Hebräer 12
ID
az007
Idioma
DE
Duração total
02:36:30
Quantidade
3
Passagens bíblicas
Hebräer 12
Descrição
3 Vorträge über das 12. Kapitel des Hebräerbriefes:
- Hebräer 12,1ff
- Hebräer 12,4ff
- Hebräer 12,18ff
Transcrição automática:
…
Es ist für mich schon etwas ungewöhnlich, mal im Februar hier zu sein. Ich habe das immer sehr
genossen, dass wir im Sommer bei euch sein können, eure geschwisterliche Gemeinschaft
erleben zu können und ich freue mich, dass wir jetzt mal eine außerordentliche Gelegenheit haben.
Ich hatte auf dem Herzen an diesen Tagen, die wir zusammen sind, über ein Kapitel etwas zu sagen aus
dem Hebräerbrief. Wir haben eben schon im Gebet einen Ausdruck davon erwähnt, von dem Herrn Jesus,
dem Anfänger und Vollender des Glaubens. Wir wollen heute aus dem Hebräerbrief, aus dem zwölften
Kapitel lesen. Ich muss euch sagen, ich habe das ganze Kapitel eigentlich auf dem Herzen, aber ich
weiß nicht, wie weit wir kommen werden. Und ich glaube auch, es ist gut, dass wir uns nicht treiben
lassen und meinen, wir müssten etwas unbedingt abarbeiten. Wir wollen versuchen, mit der Hilfe
des Herrn ein bisschen die Schönheiten dieses Kapitels zu sehen. Und wir lesen in diesem zwölften
Kapitel von Vers 1. Deshalb nun, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, lasst auch
uns, indem wir jede Bürde und die leicht umstrickende Sünde ablegen, mit Ausharren laufen den vor uns
liegenden Wettlauf. Hinschauend auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der die
Schande nicht achtend für die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat
zur Rechten des Thrones Gottes. Denn betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern
gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet, indem ihr in euren Seelen ermattet. Ihr habt noch
nicht gegen die Sünde ankämpfend bis aufs Blut widerstanden und habt die Ermahnung vergessen,
die zu euch als zu Söhnen spricht. Mein Sohn, achte nicht geringt des Herrn Züchtigung, noch ermatte,
wenn du von ihm gestraft wirst. Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er. Er geißelt aber jeden Sohn,
den er aufnimmt. Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung. Gott handelt mit euch als mit Söhnen. Denn wer ist
ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, deren alle teilhaftig
geworden sind, so seid ihr denn Bastarde und nicht Söhne. Zudem hatten auch wir, wir auch unsere Väter
nach dem Fleisch als Züchtiger und scheuten sie. Sollen wir uns nicht vielmehr dem Vater der Geister
unterwerfen und leben? Denn jene zwar züchtigten uns für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, er aber
zum Nutzen, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden. Alle Züchtigung aber scheint für die
Gegenwart nicht ein Gegenstand der Freude, sondern der Traurigkeit zu sein. Danach aber gibt sie die
friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt worden sind. So weit wollen wir aus dem
Wort Gottes heute Abend lesen. Der Hebräerbrief ist ein ganz spezielles Dokument in Gottes Wort.
Man könnte fast sagen, es ist so eine gewisse Art von Erklärung für das Alte Testament, für das,
was die Gläubigen, das Volk Gottes, das irdische Volk Gottes im Alten Testament buchstäblich durchlebt
hatten und praktizieren sollten und halten sollten. Das wird im Neuen Testament im Hebräerbrief
ausgelegt. Wir leben ja nicht mehr in dieser Haushaltung des Gesetzes, unter dem das irdische
Volk stand. Wir leben in dem Zeitalter der Gnade unendlich reich gesegnet. Aber all das, was dem
irdischen Volk widerfahren ist, hat eine geistliche Bewandtnis für uns. Und der Hebräerbrief, der
beschreibt eigentlich und legt aus, was das Alte Testament an Vorschattungen, an Anordnungen, an
Festen und Opfern und all den Dingen, die Gott seinem irdischen Volk geboten hatte, was das
heute neutestamentlich für uns zu sagen hat. Aber unter einem speziellen Gesichtspunkt, der mich oft
sehr berührt hat. Der Brief heißt ja der Brief an die Hebräer. Das sind also gläubige Christen, die
ihren Ursprung im Judentum hatten. Und das ist ein großes Problem für diese gläubigen Christen gewesen.
Sie haben sich von dem irdischen Anordnungen Gottes bekehrt, um dem lebendigen und wahren Gott zu
dienen. Es gibt einige wenige Briefe im Neuen Testament, die sind an diese Empfängerschaft, an das
irdische Volk Gottes gerichtet. Zum Teil nur an Gläubige aus dem irdischen Volk, zum Teil an
Gläubige und Ungläubige. Und auch dieser Brief richtet sich an solche Empfänger. Und jetzt kommt etwas,
ich habe mich oft gefragt, was wäre, wenn, mit Ehrfurcht gesagt, was wäre, wenn heute auf einmal
jemand kommen würde und sagen würde, also das, was ihr jetzt 4.000 Jahre praktiziert habt, das gilt
nicht mehr. Es gibt jetzt etwas anderes. Ihr müsst das alles aufgeben. So muss es denen gegangen sein.
Natürlich nicht 4.000 Jahre, sondern ungefähr 2.000 Jahre vielleicht hatten sie das Gesetz, hatten die
Anordnungen und es war von Gott. Und wenn sie es befolgten, dann übten sie Gottes Gedanken auf
dieser Erde aus. Und jetzt kommt eine Zeit, wo das nicht mehr gelten soll. Das muss schwer gewesen
sein für die Empfänger dieses Briefes, für die Hebräer. Etwas, was man von Gott empfangen hat und
unter seinem Wohlwollen auch praktiziert hat, mehr oder weniger schlecht, wollen wir mal sagen und
zugeben, aber das auf einmal fallen zu lassen, weil es etwas Neues gibt, ich bin mir sicher, das würde
uns auch schwer fallen. Und jetzt macht der Schreiber dieses Briefes, der gar nicht genau sagt, wie er heißt,
er bleibt ganz im Verborgenen. Ein ganz kleiner Schleier wird gelüftet am Ende mal dieses Briefes,
aber ich glaube, es hat auch den Hintergrund, dass es jetzt nicht um Personen oder um seine eigene
Person als Absender dieses Briefes geht, sondern er will ganz einfach zeigen, das, was jetzt gilt in
dieser neuen Haushaltung der Gnade, das ist etwas weitaus Höheres. Und es soll alles hinauslaufen,
von Hebräer 1 bis eigentlich Hebräer 10, Hebräer 11, alles hinauslaufen dahin, dass das, was er
vorstellt, an dem, was im alten Bund stand, jetzt verglichen wird mit Christus. Und es verwundert
uns, glaube ich, nicht, wenn wir feststellen, alles, was er Ihnen vorstellt und stellt Christus daneben,
hat zum Ergebnis, Christus ist größer, ist schöner, ist herrlicher. Und immer wieder wird auch dieses
besondere Wort im Hebräerbrief gebraucht, dass es das Bessere ist, was er vorzustellen hat. Und das
ist eine großartige Weise, wie er unter der Leitung des Heiligen Geistes natürlich vorgeht. Er nimmt
etwas, was sie kannten aus dem Alten Testament, Personen oder Gewohnheiten, Gebräuche, die Gott
angeordnet hatte und stellt Christus daneben und kommt immer zu dem Ergebnis, Christus ist herrlicher.
Das, ihr lieben Hebräer, was ihr jetzt habt, ist das Bessere. Wenn es uns doch mal so ginge, dass wir
das wirklich so sehen würden, dass das, was wir jetzt haben und wir müssen heute, wir blicken auf
verschiedene Haushaltungen und Wege Gottes mit dem Menschen zurück und wir müssen uns einfach auch
mal sagen, es hat nie, nie ein Zeitalter in den Wegen Gottes mit dem Menschen gegeben, wo er Menschen
mehr gesegnet hat als heute, seit Golgatha. Und es wird auch keine Haushaltung mehr geben in den
Wegen Gottes, wo er den Menschen größere Segnungen schenkt als uns. Das macht uns irgendwie immer
klein, finde ich, vor diesem großartigen Gott, der gerade dich und mich in diese Zeit gesetzt hat.
Nun sollten die Hebräer also ihre übernommenen Überlieferungen von den Vätern, die von Gott
kamen, aufgeben, um sich ganz dem christlichen Glauben, dem Christentum hinzuwenden. Und heute
ist das nicht anders als damals, wie es die Hebräer erfahren haben. Das brachte Schwierigkeiten mit sich.
Wir lesen in Kapitel 10 am Ende, wenn wir mal Vers 32 lesen. Erinnert euch aber an die früheren Tage,
in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet worden wart, viel Kampf der Leiden erduldet habt. Übrigens nicht
nur von der umgebenden bösen Welt, auch von den eigenen, wenn wir so sagen wollen, Volksgenossen
von Juden, die eben nicht zum Christentum sich bekehrt haben. Sie haben sie angefeindet. Dann
wird später davon gesprochen, dass sie in Vers 34 den Gefangenen Teilnahme bewiesen haben. Sie
haben den Raub ihrer Güter mit Freuden aufgenommen. Also es brachte Not mit sich für sie. Sie lebten
ja immer noch inmitten dieses irdischen Volkes, das mehr oder weniger ungehorsam war und waren
zum christlichen Glauben gekommen. Und jetzt hatten sie die Feindschaft der Welt und die Feindschaft
ihrer eigenen Nation gegen sich und waren in große Not gekommen. Und jetzt ist sehr interessant,
was der Apostel oder der Schreiber dieses Briefes dann macht. Er sagt nicht, das ist alles nicht so
schlimm und das wird irgendwann vergehen, sondern er stellt ihnen ein ganzes Kapitel vor von Menschen
aus dem Alten Testament, die sie kannten von ihren Überlieferungen her. All die Namen, die im
elften Kapitel erwähnt wurden, kannten sie alle sehr gut. Und er zeigt, es ist auch früher schon
den Gläubigen nicht immer gut gegangen. Aber diese Liste von Glaubenshelden im elften Kapitel zeigt
deutlich, dass es, wie soll ich sagen, dass es möglich ist, durch Glauben in schwierigen Umständen
seinen Weg zu gehen. Und das elfte Kapitel, das ist ein wundervolles Kapitel. Es ist nicht nur
Name an Name und immer wieder durch Glauben, durch Glauben, sondern es zeigt einfach in einem
riesig bunten Strauß, wie sich Glaube erweist in den Umständen. Der eine hat solche Umstände,
der andere hat ganz andere Umstände, aber sie sind durch Glauben ihren Weg gegangen. Der eine hatte
Verheißungen, der andere hatte keine Verheißungen und trotzdem haben sie geglaubt und haben das,
was sie von Gott wussten, als Realität in ihr Leben hineingenommen. Das ist das, was diese
Glaube im Hebräer Elf meint. Unsichtbare Dinge Gottes als Wirklichkeit in das eigene Leben nehmen.
Das war damals so und das ist heute noch so. Unser Leben als Christen ist ein Leben des Glaubens
und nicht des Schauens. Es wird einmal der Zeitpunkt kommen, wo wir zum Schauen kommen,
wo wir sehen werden, mit unseren Augen sehen werden, so wie Hjöp das mal gesagt hat. Ich
werde mit meinen Augen Gott anschauen. Da werden wir auch noch hinkommen, unseren Heiland zu sehen,
wie er ist, aber jetzt leben wir mit unsichtbaren Dingen. Das versteht die Welt nicht, dass man sich
auf etwas feststützt, was man nicht sehen kann. Und Petrus sagt zu seinem ersten Brief,
wir lieben eine Person, die wir noch nie gesehen haben. Das gibt es in der Welt auch nicht. Dass
man Zuneigung zu jemandem entwickelt, den man gar nicht gesehen hat. Ich habe meine Frau lieben
gelernt, als ich sie gesehen hatte mit meinen Augen und kennengelernt habe. Aber meinen Heiland,
den liebe ich und habe ihn noch nie gesehen. Ist übrigens auch an solche Empfänger geschrieben,
was Petrus da sagt. Ihr liebt ihn, obwohl ihr ihn noch nie gesehen habt. Und jetzt kommt noch etwas
Wunderbares, was er da im 11. Kapitel sagt. Das hat mich auch immer sehr bewegt. Dieser ganze
Verlangs von Glaubenshelden, Männern und Frauen, die er da vorstellt, die alle haben das eigentliche
Ziel, was sie erwartet hatten, nicht erreicht. Sie sind alle im Glauben gestorben. Nicht unglücklich,
nicht unzufrieden. Aber das, was sie erreichen wollten, das hatten sie noch nicht erreicht zu
ihren Lebzeiten. Und trotzdem haben sie in völligem Frieden ihre Augen geschlossen. Und
jetzt sagt der letzte Vers von diesem Kapitel. Und jetzt liegen sie noch in ihren Gräbern und warten.
Und warten. Auf wen? Auf uns. Sie sollen nicht ohne uns vollkommen gemacht werden. Diesen Satz,
den habe ich mir schon oft durchgelesen, unterstrichen. Nicht ohne uns. Sie müssen
warten. David, Abraham, die liegen in ihren Gräbern und bekommen dieses volle Teil ihres
Segens, das Gott ihnen zugedacht hat, noch nicht, weil sie auf uns warten müssen. Die Gläubigen
der Gnadenzeit, sie sollen zusammen mit ihnen dann auch verherrlicht werden. Aber sie haben
ein ganz besonderes Teil. Und das soll den Gläubigen des Alten Testamentes nicht vorweggenommen
werden. Sie warten. Da Gott für uns, da kommt wieder das Bessere. Gott hat für uns etwas
Besseres vorgesehen und sie sollen nicht ohne uns vollkommen gemacht werden. Aber sie haben
diese Qualität ihres Glaubens bewiesen in ihrem Leben. Und so beginnt jetzt das zwölfte Kapitel.
Jetzt blicken diese Gläubigen Hebräer zurück, von Adam über Noah und was er alles aufgezählt hat,
bis hin zu den Gläubigen, die sich da in der Makabeer-Zeit, in diesen furchtbaren Jahrzehnten
sind es glaube ich gewesen, zwischen dem Alten und Neuen Testament, haben zersägen lassen,
steinigen lassen, foltern lassen und in ihrem Glauben festgehalten. Darum blicken sie jetzt
zurück und jetzt sagt der Schreiber, deshalb nun, deshalb, weil ihr so eine große Wolke von
Zeugen habt, sollt auch ihr jetzt, die ihr auch in schwierigen Umständen seid, euren Weg des Glaubens
auch laufen. Deshalb nun, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, uns umlagernd haben,
ein Bruder hat das mal so geschildert, das ist fast wie ein langer Flur, eine Galerie, wo rechts
und links die ganzen Bilder der Glaubenshelden hängen. Und ich habe da sicherlich auch schon
oft drüber nachgedacht, ich freue mich wirklich darauf, die mal zu sehen oder im Alten Testament
jetzt von ihnen zu lesen. Das ist schon sehr bewegend, wie die da in ihren schwierigen
Lebensumständen ausgehalten haben und Gott geehrt haben. Sie waren nicht fehlerlos, aber sehr
bemerkenswert, im 11. Kapitel wird keine einzige Versage beschrieben, weil es eben darum geht,
den gläubigen Hebräern zu zeigen, auch vor Zeiten schon haben Gläubige durch Glauben ausgehalten und
Gott geehrt. Und die Verheißungen noch nicht persönlich in Besitz nehmen können, aber Gott
schenkt sie ihnen und sie wussten, dass sie sie bekommen. Und das, liebe Hebräer, sagt der Schreiber
jetzt, das solltet ihr auch machen. Aber er stellt ihnen jetzt noch etwas vor, was die Gläubigen im
Alten Testament nicht hatten. Aber er sagt, wir haben eine so große Wolke von Zeugen um uns,
die alle gezeigt haben, dass man in der Kraft des Glaubens sein Leben führen kann. Der Gerechte
wird aus Glauben leben, so war es am Ende von Kapitel 10 gesagt. Der Gerechte wird aus Glauben
leben. Das haben sie alle einer nach dem anderen, ein Leben nach der anderen bewiesen und gezeigt.
Und jetzt deshalb, ihr lieben Hebräer, macht das doch bitte auch. Aber was so kostbar in diesen
ersten drei Versen ist, er zeigt diesen gläubigen Hebräern jetzt, dass sie noch etwas ganz Großartiges
zusätzlich haben zu dem, was die Alttestamentlichen hatten, nämlich eine wunderbare Person. Sie mussten
nicht nur im Glauben ihren Weg gehen. Sie hatten und konnten auf eine Person schauen, sicherlich
mit den Augen des Glaubens auch. Vielleicht hat der eine oder andere ihn auch tatsächlich gesehen,
wie er hier auf dieser Erde war. Aber sie haben jetzt noch eine Person, der der Anfänger und
Vollender des Glaubens ist. Auf den konnten sie blicken. Das konnte kein Abraham, kein Daniel,
die alle auch in schwierigen Umständen waren. Abraham hat manchmal über die Szene nachgedacht,
wie sie in der Apostelschichte beschrieben wird. Der Gott der Herrlichkeit erschien ihm. Der war in
einer finsteren, götzendienerischen Umgebung. Und von heute auf morgen hat er sein Leben ja total
umgekrempelt, hat seine ganze Verwandtschaft verlassen, weil ihm einer erschienen war, der
gesagt hat, da sollst du hinziehen. Der Gott der Herrlichkeit. Ich bin mir sicher, dass euch das auch
so ab und zu mal geht, wenn ihr die Bibel lest. Man muss einfach mal ein offenes Auge oder ein
offenes Ohr auch dafür haben, dass Gott ja tatsächlich spricht zu mir, wenn ich morgens
meine Bibel aufschlage. Ich mache das ja nicht aus Gewohnheit, weil das eben vor dem Frühstück oder
bei dem Frühstück so dazugehört, sondern weil Gott zu mir redet. Und dann ist das manchmal so,
als funkelt ein ganz helles Licht in mein Herz. Und dann spricht Gott und offenbart sich uns.
Wie sollen wir denn jetzt laufen? Wir haben diese Zeugen um uns. Sie können uns Vorbild sein,
sicherlich. Aber wir haben etwas zu tun und etwas zu lassen. Wir sollen jede Bürde und die leicht
umstrickende Sünde ablegen. Es geht also jetzt um einen Lauf, haben wir gelesen. Und jeder, der sich
ein bisschen sportlich schon mal betätigt hat, der weiß, dass man dazu alles vermeidet und weglässt,
was einen irgendwie hindern könnte. Ich muss euch mal was sagen, was mich total erstaunt hat. Wir
haben bei uns, nicht so schön wie hier im Schwarzwald, aber wir haben auch so ein kleines
Mittelgebirge, den Harz. Da gibt es den Brocken. Da laufe ich ganz gerne, also wandere ich ganz
gerne mit meiner Frau auch mal hoch. Und da kommen uns manchmal Sportler entgegen, die haben noch
Gewichte. Die tragen einen Rucksack, haben Gewichte an den Handgelenken, an den Fußgelenken
und versuchen, den Berg hoch zu joggen. Die legen nicht jede Bürde ab. Die wollen sich ihren Körpern
noch mehr stehlen, indem sie sich noch Bürden auflegen. Aber schneller wird man dadurch nicht,
das ist schon mal klar. Und wenn ich anfange, einen solchen Berg zu ersteigen oder einfach mal so
versuche, einen Lauf zu laufen, dann versucht man doch, alles Mögliche wegzulassen, was einen
irgendwie belastet. Und das ist das, was er jetzt im Blick auf den Glaubenslauf sagt. Wir legen uns
nicht extra Manschetten noch um und ein Gewicht auf den Rücken, sondern wir versuchen, das alles
loszuwerden. Und da gibt es zweierlei Dinge, die wir loswerden sollten im Blick auf diesen Lauf.
Und das ist zum ersten Mal die Bürden. Es gibt verschiedene Wettläufe, hätte ich fast mal gesagt
in der Bibel. Verschiedene Szenen, wo zwei Menschen nebeneinander herlaufen. Und in jeder
dieser Szenen, ich denke gerade an zwei Beispiele, ist einer schneller als der andere. Nehmen wir mal
Johannes 20 oder 21 ist das, glaube ich, wo Petrus und Johannes zum Grab des Herrn Jesus laufen. Die
Maria war zurückgekommen und hat gesagt, das Grab ist leer. Und dann sind die beiden gelaufen. Und
da müsst ihr mal lesen, der eine war schneller als der andere. Warum war das wohl so? Petrus war
der Langsamere, Johannes war der Schnellere. Was hielt denn den Petrus ab, so schnell zu sein wie
der Johannes? Ich meine, das war noch sein belastetes Gewissen. Als allererstes ist der
Herr ja dem Käfers erschienen nach seiner Auferstehung. Aber das muss hier noch davor
gewesen sein. Petrus hatte immer noch auf seinem Herzen, ich habe den Herrn dreimal verleugnet. Das
war noch nicht in Ordnung gekommen. Er hatte sein Gewissen noch nicht entlasten können durch ein
Bekenntnis, durch Reue und Buße. Er war dem Herrn noch nicht begegnet und das drückt den Lauf.
Deshalb war Johannes schneller. Ein anderer Lauf im alten Testament. Ich meine aus der Zeit von
dem König David, wie er fliehen musste vor seinem eigenen Sohn Absalom. Dann kam Absalom zu Tode.
Und dann gab es Ratgeber, die hatten einen Knecht gedungen, der den Lauf machen sollte,
um dem König David die Botschaft zu bringen. Dann gab es den Abjahrtag, glaube ich, das war das.
Der wollte freiwillig laufen und der Joab hat ihm gesagt, nee du nicht, ich habe schon einen
losgeschickt. Lass mich doch laufen, ich will dem König die Botschaft bringen. Na gut, dann laufe.
Der andere war schon längst losgelaufen und bei diesem, ich meine es war Abjahrtag, müssen wir
vielleicht zu Hause nochmal nachlesen, dass wir keinen falschen Namen nennen, der lief sogar den
Weg des Jordankreises. Das heißt, er hat einen Umweg gemacht, so verstehe ich das. Der andere
muss irgendwie gerade gelaufen sein und dieser mit der Botschaft, um seinen Herrn diese Botschaft zu
bringen, der lief einen Umweg und war trotzdem der Schnellere. Was trieb ihn denn so an,
schneller zu sein als der andere? Für den einen war das nur eine Nachricht, aber dieser Abjahrtag,
der hatte Liebe zu seinem König, der wollte ihm die Botschaft schonend und als erster beibringen.
Das trieb ihn, die Hingabe zu seinem König trieb ihn an und wenn wir so an einen Lauf denken,
dann sehen wir an diesen beiden Beispielen vielleicht schon, was uns ein Hindernis sein
kann und was uns ein Ansporn sein kann. Und wenn wir Bürden haben, Dinge, die noch nicht in Ordnung
gebracht sind, Dinge, die uns ablenken können, muss ja auch nichts Böses gerade mal sein. Auch ein
Hobby kann eine Bürde sein, wenn es mir die Zeit raubt. Wenn das Wandern meine ganze Freizeit
ausfüllen würde, dann wäre das eine Bürde. Aber wenn ich beim Wandern auch das eine oder andere Mal
sogar durch Gottes herrliche Schöpfung zur Anbetung komme, dann kann das sehr erhebend sein, in der
Natur zu sein. Und so sehen wir, bei mir ist eine Bürde etwas ganz anders als bei euch. Und wir
haben, bin ich dem Herrn immer sehr dankbar, dass wir nicht irgendwo einen Katalog haben, wo wir
nachschlagen können und sagen, das darf ich und das darf ich nicht. Weil was eine Bürde an erlaubten
Dingen in meinem Herzen ist, das weiß ich selbst für mich am besten und ihr wisst es in eurem
Herzenzustand für euch am besten. Aber der Schreiber sagt jetzt, also diese Dinge ablegen. Und dann sich
noch vor etwas zu hüten, nämlich vor der leicht umstrickenden Sünde. Da dürfen wir kein Mitleid
haben mit. Und es ist schon sehr bezeichnend, wie das hier beschrieben wird, die leicht umstrickende
Sünde. Ich habe das in meiner Jugend oft erlebt, dass das kommt nicht diese Verführung von den
Kollegen, das Böse an uns heran, das kommt nicht so mit einer Schlagzeile, ich bin böse und werde
dich ins Verderben führen, das kommt ganz, ganz fein. Und das Abweichen von einem geraden Weg, das ist
auch kein rechter Winkel, das ist eine ganz allmähliche Kursänderung. Leicht umstrickend. Am
Anfang nehmen wir es vielleicht gar nicht so sehr wahr. Und dann wundern wir uns, das kann man gut
erleben, bei uns am Ort konnte man das gut erleben, kann man heute auch noch, wenn so viele gleichaltrige
Geschwister miteinander groß werden. Und dann, ihr werdet das in eurer Erfahrung auch erlebt haben, die
machen nicht alle die gleichen Fortschritte. Es ist interessant zu beobachten, wenn man junge Leute
heranwachsen sieht. Ich gehörte selbst einmal zu einer Reihe von jungen Leuten bei uns am Ort.
Und da fragt man sich, warum ist der andere eigentlich geistlich schneller vorangekommen,
als ich selbst. Und heute kann man es auch beobachten. Es gibt solche, die überholen,
Gläubige rechts sogar oder links, egal wie ihr das seht. Aber sie machen einfach schnellere
geistliche Fortschritte, weil sie sich nichts gestatten, was das geistliche Wachstum hindert.
Jetzt bin ich nicht mehr jung und kann vielleicht leicht darüber reden, aber ich weiß es noch an
meinen Kindern und man sieht es mittlerweile auch an der nächsten Generation schon, die heranwächst.
Es gibt diese unterschiedlichen Neigungen, dem Herrn von ganzem Herzen zu folgen oder sich auch
das eine oder andere, was nicht per se böse sein muss, doch zu gestatten. Aber er sagt, das sollen
wir ablegen. Dazu gehört eine gewisse Entschiedenheit, das zu tun. So eine geistliche Energie oder Petrus
Meini schreibt in seinem Brief häufiger von einer Tugend, die wir anwenden sollen. Es gehört
tatsächlich eine gewisse innere Herzensentscheidung, das nicht tun zu wollen, sich das nicht gestatten
zu wollen, so wie Daniel es sich in seinem Herzen vorgesetzt hatte, sich nicht zu verunreinigen,
wo überhaupt keiner außer Gott hätte ihm einen Vorwurf machen können. Also diese Entschiedenheit
brauchen wir und dann brauchen wir ausharren, weil dieser Lauf nämlich kein Sprint ist, kein
Kurzstreckenlauf. Es ist ein vor uns liegender Wettlauf und bei einem Wettlauf gibt es ja
eigentlich, so kennen wir das aus dem Sport, immer eine gewisse Rangfolge, wie man ins Ziel kommt.
Da gibt es erste Plätze, zweite Plätze, dritte Plätze, dann gibt es den so genannten undankbaren
vierten Platz, weil man keine Medaille mehr bekommt. Aber bei diesem Wettlauf, Geschwister,
bei diesem Wettlauf ist jeder eigentlich erster. Weil jeder, der ins Ziel kommt, gewinnt den Preis.
Es ist nur ein Langlauf, ein Langstreckenlauf. Es ist kein Sprint. Und viele von euch sind auch
schon etwas älter geworden, ich selbst auch. Ich darf schon über 40 Jahre, fast 50 Jahre mit dem
Herrn den Weg gehen und man merkt schon, dass es kein Sprint ist. Nicht nur, wenn körperliche
Beschwerden dazukommen. Die geistlichen Fragen kommen auch immer wieder von der Seite, von der
anderen Seite, von vorne und von hinten. Übungen am Ort, Glaubensfragen, Fragen, die den Glaubensweg
betreffen. Und wir merken, wir brauchen ausharren. Das haben die Hebräer wahrscheinlich noch viel
mehr empfunden als wir heute. Aber das will Ihnen der Schreiber jetzt sagen. Es ist ein Lauf, den
ihr zu laufen habt. Es ist ein Wettlauf. Aber ich sage euch mal, wenn ihr ans Ziel kommt, dann gewinnt
ihr alle den Preis. Und ihr habt einen Ansporn für diesen Lauf. Den hatten die Gläubigen in Hebräer
11 aus dem Alten Testament nicht. Ihr könnt nämlich hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender
des Glaubens. Es ist etwas rührendes, finde ich, fast bewegendes, will ich mal sagen. Wenn in diesem
Hebräerbrief die Person unseres Heilandes vorgestellt wird, wird sie ja unter vielen
verschiedenen Ausdrücken vorgestellt. Er ist der Apostel und hohe Priester unseres Bekenntnisses.
Er ist der Sohn, er ist der hohe Priester. Aber an einigen Stellen steht ganz speziell der Name,
den er als Mensch getragen hat. Jesus. Und jetzt sagt er, schaut einmal auf ihn hin. Das heißt
nicht so ein flüchtiger Blick, sondern schaut, sagt das die Anmerkung doch, ja, hinschauend auf
Jesus. Da sagt die Anmerkung, wegschauend von allem anderen auf Jesus hin. Da müssen wir also
auch unseren Augen eine gewisse Disziplin angedeihen lassen, dass wir sie nicht überall
hinschweifen lassen. Hierup hat einmal gesagt, er hat einen Bund mit seinen Augen gemacht, dass er
nicht auf eine Jungfrau blickt. Und wir sollen jetzt hinschauen auf die eine strahlende Person,
der als Mensch, Jesus, hier auf dieser Erde seinen Weg gegangen ist. Wir haben von ihm gelesen,
sogar später noch, dass das kein einfacher Weg für ihn war. Da wollen wir noch ein wenig
darauf eingehen. Aber auf ihn müssen wir schauen. Ich weiß, wie das aus meinem eigenen Leben, dass
das oft so ist, man schaut, was macht der Bruder neben mir, was macht die Schwester neben mir,
wie weit gehen sie in ihren Freiheiten, die sie glauben zu haben. Und dann kann ich mir das ja
auch glauben, erlauben. Aber einen sauberen Weg laufen wir, wenn wir auf eine Person schauen.
Jesum, den Anfänger, zugleich Urheber oder Anführer, das heißt einer, der in einer Sache
den ersten Schritt tut und anderen vorangeht. Das ist der Herr Jesus, der ist der Anfänger des
Glaubens. Seht ihr, er ist, wir wollen da wirklich gründlich darüber nachdenken, aus der Herrlichkeit
des Himmels, der ewige Sohn Gottes, hier auf der Erde Mensch geworden. Er hat gehorsam gelernt,
sagt auch dieser Hebräerbrief, nicht weil sein Eigenwille unterdrückt werden musste, weit weg
dieser Gedanke, sondern weil er als ewiger Gott, der Sohn, nie gehorchen musste. Aber jetzt ist
der Mensch auf dieser Erde und hat diese Wesenszüge eines Gottes in ein menschliches Kleid gehüllt
und verborgen. Und als Mensch auf dieser Erde hat er gelernt, was es heißt, untergeordnet zu sein.
Wir wollen sehr vorsichtig sein, wenn wir über den Herrn Jesus nachdenken und sprechen, aber das ist
tatsächlich so. Er ist abhängig gewesen von seinen Eltern, er war ihnen unterwürfig, hat ihnen
gehorcht, so sagt das Lukas-Evangelium. Und dieser Jesus, den schauen wir uns an, der schon als
Zwölfjähriger zu seinen Eltern gesagt hat, wisst ihr eigentlich gar nicht, dass ich in dem sein muss,
was meines Vaters ist? So ist er als Mensch gewesen, der schon früh als Mensch auf dieser Erde in einer
irdischen Familie aufgewachsen ist, wo seine Brüder nicht an ihn geglaubt haben. Und wenn sie
ihn dann später anleiten wollten, sich öffentlich publik zu machen und berühmt zu werden, dann sagte er,
nein, da haben sie immer noch nicht an ihn geglaubt. Das muss ein Schmerz für ihn gewesen sein, in der
eigenen Familie nicht verstanden zu werden. Und dann in seinem öffentlichen Auftreten gab es kaum
einmal eine Szene, wo man ihn wirklich verstanden hatte. Ich will jetzt noch gar nicht auf das eingehen,
was wir am Ende von Vers 3 lesen, aber so wie Jesus, wenn wir das jetzt mal mit aller Ehrfurcht so sagen
dürfen, wie er hier steht, Jesus in dieser Einfachheit und Schlichtheit eines Menschen, der ausgenommen die
Sünde genau wie wir war, der hungrig war und durstig war und müde war. Und trotzdem, wenn am Ende von einem
arbeitsreichen Tag dann noch Frauen kamen, die ihm Kinder bringen wollten und seine eigenen Jünger
gesagt haben, nein, der Mann braucht jetzt erstmal eine Pause. Dann sagt er, lasst die Kinder zu mir
kommen, werd ihnen bloß nicht. Er war immer ansprechbar und hat nie an sich selbst gedacht.
Er hat ein Glaubensleben begonnen hier auf dieser Erde als Mensch und er hat es vollendet. Er ist
der Anfänger und Vollender des Glaubens. Durch die Vollkommenheit seines Weges, das lesen wir ja dann im nächsten Vers,
hat er sich gesetzt zur Rechten des Thrones Gottes. Auch das ist eine Ausdrucksweise, die mehrmals im
Hebräerbrief vorkommt. Und immer wieder liegt eine andere Bedeutungsschattierung, möchte ich mal sagen,
darauf. Hier geht es um einen Glaubenslauf, den ein Mensch auf dieser Erde führt. Zur ehre, zur unaufhörlichen Ehre Gottes.
Schritt für Schritt, Gedanke für Gedanke zur Ehre Gottes. Angefangen und vollendet. Trotz Widerspruch, trotz Kreuz.
Hier ist das Kreuz, was jetzt erwähnt wird, nicht unter dem Gesichtspunkt zu verstehen, dass er da das Erlösungswerk
vollbracht hat, sondern sein Weg ging so in diese Tiefen, dass er von den Menschen ans Kreuz geschlagen wurde.
Er hat das Kreuz erduldet. Das ist jetzt hier nicht der Gedanke des Erlösungswerkes, sondern so schwer war sein Weg,
sein Glaubensweg. Das sogar hat er erduldet. Das hatten die alttestamentlich Gläubigen nicht erdulden müssen.
Aber er hing am Kreuz sogar und hat sich gesetzt zu Rechten des Thrones Gottes.
Wenn die Menschen damals am Kreuz gerufen haben, steige herab vom Kreuz. Er hätte herabsteigen können.
Er hätte zurückkehren können zu seinem Vater, ohne durch das Kreuz und durch den Tod zu gehen. So vollkommen war sein Leben.
Dieses Beispiel wird uns hier vorgestellt. Er hat das Kreuz erduldet. Aber seht, da steht noch ein schöner Nebensatz dabei.
Er hat es um den vor sich liegenden Freudewillen erduldet.
Er hatte, ich scheue mich fast ein wenig, das so in Bezug auf den Herrn Jesus zu sagen, aber er hatte auch eine Motivation.
Etwas, was ihn, ja entschuldigt, was ihn angetrieben hat, wenn wir das so sagen dürfen, mit aller Vorsicht.
Er hatte eine Motivation. Es lag etwas vor ihm. Eine Freude, wieder in die Gemeinschaft mit seinem Vater zurückzukehren.
Ein Werk zu vollbringen, was den Himmel öffnen würde für andere verlorene Menschen. Er hatte etwas, was ihn anzog.
Und so ist er das Beispiel hier für Gläubige, die durch Schwierigkeiten gehen.
Wir werden aufgefordert, etwas wegzulassen, was unsere Füße hindern könnte.
Und wir werden aufgefordert, für unsere Augen einen Gegenstand zu haben, den bis dahin noch keiner so kannte im Alten Testament, den Anfänger und Vollender.
Und für diesen Menschen Jesus wird beschrieben, in welche Tiefen er für seinen Glauben und für seinen Gott gegangen ist.
Bis an das Kreuz. Aber, und das ist die Vollendung seines Glaubenslebens, er sitzt jetzt zur Rechten des Thrones Gottes.
Und jetzt kann man sich vorstellen, wie wir vielleicht als menschliche Schreiber reagieren würden.
Wir wissen, dass jedes Wort Gottes eingehaucht ist vom Heiligen Geist.
Auch der Schreiber hier darf nichts anderes schreiben, als der Heilige Geist ihm sagt.
Aber man empfindet ein bisschen jetzt im nächsten Vers, jetzt ist er auf eine Person zu sprechen gekommen, da muss er noch ein bisschen verweilen.
Bevor er dann in den nächsten Versen mit wirklichen Mahnungen und konkreten Hinweisen anfängt, er muss noch etwas über diese Person sagen.
Und das wünschte ich mir, dass das häufiger bei mir so der Fall ist.
Wisst ihr, eine Seite, es ist ein großartiges Vorricht, in einem gläubigen Elternhaus aufzuwachsen.
Unschätzbar, schon früh den Heilern kennenzulernen.
Aber manchmal habe ich gedacht, man kann sich an die schönsten Dinge auch gewöhnen.
Und irgendwann, wenn wir nicht wirklich nahe bei dem Herrn bleiben, besteht bei uns Menschen halt die Gefahr, dass das, wir sind daran gewöhnt.
Herr Jesus kenne ich, habe ich schon gelesen in den Evangelien, aber es klingt nicht mehr so richtig, was im Herzen.
Das war bei dem Schreiber hier anders.
Er hat gerade von Jesus gesprochen und jetzt, den müsst ihr euch nochmal genau betrachten.
Betrachtet den. Schaut ihn euch mal von allen Seiten an.
Wisst ihr, warum wir vier Evangelien haben?
Weil wir sie brauchen.
Weil wir die unfassbare Person unseres Heilandes auf einmal in einem Buch gar nicht erfassen könnten.
Wir brauchen vier Berichte, um einen Eindruck zu bekommen, wie unendlich seine Person ist.
In seiner Vollkommenheit als König und Messias für sein Volk.
In seiner Vollkommenheit als abhängiger Diener auf dieser Erde.
In seiner makellosen Schönheit und Sündlosigkeit als Mensch.
Und was wir im Moment in Dillenburg und Hüggeswagen immer betrachten dürfen,
ist wie unendlich gesegnet seine Vollkommenheiten, überragenden Vollkommenheiten als der ewige Sohn Gottes.
Der gerade im Johannes-Evangelium immer als oder häufig als Sohn des Menschen vor uns kommt.
Geschwister, betrachtet den.
Wenn im Alten Testament jemand aus dem Volk Gott nahen wollte mit einem Opfer,
dann kam er auf dieses Zelt der Zusammenkunft, das ja da in der Mitte des Volkes angeordnet war, kam er auf dieses Zelt zu.
Da sah er diesen riesenbreiten Vorhang am Eingang des Zeltes, also jetzt noch nicht des Zeltes, sondern des Vorhofs.
Und dieser Vorhang hing an vier Säulen.
Das ist so, wie wenn jemand aus dem Wüstensand zu dem Heiland kommen will, aus der Welt errettet werden will,
dann kommt er zu dem Vorhang hin, zu diesem breiten Vorhang, ein einladend breiter Vorhang an vier Säulen gehangen.
Und da sehen wir den Herrn Jesus in den Evangelien, wie er für den Sünder so praktisch die erste Ansprache hat.
Und wie der Mensch, der als Sünder zu dem Herrn Jesus kommt, ihn kennenlernt in den Evangelien.
Vielleicht ein bisschen so unter den Gesichtspunkten, die wir gerade eben vor uns hatten.
Und dann tritt er durch diesen Vorhang in diese Wahrheiten des Glaubens, Lebens ein.
Dann kommt ja der Brandopferaltar, das Waschbecken und dann kommt diese Hütte, die da stand, zweigeteilt.
Da hängt auch ein Vorhang vor, vor der Hütte, vor der äußeren oder vorderen Hütte.
Und der Vorhang hing an fünf Säulen.
Und da denken wir an die fünf Schreiber der neutestamentlichen Briefe,
die uns diese ganzen christlichen Wahrheiten, Versammlungswahrheiten in ihren Briefen viel verständlich machen.
Und wenn wir da, damals durfte es ja nur die priesterliche Familie,
aber wenn wir dahin durchtreten, durch die Lehre dieser vier Briefe, werden wir gefestigt in dieser neutestamentlichen Wahrheit.
Und dann gibt es den hinteren Teil dieser Hütte.
Abgehangen wieder von einem Vorhang.
Dahinter das Allerheiligste mit der Bundeslade.
Der Kern der ganzen Sache.
Der Zentralpunkt des Glaubens, Lebens, damals im Alten Testament und heute.
Ein Bild von dem Herrn Jesus, Gott und Mensch in einer Person.
Und dieser Vorhang, der das abtrennte, hing wieder an vier Säulen.
Und so ist das, liebe Geschwister.
Wir lernen den Heiland als unseren Sündenheiland kennen in den Evangelien.
Wir werden gefestigt in den Wahrheiten des Neuen Testamentes durch die Briefe.
Aber wenn wir uns wieder um den Kern der Dinge scharen wollen, brauchen wir wieder die Evangelien.
Und wenn du 20 Jahre nach deiner Bekehrung die Evangelien noch einmal liest,
ich hoffe, man wartet nicht so lange damit,
aber wenn du so spät wieder anfängst, noch einmal die Evangelien,
sie werden unendlich viel tiefer sein.
Dann ist der Sündenheiland in all seinen Facetten,
darf ich das mal so sagen, wie er da vor uns kommt,
voll tiefster Belehrungen für uns.
Eine wunderbare, unergründliche Person.
Betrachtet ihn.
Schaut ihn euch in all seinen Schönheiten an.
Und dann denkt daran, dass er einmal so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat.
Seht ihr, Herr Breher, sagt der Schreiber praktisch,
ihr seid in großer Not, das weiß ich, das kann ich euch bestätigen.
Aber seht mal, da ist einer, der hat den Glaubenslauf angefangen und vollendet.
Und was der für Widerspruch gegen sich erduldet hat.
Schaut euch das mal an, damit ihr in euren Seelen,
damit ihr nicht ermüdet, indem ihr in euren Seelen ermattet.
So großen Widerspruch von den Sündern.
Obwohl je ein Tag im Leben von unserem Heiland vergangen ist,
wo er nicht Widerspruch erduldet hat,
wo er nicht vielleicht zu Hause im Elternhaus, die Bibel schweigt darüber,
gehänselt wurde wegen seiner Treue und seines Gehorsams.
Wir wissen manches über die dreieinhalb Jahre, die er öffentlich aufgetreten ist.
Wir könnten ausrechnen, wie viele Tage das gewesen sind,
aber glaubt ihr, dass es einen Tag gab, wo kein Widerspruch war?
Wir haben manchmal leichtere Tage, oder?
Wo es uns einigermaßen körperlich gut geht, im Beruf läuft es, Familie ist gesund.
Unser Heiland hat keinen Tag gehabt ohne Widerspruch von Seiten der Sünder.
Für die war er gekommen, sie zu retten.
Und sie hatten Widerspruch, Widerstand, Hass.
Und das gipfelte ganz am Ende ja in dieser schrecklichen Gerichtsverhandlung,
wo man für Geld falsche Zeugen gekauft hat,
die irgendein Zeugnis gegen ihn ablegen sollten,
damit sie wenigstens einen scheinbaren Grund hätten, ihn zu verklagen.
Und da muss Pilatus, dieser irdische Richter, dreimal sagen im Johannesefamilium,
ich finde keine Schuld an ihm.
Ihr bringt eins nach dem anderen vor, ich finde keine Schuld an ihm.
Und trotzdem geißelt er ihn und überliefert ihn.
So großen Widerspruch.
Und unser Heiland hat den Mund nur dann aufgemacht, wenn es um die Ehre Gottes ging.
Nie, wenn es um seine eigene Person geht.
Aber wenn Gott in seinem Wesen und in seinen Wesenszügen angegriffen wurde,
dann hat er den Mund aufgemacht.
Sonst nicht.
Betrachtet ihn.
Ob das den Effekt hat bei mir und bei dir?
Ich glaube, niemand von uns in diesem Raum ist ohne Sorge und ohne Not,
hat so einen ganz easy Glaubenslauf.
Glaube ich keiner von uns.
Aber wenn wir jetzt auf einen hinschauen, der schon am Ziel ist
und der in der Zeit seines Lebens Widerspruch gegen sich erduldet hat,
wie nie ein anderer zuvor,
können wir uns das wieder ein bisschen Mut machen, aufrichten.
Die lieben Hebräer, geht noch ein paar Schritte
in den nächsten Abschnitten, die vor uns kommen.
Wir haben ja noch Vers 11 gelesen, das schaffen wir heute nicht mehr.
Dann zeigt er, dass es sogar noch weitere Ansätze von Seiten Gottes gibt,
um Stabilität im Glaubenslauf zu bewirken.
Nämlich eine gewisse göttliche vollkommene Erziehung,
die er uns angedeihen lässt.
Und dann in den nächsten Versen, die wir nicht mehr gelesen haben,
ein Blick in die Zukunft, damit wir Ansporn haben für unser Glaubenslauf.
Aber irgendwie ist das hier eine wunderbare Grundlage.
Nicht nur auf die Glaubenshelden von Kapitel 11 zu schauen,
wobei ich möchte jetzt mal in Klammern sagen, macht das trotzdem.
Das ist außerordentlich gesegnet.
So diese verschiedenen Gesichtspunkte zu sehen,
unter denen sich Glaube beweisen kann.
Das war bei den einen ganz anders als bei den anderen.
Bei einer Frau wird Glaube gerühmt, obwohl sie ihr Land verraten hat.
Sehr interessant.
Und viele andere Begebenheiten werden erwähnt.
Und immer sind es irgendwie ein bisschen andere Schattierungen.
Und ich bin mir sicher, in der einen oder anderen finden wir uns wieder.
Und dann haben wir das, was Sie im Alten Testament nicht hatten.
Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens.
Auf den schauen wir von allem anderen weg, nur auf ihn.
Untersuchen ihn praktisch in aller gebührenden Ehrfurcht,
von allen Seiten betrachten ihn.
Und dann gewinnt die Seele wieder Mut.
Du hast mich ermutigt, in meiner Seele war Kraft,
lesen wir an einer Stelle im Wort Gottes.
Es ist wahr, dass wir einander haben,
um uns gegenseitig Hilfestellung zu geben.
Aber Geschwister können versagen, können auch falschen Mut machen.
Was wirklich Kraft gibt, ist eine Person.
Und die steht in diesen ersten Versen vor uns.
Und ich wünschte für mich mehr und für uns alle,
dass wir ihn tatsächlich mehr mit Muße, mit Genuss auch betrachten,
der so großen Widerspruch erduldet hat.
Er hat das alles hingenommen, auf sich genommen, nicht aufbegehrt.
Und das ist eine ganz starke Motivation für uns,
auch unseren Weg noch mit ihm zu gehen. …
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