage?
Wollen wir doch ehrlich sein, wir haben die Frage, oder?
Und dann hilft es überhaupt nicht zu sagen, man darf nicht fragen warum, man
soll besser fragen wozu,
das ist völlig,
was soll das?
Es kommt auf die Haltung an, natürlich, das werden wir sehen bei dem Habakuk,
der hat die richtige Haltung, aber welches Wort man da nun nimmt,
da müssen man,
da bleiben wir einfach frei und offen und Habakuk hat gefragt warum
und der Herr Jesus hat auch gefragt, warum hast du mich verlassen?
Aber auf die Haltung kommt es an.
Nun das ist das Thema, was uns begegnet bei Habakuk
und dann
beeindruckt es uns
zu sehen wie Gott antwortet.
Wie Gott
den Habakuk teilhaben lässt an seinen Plänen,
wie er ihm einen Plan vorstellt,
wo Gott selber sagt,
wenn ich dir das jetzt sage,
das eigentlich, kann man das kaum glauben.
Dann kommt der zweite Punkt, da werden wir gleich noch was zu lesen,
dann erkennt Habakuk diesen Plan Gottes
und dann begreift er den auch nicht.
Dann begreift er nicht, warum Gott so handelt.
Erst hat er diese Frage, warum handelst du nicht?
Und dann
hat er diese Frage, warum handelst du denn so?
Das verstehe ich nicht.
Und wieder gibt Gott ihm eine Antwort.
Und dann kommt ein drittes Gebet.
Das nimmt im Grunde das ganze dritte Kapitel dieses Buches ein.
Und da ist Habakuk
überwältigt von dem, was Gott ihm gezeigt hat.
Und er ist am Ende dieses Gebets in Kapitel 3 in völliger Ruhe, in völligem
Frieden
und
er hat sogar Freude.
Und es wäre mein Wunsch für mich selbst, für euch auch, für alle die jetzt zuhören,
dass wir einfach ehrlich sind vor Gott, auch heute Abend, auch
was unsere Fragen angehen, nach dem warum und was unsere Fragen angehen, wenn wir
die Wege Gottes nicht verstehen,
aber dass wir
vielleicht doch dahin kommen, ein inneres Ja zu finden,
auch wenn wir es nicht verstehen.
Weißt du, der Schlüssel liegt nicht darin, ob ich es verstehe,
sondern der Schlüssel liegt darin, dass ich es in Gottes Hand legen kann
und sagen kann, ich vertraue dir, dass du es gut machst.
Und wenn wir diesen Punkt
mit in unser Glaubensleben, mit in unser Leben mit dem HERR nehmen können,
dann können wir
trotz Schwierigkeiten Römer 8 mehr sein
als Überwinder. Also nicht nur welche,
die es irgendwie aushalten und die irgendwie nicht zusammenbrechen,
sondern solche, die
mit Freude im Herrn Jesus hindurch gehen können,
selbst wenn es schwierig ist. Es gibt so einen Weg, oder?
Ja, den gibt es, Gott sei Dank. Und auf diesen Weg ist Habakkuk gekommen.
Und das
ist vielleicht auch für uns ein Ansporn.
Habakkuk,
diesen Namen Habakkuk könnte man übersetzen mit Umarmer.
Umarmer.
Man hat so den Eindruck am Anfang dieses Buches, wenn man das liest, dass
Habakkuk sozusagen alle Probleme des Volkes Gottes, ich sag es jetzt mal, alle
Probleme dieser Welt so in seine Arme schließt. Und dann kommt er nicht damit klar.
Dann weiß er nicht, wie es gehen soll.
Aber am Ende
klammert er sich
an seinen Gott.
Es fängt an mit dieser Frage, Vers 2, wie lange her habe ich gerufen? Auch das
ist etwas, was wir kennen
aus unserem Glaubensleben. Wir rufen zu dem Herrn
und rufen allein. Das zeigt ja schon, dass da eine Intensität hinter steckt,
die mehr ist als nur reden.
Das ist rufen, das ist
laute Stimme erheben,
das Gebet ist intensiv. Und jetzt ist es nicht nur intensiv, sondern es ist auch lange.
Und der Habakkuk fragt, wie lange habe ich gerufen, Herr?
Und er muss sagen, du antwortest nicht.
Du hörst nicht.
Du antwortest nicht.
Könnten wir ja noch sagen, okay, verstehe ich, Habakkuk.
Du hörst nicht.
Nein, Habakkuk,
Gott hat gehört.
Wenn du meinst, hören bedeutet, dass du eine Antwort siehst oder
bemerkst,
vergiss nicht, Habakkuk,
Gott hört.
Und es ist kein Gebet, was umsonst ist.
Es gibt auch kein Gebet, was an der Decke hängen bleibt. Gott hört.
Wir haben das an diesen Abenden schon gesehen.
Und Gott antwortet auch. Aber hier bei Habakkuk lernen wir,
dass Gott erstens handelt zu seiner Zeit und dass er zweitens handelt auf
seine Art und Weise. Und beides
passte nicht zu dem, was Habakkuk erwartet hat.
Weder die Zeit,
noch die Art und Weise.
War das Gebet, das Habakkuk hatte, richtig oder falsch?
War hundert Prozent richtig.
Habakkuk hatte den Zustand im Volk Gottes
ganz richtig
eingeschätzt. Er hatte die Gewalttat gesehen,
die da war.
Er hatte wegen dieser Gewalttat zu dem Herrn geschrien. Ich schreie zu dir,
Gewalttat, und du rettest nicht.
Ja, bisher hat Gott nicht eingegriffen.
Drei Punkte, die kann man vielleicht unterscheiden.
Ich fange mal mit dem ersten an, was
vielleicht im Vordergrund steht.
Das Volk
sündigte gegen Gott.
Sie haben die Gesetze Gottes nicht gehalten.
Sie haben
die Rechte, die Gott ihnen gegeben hat, nicht gehalten.
Sie haben gesündigt gegen Gott.
Das zweite ist, sie haben gesündigt Bruder gegen Bruder.
Das ist diese Gewalttat. Das ist das Verdrehen des Gerechtes. Das ist das
Umzingeln des Gerechten durch den Gottlosen.
Das eine war Sünde gegen Gott, das andere ist Sünde
gegeneinander.
Und dann
ein drittes Kraftlosigkeit. Kraftlosigkeit. Das Gesetz ist
kraftlos. Also
es hatte keine Auswirkung mehr im Volk. Da war
Kraftlosigkeit.
Das verdrehte Recht
blieb verdreht
und es war keine Kraft da
entsprechend den Gedanken Gottes die Dinge
zu ordnen und klarzustellen.
Eine Beschreibung der Situation. Die Habakuk große Mühe macht in diesen drei
Punkten
und dann fragt der Habakuk, warum lässt du mich Unheil sehen
und schaust Mühsal an.
Mit anderen Worten Gott
warum guckst du dir das so lange an
ohne einzugreifen.
Es geht dem Habakuk gar nicht so sehr um sich selbst, auch wenn er sagt, warum
lässt du mich Unheil sehen.
Es geht ihm nicht um seine persönlichen Interessen an der Sache,
sondern es geht ihm darum, warum
guckt Gott sich das an
und er greift nicht ein.
Die Frage ist berechtigt, oder?
Unbedingt berechtigt.
Die Frage könnte auch in unserer heutigen Zeit aufkommen.
Wir können ja auch fragen, warum schaut Gott zu
bei all dem
was in der Christenheit passiert.
Warum
wir könnten sagen, lässt Gott sich das gefallen,
dass man an eine Kirche einen Regenbogen malt
und etwas was Gott
als Zeichen seiner Barmherzigkeit im Gericht
verwendet, um
etwas was in Gottes Augen große Sünde ist
gut zu heißen. Warum schaut Gott zu?
Nun die Frage
haben wir auch nicht neu erfunden.
Die Frage steht da im zweiten Petrusbrief
und da finden wir eine Antwort. Gott ist langmütig
weil er nicht will,
dass irgendjemand verloren geht. Das ist eine Antwort.
Es gibt manche andere Antwort auf die Frage.
Warum lässt Gott, ich nehme jetzt mal ein anderes Beispiel, warum lässt Gott
sein Volk, das er liebte,
warum lässt er das
430 Jahre in Ägypten sein, warum lässt er das so lange
in der Knechtschaft
in einer schrecklichen Behandlung durch diesen Pharao sein. Warum?
Manchmal lüftet Gott ja so den Schleier und da sagt er
die Sünde der Völker,
die ihr austreiben sollt, muss erst noch voll werden.
Habakkuk hat die Frage, wir können sie gut verstehen,
warum siehst du dir das an und handelst nicht?
Jetzt gibt Gott die Antwort
und er sagt, seht unter den Nationen, schaut erstaunt, staunt ich, wirke ein
Werk
in euren Tagen, ihr würdet es nicht glauben,
wenn es erzählt würde. Er sagt
Habakkuk, mach dir mal keine Gedanken, ich habe das wirklich alles genau gesehen,
da ist nichts an mir vorüber gegangen, was ich nicht bemerkt hätte.
Habakkuk,
ich sehe das sogar noch klarer als du, das steht jetzt nicht hier da,
aber das wird dem Habakkuk deutlich.
Und dann sagt Gott, Habakkuk,
ich habe meinen Zeitplan,
aber ich habe einen Plan.
Ich habe einen Plan, ich habe jetzt schon ein Werkzeug in Gedanken,
ein Werkzeug, was du vielleicht noch gar nicht als Werkzeug identifizieren würdest.
Die Macht
der Babylonier war noch nicht so groß, als der Habakkuk das hier aufschreibt.
Aber ich erwecke die Kaldäer, das sind ja die Babylonier, ich erwecke die
und ich werde denen eine solche Macht geben, dass sie als ein grimmiges Volk
Werkzeug des Gerichts in meiner Hand sein werden an euch.
Werkzeug des Gerichts,
um euch,
Volk Gottes,
in die Gefangenschaft nach Babylon zu führen.
Habakkuk, diesen Plan erkennst du noch nicht so,
das ist noch nicht so das, was
in der Tageszeitung des politischen Geschehens so ganz offensichtlich ist,
aber ich habe den Plan.
Ich erwecke die.
Ein kleiner Nebengedanken mal,
dieser Vers,
dieser erste Vers der Antwort Gottes,
der wird im Neuen Testament mal zitiert,
Apostelgeschichte 13,
und da wird er in einem ganz anderen Zusammenhang zitiert.
Der Apostel Paulus ist auf seiner ersten
Missionsreise,
er ist unterwegs,
er predigt dort
und dann
verkündigt er das Evangelium der Gnade.
Er sagt in Apostelgeschichte 13, Vers 39,
jeder Glaubende wird gerechtfertigt.
Das was durch das Gesetz Moses nicht möglich war,
das ist durch den Glauben möglich.
Und jetzt sagt er den Zuhörern, denen er eben diese Botschaft der Gnade in dem
Herrn Jesus
gesagt hat,
Vers 40 gibt nun acht, dass nicht das über euch komme, was in den Propheten
gesagt ist,
seht ihr Verächter und verwundert euch und verschwindet, denn ich wirke ein
Werk
in euren Tagen, ein Werk, das ihr nicht glauben werdet,
wenn es euch jemand erzählt.
Da wendet
der Heilige Geist diesen Vers aus Habakuk an,
in einem ganz anderen Zusammenhang. Da wo das Evangelium der Gnade
verkündigt wird,
da wird gesagt, nehmt das
Evangelium der Gnade an.
Das ist ein Werk, das ich wirke
in diesen Tagen und das hätte auch keiner geglaubt, oder?
Dass es ein solches Werk gibt, das hätte keiner geglaubt. Eine solche Botschaft der
Gnade.
Aber der eigentliche
Punkt, der macht die Klammer jetzt zu,
der eigentliche Sinn dieses Verses hier ist,
Gott wirkt ein Werk des Gerichts.
Und das ist ein Werk, das er wirkt in euren Tagen, also er sagt es dauert gar
nicht mehr lange, es ist in euren Tagen, es ist nicht in den Tagen der nächsten oder übernächsten
Generation.
Das dauert gar nicht mehr lange, aber das ist ein Werk,
das hattet ihr in eure Kalkulation nicht
eingerechnet.
Dieses
grimmige und ungestüme Volk, das wird weiter beschrieben
und dann wird auch am Ende
gesagt, dass dieses Volk an sich
ein Volk ist, das auf seine eigene Kraft vertraut und
aus seiner eigenen Kraft sogar wie eine Religion macht
und doch wollte Gott dieses Volk benutzen.
Nun der Habakkuk hört diese Antwort
Gottes.
Wir werden gleich bei dem zweiten Gebet ab Vers 13b sehen,
dass er diese Antwort auch nicht wirklich versteht, dass er damit auch
Probleme hat.
Aber dazwischen ist dieser Vers 12 und 13a.
Und dieser Vers zeigt, wie Habakkuk über Gott denkt.
Und das spricht mich sehr an.
Und da sehen wir auch etwas,
in welcher Haltung dieser Habakkuk seine Fragen, seine Gebete Gott
vorstellt.
Er stellt sie Gott nicht vor in einer Haltung der
Opposition, in einer Haltung der Auflehnung gegen Gott.
Habakkuk hat schon ein Vertrauen
in Gott.
Er kennt etwas von seinem Gott, das werden wir jetzt sehen
und er hat auch ein Vertrauen zu diesem Gott
und trotzdem kann er eben das Handeln oder eben nicht Handeln Gottes
im Moment nicht verstehen.
Und wenn Gott dieses Vertrauen sieht, wenn Gott
dieses richtige Denken über ihn in den Herzen
derer sieht, die beten, dann antwortet er auch.
Und das tut er hier
bei Habakkuk und die Situation im Volk Gottes hat sich zuerst mal noch gar
nicht verändert.
Aber Habakkuk kommt doch zur Ruhe.
Ich möchte versuchen sieben Punkte zu zeigen,
nicht weil es mir um die Zahl sieben geht, sondern
einfach um es ein wenig strukturiert vorzustellen,
die Habakkuk über seinen Gott sagt. Vers 12 bist du nicht von
Alters her Herr.
Von Alters her. Er ist also der ewige Gott.
Seht ihr, da ist ein Stück von Vertrauen drin erkennbar.
Gott ist der ewige.
Und darin liegt ja auch, dass er sich nicht verändert.
Ich bin, der ich bin. Also ich bin der, der schon immer war und ich bin auch der,
der ich immer sein werde. Ich bin, der ich bin.
Bist du nicht von Alters her.
Vielleicht liegt auch drin, unsere Väter haben uns doch auch schon von dir
erzählt. War ja so eine Frage an den Engel des Herrn bei Gideon.
Bitte mein Herr, wo sind denn die Wunder von denen
unsere Väter erzählt haben.
Der Gideon hatte eine ähnliche Frage oder ein ähnliches Problem.
Bist du nicht von Alters her.
Ja, er ist der ewige. Zweitens,
bist du nicht Herr, mein Gott,
mein Heiliger.
Habakkuk lebt in einer Beziehung zu Gott. Herr drückt Beziehung aus und dann
mein Gott, mein Heiliger drückt auch Beziehung aus.
Habakkuk ist durchaus in Gemeinschaft mit Gott.
Und das kann bei uns auch so sein.
Wir sind und leben auch praktisch in Gemeinschaft mit Gott und doch
sind wir in unseren Gedanken noch nicht in Übereinstimmung mit ihm. Wir sind noch
nicht dahin gekommen,
wirklich völlig ruhig zu sein
in
seiner Gegenwart. Und doch
Habakkuk hat eine Beziehung zu Gott.
Drittens, mein
Heiliger.
Jetzt nicht die Betonung auf mein,
sondern
Heiliger.
Habakkuk weiß um die Heiligkeit Gottes.
Und gerade das war ja auch ein Grund für seine Frage, für sein Thema, für sein
Problem.
Wenn Gott doch ein heiliger Gott ist, wie kann er dann schweigen zu dem was er
sieht.
Aber dann zweifelt er nicht an Gott.
Er sagt nicht, ach ja Gott, dann bist du vielleicht gar nicht so heilig, sondern er
sagt, du bist mein Heiliger. Er hält fest
an dieser Heiligkeit
Gottes, mein
Heiliger.
Der nächste Punkt, der vierte Punkt, wir werden nicht sterben.
Da kommt mein ich ein gewaltiges Vertrauen
hervor. Wir werden nicht sterben.
Gott, wir haben es mit dir zu tun
und du wirst nicht zulassen,
dass wir aufgerieben werden.
Du musst das Böse richten,
aber du wirst im Gericht Erbarmen haben, wir werden nicht sterben.
Wer sich an Gott klammert,
wird nicht umkommen, wird nicht sterben.
Und das nimmt Habakkuk in Anspruch.
Wenn wir das jetzt gelesen hätten, was Gott über die Kaldäer sagt, über das
was sie auszeichnet,
wie sie quasi alles, was sich ihnen in den Weg stellt, wegwischen und
dann gehört schon was dazu zu sagen, wir werden nicht sterben.
Wenn dieses grimmige, ungestöhne Volk kommt, dann gibt es doch wohl keinen
drinnen, oder? Doch.
Wer sich an Gott klammert,
der darf das
für sich in Anspruch nehmen. Wir werden
nicht sterben.
Der fünfte Punkt
ist Anerkennung
dessen, was Gott ankündigt.
Zum Gericht hast du es gesetzt.
Habakkuk anerkennt,
dass das, was Gott tut, richtig ist.
Er hat Fragen dazu, da kommen wir gleich, er kapiert das nicht,
aber er anerkennt, Herr, du hast es so gesetzt.
Das ist auch unsere Haltung,
dass wir anerkennen,
was Gott tut, wie er mit uns handelt, wie er insgesamt handelt,
dass wir sagen, Herr, ich nehme das so aus deiner Hand an,
dass du das so geführt hast, dass du das so gesetzt hast.
Herr, zum Gericht
hast du es gesetzt.
Der sechste Punkt, er nennt Gott den Fels.
Der Fels gibt Sicherheit, oder? Der Fels ist ein Fundament, auf dem man in
Festigkeit, in Sicherheit
steht.
Er nennt Gott den Felsen,
der auch verlässlich ist, der sich nicht verändert,
der sich nicht hin und her dreht, wie ein Fähnchen im Wind,
sondern auf dem Verlass ist und bei dem man Festigkeit und Sicherheit bekommt.
Das ist auch das, was
Mose am Ende seines Lebens sagt, der Fels.
Vollkommen ist sein Tun, alle seine Wege
sind recht. Ja, Gott
ist ein Fels.
Ich las mal eine Geschichte,
wo ein Pfarrer,
gläubiger, gottesfürchtiger Mann hatte einen Ausflug gemacht auf eine
Nordseeinsel
und dann fing ein Sturm an und er kam nicht zurück
mit dem Schiff. Hatte also den Abend Zeit, lief da ein bisschen auf der Insel
und der Sturm wütete und
dann
beobachtete er die verschiedenen Warnungen vor dem Sturm.
Da sah er zum Beispiel eine Heulboje, ja,
die so auf dem Wasser ist und wenn das Wasser sich bewegt, dann heult die so
wie so ein Ton, ja.
Und dann blickt er von der Heulboje
zu dem Leuchtturm,
der auf dem Felsen steht
und der einfach unerschütterlich sein Licht gab.
Und da ging ihm so durch den Kopf,
wem gleichen wir als Christen eigentlich?
Den Heulbojen
oder den Leuchttürmen?
Wo ist denn der Unterschied zwischen der Heulboje und dem
Leuchtturm?
Die Heulboje, die ist verbunden mit den Umständen, mit dem Sturm, geht immer auf
und ab
und der Leuchtturm ist gegründet
auf den Felsen.
Denn wenn der Leuchtturm
im Meer stände, da wäre auch nicht viel los damit. Aber weil der auf den Felsen
gegründet ist, deswegen kann der sein Licht geben.
Und ich glaube, das ist auch das, was Habakkuk hier
ausdrückt. Gott, du bist der Fels.
Ich will mich an dich klammern. Bei dir gibt es Festigkeit.
Bei dir ist ein Fundament. Bei dir ist Sicherheit.
Und da ist der Sturm und die Wellen und die Schlagen an den Fuß des
Leuchtturms, aber der Fels
gibt eben Festigkeit.
Da kommt noch mal dieser Punkt,
O Fels, zur Züchtigung hast du es bestellt. Also er anerkennt Gott in dem,
was er tut, was er ihm ankündigt.
Und dann der siebte Punkt, Vers 13a, du bist zu rein von Augen, um Böses zu sehen
und Mühsal vermagst du nicht anzuschauen.
Nun das heißt nicht, dass Gott Böses nicht sehen könnte.
Natürlich sieht Gott das Böse. Gott sieht alles.
Das schon mal so gehört hier und da, dass dieser Vers so verstanden wird, als
könne Gott Böses nicht sehen.
Aber das ist gar nicht der Sinn. Natürlich sieht Gott das Böse,
aber was Habakkuk meint ist,
du kannst es nicht anschauen und
einen Haken hinter machen.
Sagen wir doch in Ordnung.
Du musst Böses richten.
Das ist eine
feststehende Tatsache.
Also das ist der Grund, warum Gott seinen eigenen Sohn gerichtet hat.
Weil er zwar das Böse genau kennt und sieht und wahrnimmt,
aber weil er es nicht ungerichtet lassen kann.
Das ist der Punkt. Du kannst
Böses nicht sehen,
Klammer auf,
ohne eine gerechte Antwort zu geben.
Du kannst Mühsal nicht anschauen, Klammer auf, ohne
eine entsprechende Antwort zu geben. Eine gerechte Antwort.
Das ist der Punkt.
Und ich meine, hier liegt schon ein riesen Punkt,
wo Habakkuk weitergekommen ist, im Vergleich zu dem, was er am
Anfang gebetet hat.
Am Anfang hat er gebetet, warum lässt du mich unheil sehen
und handelst nicht?
Und jetzt sagt er,
nein, das entspricht nicht deinem Wesen. Das kannst du gar nicht. Du kannst nicht
Mühsal und Böses sehen,
ohne eine gerechte Antwort zu geben.
Habakkuk
sagt hier diese sieben Punkte über seinen Gott und wir merken,
wie diese Beschäftigung mit Gott,
das was er über seinen Gott weiß und denkt und sagt,
wie das ihn weiterführt.
Und das ist auch ein Punkt für uns, meine ich.
Wenn wir unseren Gott kennen,
wenn wir uns mit ihm beschäftigen, was er ist, mit seinem Wesen, Licht und Liebe,
dann ist das genau das, was uns weiterführt.
Auch in den Fragen,
die noch unbeantwortet sind für uns in unserem Leben.
Nun Habakkuk sagt jetzt die nächste Frage,
ab Vers 13b,
und er sagt sie wieder offen und ehrlich vor Gott.
Das ist, meine ich, auch ein Ansporn. Wir dürfen Gott
alles offenlegen, was in unserem Herzen ist.
Ist ja auch ein dummer Gedanke, das nicht zu tun
oder Gott irgendwas
vorzuerzählen, was gar nicht zu dem passt, was in unserem Herzen ist. Das ist doch ein dummer
Gedanke oder Gott weiß doch eh, was in unserem Herzen ist.
Natürlich,
wir lernen von Habakkuk,
dass er Gott in dem, was er ist, rechtfertigt und an ihm festhält
und dass er auch bereit ist, auf Gottes Antwort zu warten
und sie anzunehmen. Er hat also die richtige Haltung,
aber er macht aus dem, was in seinem Herzen ist, kein Geheimnis. Er legt das
offen vor Gott. Und da kommt jetzt dieses zweite
dieses zweite Gebet sozusagen,
nachdem er
etwas über Gott gesagt hatte, wo er sich ausgetauscht hat mit Gott über das, was
er an ihm gefunden und in ihm erkannt hatte, sagt er
wieder ein Warum, Vers 13b, Warum schaust du Räubern zu,
schweigst, wenn der Gottlose den verschlingt, der gerechter
ist als er?
Gott hat dem Habakkuk gesagt,
ich werde die Chaldea erwecken
und ich werde sie benutzen zum Gericht an meinem Volk.
Und Habakkuk hatte anerkannt, ja Gott, das ist dein Plan,
du hast es dazu bestimmt, dieses Volk.
Aber Gott,
ich verstehe es nicht.
Warum nimmst du denn ein Volk, das noch böser ist als dein Volk?
Warum nimmst du denn so ein Volk
zum Gericht?
Warum nimmst du denn ein solches Werkzeug?
Warum lässt du denn Räuber, ein räuberisches Volk,
wirklich zum Gericht an deinem Volk?
Warum benutzt du es?
Können wir auch verstehen, die Frage, oder?
Wir finden an dem Kapitel 2, in welcher Haltung dieser
Prophet
diese Frage stellt.
2, Vers 1, Auf meine Warte will ich treten
und auf den Turm mich stellen
und will spähen, um zu sehen,
was er mit mir reden wird
und was ich erwidern soll
auf meine Klage.
Das spricht mich sehr an.
Ich glaube, man könnte sagen, in Vers 12,
da hat
Habakkuk den Blick zurück
auf den unveränderlichen Gott. Bist du nicht von Alters her?
Hier im Kapitel 2, Vers 1, da hat er den Blick nach oben.
Beim Turm, da geht es darum, hoch zu steigen.
Er hat den Blick nach oben, wie Gott antworten wird
vom Himmel aus. Und im Kapitel 3,
wenn er sagt, Herr belebe dein Werk, da hat er den Blick nach vorne, wie Gott
zukünftig handeln wird.
Wir dürfen auch den Blick haben zurück,
auf das, was Gott getan hat,
was er ist von Ewigkeit her und was er getan hat in der Vergangenheit.
Wir dürfen den Blick nach oben haben,
wo der Herr Jesus jetzt ist, im Himmel
und von wo Gott aus auch handeln wird. Wir dürfen den Blick nach vorne haben
und darauf vertrauen, dass Gott
einen guten Weg hat
für die Zukunft.
Auf die Warte will ich treten, auf den Turm mich stellen.
Wir kürzlich mal
in einer Stadt waren, wo ein Turm war.
Da fragte mich
mein Freund, der mit dabei war, wollen wir mal hoch gehen?
Da habe ich gesagt, nein, das sind so viele Stufen, das könnt ihr ja verstehen und dann sind wir unten geblieben.
Musste man ja auch noch für bezahlen fürs Hochgehen, also sind wir unten geblieben.
Aber der Punkt ist doch, auf den Turm steigen
kostet ein bisschen Kraft, oder?
Braucht ein bisschen Energie. Aber Habakuk bringt diese geistliche Energie
auf, sozusagen die Nähe zu Gott zu suchen und zu warten
auf seine Antwort.
Und wieder merken wir, wie Habakuk weiter gekommen ist.
Am Anfang hat er gesagt, warum antwortest du nicht?
Ich rufe und du antwortest nicht oder du hörst nicht.
Und jetzt sagt er, Gott antwortet.
Und ich bin bereit zu warten, bis er antwortet.
Er sagt nicht, ob er antwortet,
um zu sehen,
ob er mit mir reden wird, sondern um zu sehen, was er mit mir reden wird.
Und er ist auch bereit, das anzunehmen, was Gott ihm dann sagen wird.
Auch wenn er bisher
noch nicht alle Antwort Gottes begriffen hatte. Das ist eine gute Haltung
und in dieser Haltung
hatte Habakuk seine
Klage Gott vorgebracht, seine Frage gestellt
und dann kommt ab Vers 2
die Antwort und Gott gibt sich sozusagen Mühe,
eine Antwort zu geben, die gut verständlich ist
für
jeden. Habakuk soll das sogar
aufschreiben, soll es in Tafeln eingraben,
damit es zu einem Zeugnis ist, auch für eine
nachkommende
Generation für die Zukunft.
Aber dann gibt Gott ihm,
bevor er
die Antwort richtig gibt,
noch einen Hinweis.
Er sagt ihm in Vers 3,
das was ich sage, das geht auf jeden Fall in Erfüllung.
Das Gesicht lügt nicht.
Lügen wäre,
es wird gesagt, aber es passiert nicht so.
Nein, es lügt nicht, es wird so kommen.
Aber Habakuk denkt dran, wenn es sich verzögert,
so harre darauf,
denn kommen wird es, es wird nicht ausbleiben.
Aber Habakuks kann sein, dass es noch nicht
so schnell kommt, wie du denkst.
Könnte sein, dass es sich in deinen Augen verzögert.
Aber nochmal 2. Petrus, der Herr zögert nicht hinaus
die Verheißung und Habakuk, wenn
du denkst, es verzögert sich noch,
wenn es noch einen Moment dauert,
dann hab' ausharren,
dann warte,
dann sei geduldig,
harre
darauf.
Kommen wird es,
das was Gott angekündigt hat,
aber ich finde es irgendwie sehr schön,
in Vers 3 von Kapitel 3,
da steht,
Gott kommt.
Gott kommt.
Also das, was Gott ankündigt, geschieht. Es wird kommen, das Gericht wird kommen,
aber letztlich geht es darum, dass Gott selbst kommt, dass Gott hinter allem
steht
und Gott kommt
von Themen her.
Hier steht es wird nicht kommen, es wird nicht ausbleiben, es wird kommen
und am Ende entdeckt Habakuk, dahinter steckt Gott selbst, er kommt
und er
handelt.
Vers 4a, siehe aufgeblasen, nicht aufrichtig ist in ihm seine Seele,
da spricht Gott über dieses Werkzeug des Gerichts, über die Kaldäer
und er macht dem Habakuk klar, Habakuk, ich weiß genau, was das für ein Volk ist.
Ich weiß genau, was das im Inneren, im Herzen ist.
Mach dir mal keine Sorge, ich habe keinen Fehler gemacht, dieses Volk
auszusuchen
als Gerichtswerkzeug. Aber Habakuk, ich habe noch eine Botschaft für dich.
Und vielleicht kann man sagen, dass das so ein Schlüssel- oder Kernvers in diesem
Propheten ist. Habakuk, denk dran,
der Gerechte
aber wird
durch seinen Glauben leben.
Das ist ein schöner Vers.
Der Gerechte
wird durch seinen Glauben
leben.
Dreimal wird dieser Vers im Neuen Testament
angeführt.
Einmal im Römerbrief, Kapitel 1,
da könnte man betonen, der
Gerechte
wird aus Glauben leben. Es gibt also Rechtfertigung
aus Glauben.
Dann in Galater 3,
da könnte man betonen,
der Gerechte wird durch seinen
Glauben
leben.
Also es geht um Glauben, nicht um Werke.
Thema im Galaterbrief.
Und dann noch einmal in Hebräer 10,
da könnte man betonen, leben.
Der Gerechte
wird durch seinen Glauben
leben.
Der Vers steht im letzten Teil des Hebräerbriefes,
in dem es darum geht, ihr habt Ausharren nötig.
Noch eine kurze Zeit
und der Kommende wird kommen und nicht ausbleiben. Und bis es soweit ist, habt ihr
Ausharren nötig. Werft eure Zuversicht nicht weg.
Also lebt weiter.
Lebt
euer Leben,
lauft euren Lauf.
Ist ja das Thema.
Kapitel 12.
Aber wie denn?
Aus
Glauben.
Aus Glauben. Lebt
aus Glauben.
Das möchte ich gerne uns mitgeben,
jetzt in Verbindung auch mit unserem Thema.
Wir wissen nicht, wie lange es noch dauert, bis der Herr Jesus kommt. Wir warten ja
nicht darauf, dass die Kaldäer kommen,
sondern wir warten darauf, dass der Herr Jesus kommt.
Aber wenn er noch
einen Moment
nicht kommt,
weil er langmütig ist,
dann wollen wir aus Glauben leben.
Der Glaube
kann man vergleichen mit der Hand,
die sich an Gott klammert.
Glauben
kann man
erklären
oder definieren mit jemanden
für unerschütterlich halten.
Das Wort,
das jemand sagt, das was er ist, in sich selbst für unerschütterlich
halten.
Das heißt, der Glaube
ist die Hand, die sich an Gott klammert.
Wir halten ihn und sein Wort für unerschütterlich.
Das ist Glauben.
Hebräer 11,
der Anfang ist ja keine Definition von Glauben.
Da steht, der Glaube ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft. Das ist eine
Auswirkung des Glaubens.
Wenn man glaubt,
dann ist das, was man hofft, eine Wirklichkeit,
eine Realität. Hoffen
ist ja die Zukunft, die vor uns liegt und die ist jetzt schon wirklich für uns,
aber nicht, weil wir sie sehen, sondern durch den Glauben. Es ist eine Auswirkung
des Glaubens, eine Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht.
Wir sehen sie nicht mit
unseren Augen, aber der Glaube führt dazu,
seine Wirkung des Glaubens,
dass wir da fest von überzeugt sind. Eine Überzeugung von Dingen,
die man nicht sieht. Glauben
bedeutet jemanden
für unerschütterlich halten.
Das ist das Mittel, das moralische Mittel,
durch das wir leben dürfen.
So ähnlich wird das auch
im Galaterbrief gesagt.
Wo Paulus erklärt, nicht mehr lebe ich.
Der alte Mensch, der ist mitgekreuzigt.
Christus lebt in mir. Ich habe ein neues Leben, dieses neue Leben ist Christus.
Und dann, was ich aber jetzt lebe im Fleisch, also als verantwortliche Person
auf der Erde,
lebe ich durch
Glauben.
Machen wir es wieder.
Durch Glauben und dann kommt diese schöne
Fortsetzung des Verses.
Durch den
an den Sohn Gottes,
der mich geliebt
und sich selbst für mich hingegeben hat.
Der Glaube klammert sich an diese Person.
Wir leben durch Glauben. Wir gehen unseren Weg weiter im Glauben.
Nicht, weil wir die Sache im Griff haben. Nicht, weil wir schon so viele Erfahrungen
gesammelt haben. Vielleicht mehr ein Thema
für Ältere. Nicht, weil wir noch so viel Kraft haben. Vielleicht mehr ein Thema für
Jüngere.
Sondern durch Glauben und das
gibt der Herr dem Habakkuk mit.
Der Gerechte wird durch
seinen Glauben leben.
Nun die Antwort des Herrn geht bis zum
Ende des Kapitels.
Das ist Vers 19.
Und dann steht am Ende Vers 20. Der Herr ist in seinem heiligen Palast.
Von dort aus beurteilt er alles. Von dort aus sieht er alles. Und von dort geht auch
sein Handeln aus. Von dort
gehen auch die Wege des Gerichts aus.
Und die Antwort die
auf Seiten der Erde
die einzige passende Antwort ist
Schweige vor ihm ganze Erde.
Und dann kommt das dritte Gebet
in Kapitel 3.
Ich lese ein paar Verse davon.
Habakkuk 3 Vers 1 Gebet Habakkuks des Propheten
nach Shigonot.
Herr ich habe deine Kunde vernommen.
Ich fürchte mich.
Herr belebe dein Werk inmitten der Jahre. Inmitten der Jahre mache es Kund.
Im Zorn Gedenke des Erbarnens.
Gott kommt von Themern her.
Und der Heilige vom Gebirge Paran.
Selah.
Vers 12 Im Grimm durchschreitest du die Erde.
Im Zorn stampfst du die Nationen.
Du zogst aus zum Heil deines Volkes.
Zum Heil deines Gesalbten.
Du zerschmettertest das Haupt vom Haus des Gottlosen. Entblöstest den Grund bis
zum Hals. Selah.
Du durchbohrtest mit seinen eigenen Spießen die Häupter seiner Scharen
die Heranstürmten um mich zu zerstreuen.
Deren Frohlocken war den Elenden im Verborgenen zu verschlingen.
Du betratest das Meer mit deinen Rossen den Schwall großer Wasser.
Ich vernahm es.
Und es zitterte mein Leib.
Bei der Stimme bebten meine Lippen.
Morschheit drang in meine Gebeine. Und wo ich stand, erzitterte ich.
Ich werde ruhen am Tag der Drangsal.
Wenn derjenige gegen das Volk heranzieht, der es angreifen wird.
Denn der Feigenbaum wird nicht blühen und kein Ertrag wird an den Reben sein.
Und es trügt die Frucht des Olivenbaumes. Und die Getreidefelder tragen keine Speise.
Aus der Hürde ist verschwunden das Kleinvieh.
Und kein Rind ist in den Ställen. Ich aber,
ich will in dem Herrn frohlocken,
will jubeln in dem Gott meines Heils.
Der Herr, Herr,
ist meine Kraft und macht meine Füße denen der Hirschkühe gleich
und lässt mich einher schreiten auf meinen Höhen.
Dem Vorsänger
mit meinem Seitenspiel.
Nun Habakkuk hat die Antwort des Herrn gehört, auch auf seine zweite Bitte und
jetzt betet er und es ist ein Gebet
nach Shikyonot, vielleicht bedeutet das, steht in der Anmerkung, in bewegten
Rhythmen.
Und da merken wir so ein kleines bisschen was von dem Seelenleben
des Propheten. Wie es sozusagen in seinem Inneren auf und ab geht.
Wie er auf der einen Seite erschüttert ist über das Gericht, das kommen wird.
Wie er auf der anderen Seite völlig ruhig ist im Vertrauen
auf seinen Gott.
Er hat die Kunde des Herrn
vernommen.
Das ist ja eine
eine Bestätigung, dass er sie akzeptiert.
Ich habe sie vernommen.
Er war auf die Warte getreten, um zu hören, was er mir antworten will.
Jetzt hat er sie genommen, vernommen und gesagt, Herr, ich habe deine Kunde
vernommen.
Und was ist die Reaktion? Ich fürchte mich.
Warum? Weil Gott Gericht angekündigt hat.
Schreckliches Gericht.
Und doch sagt
Habakkuk, Herr belebe dein Werk
inmitten der Jahre.
Wir beten das schon mal.
Ist ja auch ein schöner Gedanke,
wenn es darum geht, dass der Herr Belebung schenken möge. Belebung im
Blick auf den Dienst für ihn. Belebung
in geistlicher Hinsicht unter seinem Volk. Aber das ist eigentlich gar nicht
gemeint mit dem Vers.
Wenn Habakkuk hier sagt, Herr belebe dein Werk, dann meint er,
Herr führe das Gericht aus, das du jetzt angekündigt hast.
Denn dieses Gericht hat er ja vernommen.
Und jetzt sagt der Habakkuk, Gott
mach das auch.
Tu das auch. Führ das aus.
Belebe dein Werk.
Das zeigt uns, dass Habakkuk ein Ja gefunden hat
zu dem, was Gott angekündigt hat. Seine Fragen sind beantwortet. Er ist mit
seinen Warums zur Ruhe gekommen.
Und er kann sagen, Herr belebe dein Werk. Führ das Gericht aus,
das du mir jetzt gezeigt hast, von dem du
mir gegenüber gesprochen hast.
Mach dieses Werk kund. Bisher hatte Gott es angekündigt.
Und wenn er es kund machen würde, dann würde es auch geschehen. Dann würden es alle sehen.
Aber dann kommt ein Nachsatz
im Zorn
Gedenke des Erbarmens.
Und das beschäftigt mich, das bewegt mich sehr.
Habakkuk sieht das Gericht.
Und er hat begriffen, das ist Gottes guter, gerechter Weg.
Und jetzt sagt der Herr, wenn das dein Weg ist, mach das. Tu das.
Und dann sagt er im Zorn
Gedenke des Erbarmens.
Ich bin jetzt in Gedanken in Offenbarung 4.
Wir werden gleich nochmal kurz in Gedanken in Offenbarung sein, dann in
Kapitel 1. Jetzt bin ich in Offenbarung 4.
Da blickt Johannes
durch eine geöffnete Tür in den Himmel und dann sieht er Gott auf seinem Thron.
Und dann wird er weiter sehen, wie von diesem Thron Gottes aus Gericht ausgeht,
das über diese Erde kommt.
Aber was sieht er?
Was um den Thron herum ist?
Ein Regenbogen.
Und das ist genau der Punkt hier. Im Zorn
Gedenke des Erbarmens.
Gott muss Gericht ausüben.
Aber im Zorn
hat er auch Erbarmen.
Davon spricht der Regenbogen. Ich werde die Erde nicht mehr durch eine Flut
vernichten. Wird Gott auch nicht machen.
Wenn wir das in Petrus dann lesen,
das steht vom Feuer, nicht vom Wasser.
Die jetzigen Himmel sind fürs Feuer aufbewahrt.
Im Zorn gedenkt Gott des Erbarmens und daran klammert sich Habakkuk
und kann dann für sich in Anspruch nehmen,
dass für ihn Heil da ist
aus der Hand Gottes.
Vers 3 Gott kommt.
Da denken wir auch noch mal an Offenbarung Kapitel 1.
Der da war und der da ist.
Und was hättest du jetzt gesagt?
Der da sein wird. Ist doch klar, oder? Der da war, der da ist, der da sein wird. Steht da aber nicht.
Der da war, der da ist
und der da kommt.
Und das Kommen schließt ein, dass er seine Wege zum Ende bringt.
Und das sieht Habakkuk hier. Gott kommt.
Das Gericht kommt, aber letztlich ist es das Handeln Gottes. Er kommt.
Er kommt von Themen her.
Nur ein kleiner Punkt, einfach mal
um die Schönheit des Wortes Gottes zu zeigen.
Jesaja Kapitel 63
Jesaja 63 ganz am Anfang.
Jesaja 63 Vers 1 Wer ist dieser,
der von Edom kommt, von Bozrah in hochroten Kleidern, dieser prächtig in
seinem Gewand,
der einher zieht in der Größe seiner Kraft?
Ich bin es,
der in Gerechtigkeit redet,
der mächtig ist zu retten.
Warum ist rot an deinem Gewand und sind deine Kleider wie die eines
Keltertreters?
Ich habe die Kelter allein getreten
und von den Völkern war niemand bei mir und ich zertrat sie in meinem Zorn.
Hier in Habakkuk 3 hatten wir von Teman gelesen und Teman
war eine Stadt in Edom,
im Gebiet von Esau.
Ein Fürst
und eben eine entsprechende Stadt in Edom. Jetzt haben wir hier genau das gleiche
in Jesaja 63
da kommt einer aus Edom.
Es ist der Herr Jesus,
der das Gericht Gottes ausführt.
In der Zukunft natürlich, Jesaja 63
Habakkuk hatte
von diesem zeitlichen Gericht
das Wegführen in der babylonischen Gefangenschaft vor allem gehört, aber
es ist nur ein
Bild von dem,
was auch in der Zukunft geschehen wird,
wenn Gott
in Verbindung mit dem Tag des Herrn seine
Gerichte bringt.
Also Gott kommt, seine Wege erfüllen sich. Er kommt von Teman, genau wie in
Jesaja 63 und dann
und der Heilige vom Gebirge Paran.
Jetzt gehen wir nochmal an das Ende des fünften Buches Mose.
5. Mose 32 und 33
33
5. Mose 33 Vers 2
Der Herr ist vom Sinai gekommen und ist ihnen aufgegangen von Seir.
Seir ist auch
in Edom. Er ist hervorgestrahlt vom Berg Paran.
Es liegt im Süden Kanaans
und ist gekommen von
Heiligen Myriaden aus seiner Rechten
gegen Gesetzesfeuer für sie
hervor. Hier sieht
Mose in 5. Mose 33, wie der Herr gekommen ist
und wie er das Gesetz gegeben hat.
Und er hat das Gesetz gegeben zum Segen seines Volkes.
Hier sieht er wieder, der Habakkuk jetzt,
den Heiligen vom Gebirge Paran kommen.
Das gleiche Gebirge,
von dem Mose gesprochen hat.
Gott ist derselbe.
Und er hatte damals das Gesetz gegeben zum Segen für sein Volk.
Und auch wenn er jetzt Gericht ausüben muss,
hat er am Ende doch nur Segen
im Sinn.
Das hat Habakkuk irgendwie verstanden.
Deswegen
spricht er jetzt weiter von dem Gericht und wie diesem Gericht niemand
entweichen kann
und wie
Gott im Grimm die Erde durchschreitet.
Aber er sagt in Vers 13, das hatten wir gelesen,
bei allem Gericht das kommt,
letztlich geschieht es zum Heil
deines
Volkes.
Das ist die Absicht, die Gott hat,
auch wenn er
das Gericht bringen muss.
Das Heil
seines Volkes. Jetzt könnte man die Frage stellen, wie ist das denn möglich?
Gibt es denn wirklich in diesem Volk welche, die verdient haben,
dass Gott ihnen Heil gibt?
Und die Antwort
gibt Habakkuk,
du zogst aus
zum Heil deines
Gesalbten.
Und ich meine, da gehen doch unsere Gedanken, natürlich ist ursprünglich das
Gesalbte Volk Gottes gemeint, aber
da gehen doch unsere Gedanken hin zu dem Herrn Jesus, dem
Gesalbten, dem Christus, dem Messias.
Ja Gott wird mit Gericht kommen, aber es gibt Heil,
aber nur Heil in Verbindung mit
dem Gesalbten, Heil in Verbindung mit Christus.
Das ist auch der Punkt im Römerbrief Kapitel 9 bis 11,
wenn es darum geht, dass Israel Zukunft hat,
dann steht da,
dass der Erretter aus Zion kommt
und das ist der Herr Jesus.
Und in ihm gibt es Heil
und daran klammert der Habakkuk sich.
Er sagt das hier inspiriert
in seinem Gebet, du zogst aus zum Heil deines Volkes und Gott sorgt dafür,
dass wir die Antwort auf die Frage
bekommen, wie kann es denn Heil geben? Heil
gibt es nur in Christus.
Und es gibt nur diese beiden Möglichkeiten, Heil in Christus,
für sein Volk, für das Volk Gottes, für alle die, die ihn annehmen,
aber Gericht
Für die Gottlosen, Vers 13b.
Ich habe Vers 14 dazu gelesen
und ich möchte
nichts Auslegungsmäßiges zu diesem Vers sagen, aber ich habe ihn gelesen, weil ich
eine Anwendung machen möchte.
Da geht es um Häupter von
Scharen, die
heranstürmen, um zu zerstreuen.
Ich möchte die Anwendung für uns machen.
Denken wir da nicht vielleicht an die vielen Gedanken, die in uns aufkommen.
Scharen
von Gedanken,
die uns unsicher machen können.
Wo der Zweifel genährt wird durch irgendwelche Gedanken.
Scharen, die auf uns anstürmen.
Ist das nicht ein Thema,
was uns in unserem Glaubensleben Mühe macht?
Aber Gott
zieht aus,
um die Häupter dieser Scharen zu durchbohren. Er will diese Gedanken
wegnehmen.
Er möchte sie ersetzen durch den Frieden Gottes,
den er dem gibt, der sich im Gebet
an ihn wendet. Ja, wir haben da auch eine Verantwortung.
Jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus.
Die Verantwortung, den Helm des Heils zu nehmen.
Der Helm
schützt ja den Bereich, wo die Gedanken drin sind.
Der Helm des Heils, das ist zu wissen,
dass wir gerettet sind
vom ewigen Tod.
Aber dass der Gleiche, der uns gerettet hat vom ewigen Tod, auch der ist, der Heil
und Rettung gibt im Leben,
Schritt für Schritt.
Und das ist auch derselbe, der als Heil an unseres Leibes kommen wird,
um uns zu sich
in die Herrlichkeit zu holen.
Und wenn wir an diese drei Aspekte des Heils, der Errettung denken,
dann wird das unsere Gedanken
schützen.
Da wird das
die Hilfe sein gegen diese Scharen, die manchmal
auf uns anstürmen.
Nun, Vers 16,
Habakuk hat die Antwort des Herrn vernommen
und erzitterte.
Seine Stimme bebte.
Er hatte keine Kraft mehr, das bedeutet,
dass der Punkt, das Morscheil in seinen Gebeinen war.
Und da denke ich nochmal an Offenbarung 1.
Da ist dieser alte Apostel Johannes
und er sieht den Herrn Jesus als Richter und Beurteiler mitten der
Versammlung
und er fällt nieder wie tot.
Da war auch keine Kraft mehr in seinen Gebeinen. Als er den Herrn Jesus sah in seiner
richterlichen Herrlichkeit und Würde,
da fällt er zu Boden.
So ähnlich wie der Habakuk hier Morscheil in den Gebeinen hat.
Und dann passiert etwas Herrliches, da legt sich die rechte Hand
dieser wunderbaren Person auf den Johannes
und er hört diese Stimme, fürchte dich nicht.
Ich bin der Erste und der Letzte, ich war tot
und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe
die Schlüssel des Todes und des Hades.
Diese Hand legt sich auf den Johannes
und diese Hand, das steht jetzt hier nicht, aber
das merken wir
in dem wie der Vers weitergeht,
die legt sich auch auf
den Habakuk.
Das ist ja wie ein thematischer
Bruch, was jetzt kommt. Auf der einen Seite dieses Zittern
und dann diese Gewissheit, dieses Vertrauen. Ich werde ruhen am Tag der
Drangsal
wenn derjenige gegen das Volk heranzieht, der es angreifen wird.
Habakuk weiß, ich bin geborgen
in der Hand Gottes.
Wisst ihr, ich kann nicht erklären,
was hier im Inneren von Habakuk passiert ist.
Wenn wir das so lesen,
brauchen vielleicht zehn Minuten, um diese drei Kapitel zu lesen,
dann begreifen wir das auch nicht, wie schnell
das sich verändert hat.
Aber wahrscheinlich hat es auch länger als zehn Minuten gedauert.
Aber das ist das, was Gott bewerten möchte.
Dieses Vertrauen, ich
werde ruhen am Tag
der Drangsal.
Geborgenheit in Gott, Ruhe
im Herzen und weißt du was?
Obwohl Habakuk begreift, die Umstände ändern sich nicht.
Das Vers 17.
Er guckt ins Volk Gottes und es wird nicht besser.
Keine Frucht am Feigenbaum.
Nein, die Antwort oder die Lösung ist nicht,
dass auf einmal doch wieder Frucht für Gott da ist bei dem Volk.
Die Antwort ist nicht, dass die Situation sich ändert und verbessert.
Nein, keine Frucht, kein Ertrag.
Die Frucht des Olivenbaums trügt, also es sieht fast so aus, als wäre da Frucht,
man guckt mal genauer hin, es ist doch keine.
Getreidefelder, keine Speise und noch schlimmer, aus den Hürden ist
verschwunden das Kleinvieh, kein Rind in den Stellen.
Traurige Beschreibung.
Furchtbar, oder?
Die Situation hat sich nicht verändert, die ist immer noch so wie in Kapitel 1.
Nur mit anderen Worten beschrieben hier.
Kein Rind, keine Anbetung für Gott.
Keine Opfermöglichkeit.
Keine Frucht für Gott.
Keine Nahrung.
Nichts da.
Die Situation
ist gleich geblieben.
Aber wo hat sich was verändert?
Bei Habakuk. Ich aber. Vers 18. Ich aber.
Das ist das, was Gott bewirkt.
Und das bewirkt er,
wenn wir zu ihm kommen im Gebet.
Und das ist die erste Antwort, die er gibt im Blick auf uns. Es gibt viele Beispiele.
Ich denke gerade an eins,
wir haben über drei Männer nachgedacht, aber ich denke jetzt an eine Frau.
Das ist die Hannah.
Das war echt eine Not für sie. Kein Kind. Und das war ja noch nicht das Schlimmste.
Noch schlimmer war ja, dass dann ihre
Nebenfrau, die Penina, sie immer noch
piesackt.
Das erleben wir auch.
Da sind wir in einer Not.
Und dann gibt es noch dumme Kommentare.
Sollte man ja eigentlich nicht meinen, dass es das gibt.
Die kommen auch nicht aus der Nähe vom Herrn. Da kommen die nicht her, aber die
kommen aus dem Fleisch, aus unserem...
Das war bei Hannah schon so.
Und dann betet sie.
Und dann wird sie fröhlich, weil sie ein Kind hat.
Da wird ihr Angesicht anders, ohne
dass sich die Situation verändert hat.
Penina war immer noch da.
Erkan hatte immer noch genauso viel oder genauso wenig, egal wie man das sieht,
Verständnis für seine Frau.
Und sie war immer noch nicht schwanger.
Aber sie hatte ihr Herz ausgeschüttet. Sie hatte eine Antwort von Gott bekommen.
Und ihr Angesicht war nicht mehr dasselbe und sie konnte sogar wieder
essen
von diesem Friedensopfer.
Die erste Änderung
war nicht in den Umständen, sondern die war
im Inneren von Hannah selbst.
So ist es auch hier bei Habakkuk.
Vers 17 macht klar, dass es im Volk Gottes noch kein Stück besser aussah.
Ich aber, ich will in dem Herrn frohlocken.
Das ist der Schlüssel.
In dem Herrn will jubeln,
in dem Gott meines Heils.
Aber eine
Wortbetrachtung über Philippa.
Freut euch in dem Herrn alle Zeit.
Da sagt ein Bruder, geht ja gar nicht, alle Zeit geht ja nicht.
Also meint alle Zeit nicht alle Zeit, sondern meint
egal was das meint.
Stimmt das?
Ne, stimmt nicht.
Alle Zeit ist alle Zeit.
Ein anderer Bruder sagt, das wäre aber schlimm, wenn alle Zeit nicht alle Zeit ist.
Da steht in dem 1. Thessalonicher 4.
Also werden wir bei dem Herrn sein alle Zeit. Wäre ja schlimm, wenn das nicht alle Zeit wäre, oder?
Aber ich meine der Punkt ist,
dass man Freude im Herrn haben kann,
obwohl man weint.
Obwohl man im Blick auf eine
Situation des Lebens
tief bewegt und traurig ist,
hat man trotzdem
Freude im Herrn.
Kann das sein?
Das kann sein.
Paulus meint damit nicht,
dass immer alles glatt läuft. Nein,
dieser Paulus, der geschrieben hat,
dass wir nicht über Vermögen versucht werden,
der sagt,
wir waren über Vermögen versucht,
so dass wir sogar am Leben verzweifelten.
Das sagt Paulus, ja das sagt
Paulus.
Ist es jetzt nicht mehr wahr, dass wir nicht über Vermögen versucht werden?
Doch, ist doch wahr.
Das ist
subjektiv wahr. Nein, nicht subjektiv, eben nicht. Objektiv wahr.
Aber subjektiv fühlt sich manchmal anders an, oder?
Übrigens,
nicht über Vermögen versucht werden, ich meine die eigentliche Bedeutung davon ist,
es wird keine Situation kommen, die so schlimm ist, dass wir sündigen müssen.
Ich meine, das heißt nicht über Vermögen
versucht werden. Gott hat einen Weg, den wir gehen können, ohne zu sündigen,
trotz Schwierigkeiten, trotz
Not.
Nein, wir müssen uns nicht los sagen von ihm,
es gibt einen Weg, den wir mit ihm gehen dürfen, auch
durch Prüfungen.
Und dann kann es sein,
dass das Herz traurig ist und doch Freude im Herrn da ist.
Und das
ist das, was Habakuk schon kannte, wie viel mehr
dürfen wir das kennen?
Ich aber, ich will in dem Herrn vorlocken, will jubeln
in dem Gott meines Heils. Vielleicht gehen wir noch in Gedanken
in das Gefängnis in Philippi.
Füße im Stock,
im innersten Gefängnis
und dann kommt auf einmal ein Loblied.
Um Mitternacht aber beteten und lobsangen Paulus
und Silas. Ist das nicht hier Vers 18?
Und das geht nicht in eigener Kraft. Der Herr,
der Herr ist meine Kraft.
Und dann sagt Paulus,
und er hat das auch nicht in fünf Minuten
beim Gamaliel gelernt.
Er hat das in manchen Erfahrungen, in manchem Kampf mit dem Herrn erlebt.
Wenn ich schwach bin, dann
bin ich stark. Denn er hat zu mir gesagt, meine
Gnade genügt mir. Und dann sagt der Paulus, ich habe sogar wohlgefallen an Schwachheit.
Nicht so einfach das zu sagen, oder?
Wir sind gerne so stark.
Aber hier geht es darum, dass der Herr unsere Kraft ist und dass er
unsere Füße denen der Hirschkühe gleich macht.
Da wo vorher Morschheit in den Gebeinen war,
das sind jetzt Füße, die sind stark, dass sie hüpfen, springen, dass sie laufen
können, wie eine Hirschkuh.
Und dass man auf Höhen geführt wird im Glauben,
obwohl
die Situation voller Mühe, voller Schwierigkeiten ist. Der Glaube führt auf
Höhen,
wo wir in Gemeinschaft mit Gott
einen Blick auf die Dinge haben können,
wie wir ihn unten im Tal nicht haben.
Da kommt noch ein seltsames Ende, oder?
Dem Vorsänger mit meinem Seitenspiel.
Warum steht das da?
Weil Habakkuk durch den Glauben und durch das, was er hier gelernt hat, im
Austausch mit Gott
zum Vorbild für andere wird.
Der Vorsänger singt ja vor, damit andere ihm nachsingen. Darum geht es doch beim
Vorsänger, oder?
Habakkuk
wird zu einem Zeugnis für andere.
Er kommt zur Ruhe bei Gott.
Er findet Freude bei Gott. Er findet Kraft bei Gott.
Er findet
Gemeinschaft mit Gott
auf der Höhe.
Warum? Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben und darin
wird er dann ein Ansporn, ein Vorbild
für andere.
Wir durften über
Elia nachdenken, über Nehemiah,
über Habakkuk.
Heute morgen hat der Herr das so geführt,
dass wir auch noch das vollkommene Vorbild anschauen konnten.
Den Herrn Jesus selbst.
Er ist natürlich das perfekte Vorbild.
Aber ich bin auch glücklich, dass es Männer,
wie wir am
Freitag gelesen haben, mit gleichen Empfindungen, wie wir sind.
Von denen wir das lernen können, was wir zum Beispiel
beim Habakkuk gefunden haben. …
